Mit dem Üdikerfäscht weihte die Gemeinde Uitikon im September 2018 ihren neuen Werkhof ein, für den das Volk im Februar 2017 mit über 75 Prozent Ja-Stimmen 4,4 Millionen Franken genehmigt hatte. Nun stand er erneut auf der Traktandenliste. Allerdings ging es an der Gemeindeversammlung am Dienstag um einen kleineren Betrag. So klein, dass der Gemeinderat zuerst nicht daran dachte, ihn der Gemeindeversammlung vorzulegen. Der Grund: Es ist absehbar, dass die noch ausstehende Bauabrechnung zum neuen Werkhof mit Minderkosten von ungefähr 180'000 Franken abschliessen wird, wie Tiefbauvorstand Markus Stäheli (SVP) erklärte. Da sich die Nettokosten einer Photovoltaik-Anlage auf dem Werkhof-Dach auf 110'000 Franken belaufen, ging der Gemeinderat davon aus, dass er diese noch aus dem Baukredit für den Werkhof finanzieren könnte. Doch Gemeindeschreiber Sinisa Kostic wies den Gemeinderat darauf hin, dass ein separater Kredit zu beantragen ist. Diesen genehmigte die Gemeindeversammlung mit sehr deutlicher Mehrheit. Es resultierten nur vereinzelte Gegenstimmen.

Den Bau der Photovoltaik-Anlage hat der Gemeinderat schon länger vorgespurt. Zum Beispiel sind entsprechende Kabelkanäle schon vorhanden. Es werden am Gebäude selber also keine grossen Eingriffe mehr nötig sein.

Mit der Sonne E-Bikes laden

In der Nachbarschaft des Werkhofs sind bereits mehrere andere Dächer mit Photovoltaik-Anlagen bestückt. Die Lage sei sehr geeignet, um aus Sonnenlicht Strom herzustellen, führte Tiefbauvorstand Stäheli aus. Es soll die ganze Dachfläche genutzt werden. So sollen jährlich 80'000 Kilowattstunden Energie produziert werden. Der Werkhof braucht, Stand heute, aber nicht so viel Strom und wird den Überschuss an die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) verkaufen. So soll die Anlage nach 15 bis 20 Jahren amortisiert sein. Zudem zieht der Gemeinderat in Betracht, bei der nächsten Fahrzeugbeschaffung für den Werkhof auf teurere Elektrofahrzeuge umzusteigen, die dann mit der Sonnenenergie geladen werden könnten. Womit dann Geld für klassische Treibstoffe gespart werden könnte. Zudem würden E-Fahrzeuge weniger Lärm machen, merkte ein Votant in der kurzen Diskussion an. Heute verfügt der Werkhof bereits über zwei E-Bikes. Angestellte benutzen diese vor allem, um schnell zum Gemeindehaus zu fahren.

Die Lebensdauer der Anlage wird auf 25 bis 30 Jahre beziffert. Voraussichtlich bis Ende Oktober soll die Photovoltaik-Anlage montiert sein und in Betrieb gehen. Zurzeit läuft die Detailplanung der Ausschreibung des Auftrags.

Die Gemeinde will mit der Anlage auch ihrer Vorbildfunktion in Umweltthemen gerecht werden. Und eben: Der Werkhof wird trotz des zusätzlichen Kredits insgesamt günstiger sein als einst budgetiert.