Coronavirus

Polizei musste Raststätte sperren: Mehr als 300 Personen gleichzeitig beim «Fressbalken» Würenlos

Der Rastplatz musste für rund 45 Minuten geschlossen werden.

Der Rastplatz musste für rund 45 Minuten geschlossen werden.

Kurz nach 22 Uhr in der Nacht auf Sonntag hat eine Privat­person die Polizei alarmiert: Bei der Autobahnraststätte Würenlos, dem «Fressbalken», würden sich viel zu viele Leute aufhalten.

Als die Patrouille der Kantonspolizei Aargau eintraf, standen die Menschen «wie vor einem Skilift» vor dem dortigen Tankstellenshop an, der dem Ansturm gar nicht mehr gewachsen war. Das steht laut Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei, so im Protokoll.

Über 300 Personen seien es gewesen, auf engem Raum. In Zeiten von ­Corona ist das ein No-Go. Die Polizei sprach anfänglich noch Verwarnungen, Wegweisungen und Bussen aus, aber weil immer mehr Leute auf den Rastplatz strömten, musste dieser gegen Mitternacht sogar für rund 45 Minuten geschlossen und geräumt werden.

Tuning-Szene, Lastwagen und sonstige Kundschaft

Was war da los? Hat es eines der organisierten Treffen der Tuning-Szene gegeben, wie sie auf diesem Rastplatz öfter vorkommen? «Natürlich haben sich einige Personen eingefunden, die ihre leistungsstarken Autos vorzeigen wollten», sagt Pfister. «Aber es hatte auch Lastwagenchauffeure, die dort Rast machten, oder sonstige Kunden von Tankstelle und Shop. Kumuliert waren es dann einfach viel zu viele.» Für die kommenden Ostertage und Wochenenden prüfe man nun Lösungen mit dem Eigentümer der Anlage, etwa Teilsperrungen der Parkplätze.

Die Raststätte Würenlos sei nicht der einzige Ort gewesen, an dem es am Wochenende zu unerwünschten Personenansammlungen kam. Laut Pfister habe man das auch auf Park­plätzen von Grossverteilern beobachten können. Auch hier wären die Eigentümer in der Pflicht.

«Einige Wegweisungen»

Die Kantonspolizei und die Regionalpolizeien haben über das Wochenende bei mehreren hundert Personenkontakten im öffentlichen Raum «sehr viele Verwarnungen und einige Wegweisungen ausgesprochen», schreibt die Kantonspolizei Aargau. «Zudem mussten leider bei klaren Verstössen durch vornehmlich jugendliche Gruppierungen auch mehrere Dutzend Ordnungsbussen ausgestellt werden.» Und: «Bei Kontrollen von Gewerbebetrieben und Verkaufsgeschäften mussten mehrere Verwarnungen und einzelne Verzeigungen vorgenommen werden.»

Laut Roland Pfister seien die meisten Leute einsichtig ge­wesen, weshalb es dann auch le­diglich bei Verwarnungen blieb. «Unsere Patrouillen gehen mit Augenmass vor», sagt er. Es seien überdies sehr viele Meldungen von Privatpersonen eingegangen, die etwas Ungesetzliches beobachtet hätten. «Wir priorisieren diese Hinweise, versuchen aber, so vielen wie möglich nachzugehen.»

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