Knabenschiessen Zürich

Neue Schützenkönigin Neva Menzi: «Ich wurde echt überrumpelt, habe gar nicht damit gerechnet, zu gewinnen»

Neva Menzi ist Schützenkönigin

Neva Menzi ist Schützenkönigin

Zum siebten Mal hat ein Mädchen am meisten ins Schwarze getroffen und zwar bei jedem der fünf Schüsse. Die 15-Jährige aus Zollikon hat als einzige die Maximalpunktzahl von 35 erreicht.

Nach vier Jahren feiert das Knabenschiessen wieder ein Mädchen als beste Schützin am dreitägigen Schiesswettbewerb. Neva Menzi hatte als einzige das Punktemaximum erreicht - und zwar bereits am Sonntagmorgen. Danach folgte ein Bibern, bis am Montag kurz nach 10 Uhr klar war, dass niemand mehr die Jugendliche schlagen konnte.

«Ich wurde echt überrumpelt, habe gar nicht damit gerechnet, zu gewinnen», sagte die 15-Jährige am Mittag im Interview mit dem Regionaljournal Zürich/Schaffhausen von Radio SRF. Es war bereits das dritte Mal, dass sie am Schiesswettbewerb mitgemacht hatte. «Dieses Mal war ich ruhiger und habe mir mehr Zeit gelassen.»

Neva Menzi ist Schützenkönigin 2019

Interview mit Neva Menzi.

Die 15-jährige Neva Menzi aus Zollikon hat am diesjährigen Knabenschiessen die Maximalpunktzahl von 35 Punkten erreicht. Somit wurde sie zur Schützenkönigin gekrönt.

Letzmals Mal konnte das Knabenschiessen vor vier Jahren ein Mädchen als Schützenkönigin feiern. Sieben Mal gewann bis jetzt eine Schützin. Solche sind überhaupt erst seit 1991 am Knabenschiessen zugelassen. In diesem Jahr war die Siegerin bereits vor dem Ausstich bekannt, weil niemand anderes sonst das Punktemaximum erreicht hatte.

Wenig Spannung im Ausstich

Die 15-jährige Gewinnerin erhält neben einer in Gold gefassten Medaille 5000 Franken. Sie werde das Geld sparen und sich vielleicht ein Paar Schuhe leisten, das sie sonst nicht gekauft hätte, sagte sie im Interview. Zusammen mit zehn ausgelosten Teilnehmenden des Knabenschiessens wird sie zudem von der Armee zu einem Flug mit einem Super-Puma-Helikopter eingeladen.

Rangliste, Knabenschiessen 2019

Rangliste, Knabenschiessen 2019

Fünf Knaben und drei Mädchen hatten bis Montagmittag 34 Punkte erreicht. Sie machten dann im - etwas weniger spannenden - Ausstich die Plätze 2 bis 9 des diesjährigen Knabenschiessens unter sich aus. Am Nachmittag liessen sich die besten Schützinnen und Schützen bei einem Umzug feiern.

Am Schiesswettbewerb beim Zürcher Albisgütli können jeweils Mädchen und Knaben im Alter von 13 bis 17 Jahren teilnehmen, die im Kanton Zürich wohnen oder zur Schule gehen. 3502 Jugendliche nahmen in diesem Jahr die Scheibe ins Visier, 1156 davon Mädchen. Auch 30 Jugendliche aus dem Gastkanton Schaffhausen waren dabei.

Ältestes Volksfest der Stadt Zürich

Das Knabenschiessen gilt als ältestes Volksfest in der Stadt Zürich. Seine Wurzeln reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. In Akten aus dem Jahr 1656 ist von einem «Knaben Schiesset» als Abschluss eines mehrwöchigen Drillkurses die Rede.

Der Anlass hielt sich über die Jahrhunderte hinweg an wechselnden Schauplätzen. Seit 1899 wird das Knabenschiessen von der Schützengesellschaft der Stadt Zürich im Albisgütli organisiert. Tausende von Menschen zieht auch jeweils die Chilbi an, die unterhalb des Schützenhauses stattfindet.

Freefall-Tower, Chaospendel und Rössli-Karussell, Zuckerwatte, Schoggibananen und Würste aller Art haben auch in diesem Jahr trotz des durchzogenen Wetters viele Zürcherinnen und Zürcher zum Albisgütli gelockt.

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