Bezirksgericht

Nach sexuellem Übergriff auf 80-Jährige: Sexualstraftäter muss nicht ins Gefängnis

Das Bezirksgericht Dietikon verurteilte den 56-jährigen Sexualstraftäten zu elf Jahren Freiheitsstrafe. Ins Gefängnis muss er gleichwohl nicht. (Archiv)

Der 56-jährige Schweizer, der sich am 29. April 2017 an einer 80-jährigen Dietikerin sexuell vergangen, sie ausgeraubt und lebensgefährlich gefesselt hatte, wurde gestern Nachmittag gemäss verschiedenen Medienberichten vom Bezirksgericht Dietikon zu elf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Ins Gefängnis muss er gleichwohl nicht.

Denn die Strafe wurde aufgehoben, damit der schizophrene Täter eine stationäre Massnahme, also eine Therapie in einer geschlossenen Institution, absolvieren kann. Solche Massnahmen sind als kleine Verwahrung bekannt. Nach fünf Jahren kann diese jeweils verlängert werden. Auch für eine von ihm bestrittene sexuelle Nötigung an einer Berner Prostituierten wurde der Sexualstraftäter verurteilt. Ebenso für verschiedene Diebstähle.

Die vom Gericht ausgesprochene stationäre Massnahme hatten auch der Staatsanwalt und der Verteidiger beim Prozess vorletzte Woche gefordert. Aber der Staatsanwalt plädierte damals auf eine 14-jährige und der Verteidiger nur auf eine 4-jährige Freiheitsstrafe. Der vorbestrafte Täter, der sich schon in den 1980er-Jahren an Frauen verging, lebt zurzeit in der Psychiatrischen Klinik Rheinau.

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