Schlierenfest

OK-Präsident ist zufrieden mit dem zehntägigen Anlass – eine Szene hat ihn besonders berührt

Das erste Mal dauerte der Anlass zehn Tage. Doch wie kam das Fest bei den Besuchern an und wie fühlt sich der OK-Präsident Rolf Wild nach dem Schlierefäscht?

Das zehntätige Schlierefäscht ist zu Ende. Sind Sie froh, dass es vorbei ist, oder verspüren Sie Wehmut?

Rolf Wild: Wehmut verspüre ich gar keine. Wir im OK haben über drei Jahre an den Planungen des Festes gearbeitet und sind froh, dass der Anlass so gut über die Bühne gegangen ist. 2011 war das noch anders. Damals bin ich nach dem Fest in ein Loch gefallen und brauchte einige Zeit, bis ich wieder normal funktionierte.

Nach 2011 und 2015 war das diesjährige Schlierefäscht das dritte, das Sie als OK-Präsident mit organisierten. Welches war für Sie das speziellste?

2011 befanden wir uns mit dem Fest noch in der Babyphase. Es war das erste Mal, dass der Anlass zehn Tage dauerte. Wir wussten nicht, wie das bei den Besuchern ankommt. 2015 waren wir dann in der Pubertät und haben dies und das noch ausprobiert. In diesem Jahr sind wir erwachsen geworden. Ich konnte das Fest auch mehr geniessen als noch 2011.

Inwiefern?

Ich habe dieses Jahr einzelne Konzerte vom Anfang bis zum Schluss verfolgt. Das war vor acht Jahren noch anders. Damals hatte ich das Gefühl, ich müsse überall sein.

Haben Sie ein persönliches Highlight in diesem Jahr?

Das ist schwierig zu beantworten. Das Wasserspiel ist sicher eine Besonderheit. An jedem Fest gibt es Festbeizen, aber nur am Schlierefäscht gibt es ein Wasserspiel. Aber auch die Konzerte waren Höhepunkte. Wir hatten dieses Mal ja viele Tributebands. Den Besuchern hat das gefallen.

Die Konzerte waren jeden Tag gut besucht.

Ja, das Line-up ist angekommen. Ich denke, es ist uns gelungen für jeden Geschmack etwas anzubieten. Als die Bee-Gees-Tributeband am ersten Sonntagabend spielte und es zu regnen begann, haben die Leute ihre Schirme aufgespannt und einfach weiter gefeiert. Das hat mich berührt.

Sie ziehen also ein durchweg positives Fazit.

Absolut. Wir wurden von den Besuchern am Fest direkt angesprochen, haben aber auch viele Zusendungen per Mail erhalten. 99 Prozent der Reaktionen waren positiv. Auch Wildfremde haben sich bei uns für den gelungenen Anlass bedankt. Von den Gastronomen haben wir ebenfalls nur positive Reaktionen erhalten. Das freut uns natürlich. Das ist unser Lohn. Wie Künstler leben auch wir vom Applaus. Kommt hinzu, dass wir Wetterglück hatten. Auch den letzten, verregneten Tag haben wir anständig über die Bühne gebracht. Das ist vielleicht der einzige Wermutstropfen. The Beatbox, die Beatles-Tribute-band war grossartig und hätte besseres Wetter verdient gehabt.

Parallel zum Wetter war auch die Stimmung gut. Das Fest scheint friedlich verlaufen zu sein?

Uns sind jedenfalls keine Zwischenfälle wie Schlägereien bekannt. Auch die Polizei zieht diesbezüglich ein positives Fazit. Genau wie das Wetter kann man auch das Verhalten der Besucher nicht beeinflussen. Deshalb sind wir froh, dass nichts passiert ist.

Wieso funktioniert das am Schlierefäscht so gut?

Das hat sicher damit zu tun, dass ein Grossteil der Besucher aus dem Limmattal ist. Man kennt sich. Deshalb ist auch die soziale Kontrolle hoch.

Wissen Sie, wie viele Besucher am Fest waren?

Nein. Wir haben im Vorfeld mit rund 100 000 gerechnet. Ich denke, dass wir diese Zahl auch erreicht haben.

In diesem Jahr hat man am Schlierefäscht erstmals auf Depotgeschirr gesetzt. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Neuerung?

Es hat gut funktioniert. Bei den Besuchern und den Gastronomen ist es angekommen. Zahlen liegen mir zwar keine vor, aber gemäss Rückmeldung der Abfuhr hatte es in diesem Jahr massiv weniger Müll als noch vor vier Jahren. Während des Festes hat man kaum einen Fetzen Papier auf dem Boden liegen sehen. Ich glaube, das wird die Zukunft sein, nicht nur am Schlierefäscht. Früher oder später wird die Politik Festveranstaltern vorschreiben, dass sie nur noch Depotgeschirr verwenden dürfen.

Apropos Zukunft. Viele Leute interessiert es, wann das nächste Schlierefäscht stattfindet.

Das ist die am häufigsten gestellte Frage. Ich weiss es nicht. Wir haben diese Woche nochmals eine OK-Sitzung, an der wir das Fest Revue passieren lassen. Danach müssen wir das ganze auch sacken lassen. Wir im OK werden auch nicht mehr jünger. Es hängt auch davon ab, was die Stadt künftig will.

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