Biegt man in Schlieren beim Coop in die Wiesenstrasse ein, fallen sie sofort ins Auge: die rot-weiss verpackten Strassenlampen, sogenannte Kandelaber. Verschiedene Mobilisten hinterliessen graue, weisse und schwarze Striemen, als sie die modernen Strassenlampen touchierten. Doch es blieb nicht nur bei Kratzern: Drei Lampen wurden bereits so stark beschädigt, dass sie von der Stadt entfernt wurden.

Die Kandelaber wurden 2013 aufgestellt. Sie sollten unter anderem die Geschwindigkeit auf der Strasse eindämmen. Deshalb wurden sie nicht neben, sondern am Seitenrand der Strasse aufgestellt. Das ist laut der Schlieremer Tiefbauabteilung ein gängiges Konzept: «Zur Temporeduktion stellt man Möblierung auf die Strasse. Das kann ein Baum, ein Stein oder ein Kandelaber sein», sagt Daniel Dormann, Leiter Tiefbau. Der private Bauherr, dem die angrenzende Liegenschaft gehört, hat sich für die speziell designten Kandelaber entschieden. Diese sollten als Hindernis in der Strasse wahrgenommen werden und die Autos zum Abbremsen bringen.

Bei einem solchen Vorhaben schienen FDP-Gemeinderat John Daniels die Zusammenstösse voraussehbar. In seiner Anfrage an den Stadtrat schreibt er: «Es war ja ziemlich offensichtlich, dass diese Platzierung eine Gefahr für die Kandelaber wird.» Er fragt
den Stadtrat deshalb, weshalb die Lampen in der Strasse platziert wurden und nicht eine Tempo-30-Zone eingeführt worden sei.

«Wurde Anzeige gegen unbekannt erhoben?»

Für die Erneuerung der Kandelaber bewilligte der Stadtrat einen Kredit von 73'800 Franken. Daniels möchte nun auch wissen, ob die Schadensverursacher bekannt seien und sich deren Versicherungen an den Unkosten beteiligten. Falls dies nicht der Fall sei, fragt er nach, ob «Anzeige gegen unbekannt» erhoben worden sei.

Zuletzt fragt Daniels: «Ist ein Konzept oder ein anderweitig gesamtheitlicher Plan für die Wiesenstrasse und deren Beleuchtung sowie für die Strassenführung und das Temporegime vorgesehen?»

Aufgrund Ferienabwesenheit war Daniels nicht für eine Stellungnahme in dieser Zeitung erreichbar.

Rückwärtsfahrende Autos beschädigten die Lampen

Ab dem 19. August sollen während zweier Wochen fünf statt sieben Kandelaber neu installiert werden. Damit die Wiesenstrasse wie bisher ausgeleuchtet wird, werden diese mit LED-Leuchten ausgestattet. Um sie vor Zusammenstössen mit Autos zu schützen, sollen sie zusätzlich mit einem «wirksamen Anfahrschutz» versehen werden. Dies teilt die Stadt Schlieren mit. «Wir planen, einen Radabweiser aus Beton auf der Strasse anzubringen. Dieser verhindert, dass die Autos beim Rückwärtsfahren in die Kandelaber fahren», sagt Dormann. Denn rückwärtsfahrende Autos waren in der Vergangenheit die grösste Gefahr für die Kandelaber. «Vorausfahrende Autos stellten nie ein Problem dar», so Dormann.