Dietikon

26 Ja zu 5 Nein: Der Gemeinderat sagt Ja zu den Millionen für die Zehntenscheune

«Wir glauben, dass die Dietiker Bevölkerung diese Scheune lieben wird», sagte der Dietiker Stadtrat Anton Kiwic.

«Wir glauben, dass die Dietiker Bevölkerung diese Scheune lieben wird», sagte der Dietiker Stadtrat Anton Kiwic.

Der Dietiker Gemeinderat will die rund 400 Jahre alte Zehntenscheune beim Kronenplatz sanieren und umzubauen – für 4,8 Millionen Franken.

Am Schluss kamen nur fünf Nein-Stimmen zusammen: vier aus der FDP und eine aus der SVP. Den fünf Nein-Stimmen standen 26 Ja-Stimmen gegenüber. So deutlich sagt der Dietiker Gemeinderat also Ja zur Sanierung und zum Umbau der Zehntenscheune am Kronenplatz, deren Ursprünge bis in die Zeit um 1600 zurückgehen.

Das Projekt kostet 4,8 Millionen Franken und soll Dietikon auch zu mehr Kulturraum verhelfen. Als Haus der Bevölkerung soll die Zehntenscheune mittels flexibler Infrastruktur ein breites Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten bieten. ­Mitunter sollen Vereine, Parteien und Private von diesem ­neuen kulturellen Leuchtturm profitieren.

Das Ja des Gemeinderats war insbesondere dank einer Überarbeitung des Projekts möglich. Noch vor einem Jahr ging man von Kosten in der Höhe von 5,9 Millionen Franken aus – eine zu hohe Zahl, fanden viele, deshalb wurde eine abgespeckte Variante ausgearbeitet.

«Es ist wichtig, die Scheune leben zu lassen»

Für diese Bemühungen gab es nun Lob vom Parlament. Es sei gut, auf eine Unterkellerung zu verzichten, sagte beispielsweise Eveline Heiniger (SVP). Zwar seien die Kosten auch jetzt noch als hoch zu werten. «Aber eine Sanierungsvariante ohne neue Nutzung der Zehntenscheune würde auch rund 1,3 Millionen Franken kosten», so Heiniger. Eine solche reine Sanierung würde aber keinen Sinn machen, so Heiniger. Manuela Ehmann (EVP) sagte in ihrem Votum, dass ihr das Projekt sehr gefalle, dass sie sich aber auch gefragt habe, ob Dietikon diesen zusätzlichen Raum brauche. Sie hat ihre Antwort gefunden: «Es ist wichtig, ein historisches Objekt leben zu lassen», sagte ­Ehmann. Für Sven Johannsen (GLP) ist das Projekt «ein kleiner Luxus, aber gut». Namens der Grünen sprach sich Beat Hess für das Projekt aus: «Dietikon kann sich das leisten, ­etwas für die Kultur zu machen.» Beda Felber (CVP) sagte: «Das Stadtzentrum hat sein Kronjuwel verdient.» Ebenso überzeugt zeigte sich Ernst Joss (AL): «Das Projekt wird Dietikon beleben und bereichern.» Auch Stadtrat Anton Kiwic (SP) meldete sich zu Wort: «Wir glauben, dass die Dietiker Bevölkerung diese Scheune lieben wird. Es wird eine Liebe fürs Leben.» Nur die Herzen der FDP konnte das Projekt nicht so recht erwärmen. «Wir glauben, dass die wiederkehrenden Kosten dieses Projekts zur Belastung werden. Wir glauben, dass die Zehntenscheune zur Hypothek wird», sagte Michael Segrada. Die FDP hätte lieber ein neues Projekt.

Nach dem deutlichen Ja des Gemeinderats entscheidet als nächstes das Stimmvolk über das ­Projekt. Geplant ist, die erneuerte Zehntenscheune 2023 zu eröffnen.

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