Dietikon
36,1 Millionen Franken: Doppelspur-Ausbau der Bremgarten-Dietikon-Bahn wird konkret

Die Bremgarten-Dietikon-Bahn hat ihre Pläne zum Ausbau auf zwei Gleise in Dietikon erstmals vorgestellt. Die Haltestellen Bergfrieden und Schöneggstrasse sollen neu als Perrons in der Strassenmitte gestaltet werden.

David Egger
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BDB-Doppelspur-Ausbau
36 Bilder
Beginnen wir die Fahrt stadteinwärts auf der Bernstrasse. In deren Kurve (dort, wo im Bild das Auto ist) wird der Ausbau auf Doppelspur beginnen. Bis zur Kurve fährt die Bahn auch künftig einspurig.
Das Trassee mit zwei Gleisen wird wie das heute einspurige Trassee links der Strasse verlaufen. Auch Wald wird dem Doppelspur-Ausbau weichen müssen. Rechts beim Holzgeländer befindet sich der Tobelbach...
...dessen unterirdischer Bachdurchlass wird im Rahmen des Doppelspur-Ausbau-Projekts erneuert.
Weiter geht es Richtung Kreuzung von Bern- und Bremgartnerstrasse...
...wo ebenfalls ein Bachdurchlass erneuert wird: jener des Stoffelbachs. Doch es passiert an dieser Kreuzung noch etwas viel augenscheinlicheres...
...die Bahn wird hier künftig die Bremgartnerstrasse nicht mehr überqueren, sondern westlich auf der Waldseite verbleiben.
Stadteinwärts geschaut: Heute befindet sich das einspurige Trassee rechts der Strasse. Das neue Doppelspur-Trasse kommt links der Strasse zu liegen.
Dem neuen Doppelspur-Trassee wird auch dieser Parkplatz teilwese weichen müssen (stadtauswärts fotografiert).
Kurz nach dem gezeigten Parkplatz wird dann die Haltestelle Stoffelbach links der Strasse beginnen. Sie besteht aus einem linken Perron, zwei Gleisen und einem rechten Perron. Rechts davon befindet sich dann die Strasse. Die heutigen Gleise rechts der Strasse werden aufgehoben.
Die Haltestelle wird 106 Meter lang sein, damit die Bahn künftig in Dreifach- statt wie heute Zweifachtraktion verkehren kann. Der Haltestellenbereich endet bei der hier links zu sehenden Seitenstrasse (wo sich das Wahlplakat befindet). Sie ist damit auf einer etwas anderen Höhe als die heutige Haltestelle (rechts im Bild). Nach der Haltestelle Stoffelbach wechseln die beiden Gleise mitten auf die Strasse. Damit die Züge diesen Wechsel vom eigenen Trassee auf das Strassentrassee problemlos schaffen, werden Lichtsignalanlagen installiert, die die Autos anhalten.
Mit dem Umbau der Bremgartnerstrasse gehören dann solche Bilder der Vergangenheit an: Künftig fahren die Anwohner nicht mehr von den Seitenstrassen über das Bahntrassee auf das Strassentrassee – sondern direkt auf die Strasse, auf der sich dann auch die Gleise befinden.
Weiter geht es Richtung Zentrum Dietikon, vorbei am bekannten Restaurant Honeret...
...bis zur Bergfriedenstrasse (hier stadtauswärts fotografiert). Auf dieser Höhe wird das Perron der Haltestelle Bergfrieden beginnen. Dieses Perron kommt in der Strassenmitte zu liegen...
...es wird ebenfalls 106 Meter lang sein...
...und soll dann kurz unterhalb der Josefstrasse enden (hier im Bild stadtauswärts fotografiert).
Dann geht es weiter talwärts, vorbei an der berühmten Kaffeerösterei Ferrari (hier stadtauswärts fotografiert)...
...und vorbei an der beliebten Freizeitanlage Chrüzacker (rechts im Bild)...
...bis zur Kreuzung von Guggenbühl-, Windegg- und Bremgartnerstrasse (hier stadtauswärts fotografiert), die in einen Kreisel umgebaut werden soll.
An dieser Kreuzung ist es auch schon zu Kollisionen gekommen.
Zu den Pendlerzeiten gibt es an der Kreuzung ein grosses Verkehrsaufkommen...
...das auch mit der Windeggstrasse zu tun hat (hier Richtung Westen fotografiert), von wo viele Autos auf die Bremgartnerstrasse einbiegen. Die Windeggstrasse kommt von der Kreuzung beim Restaurant Ochsen her. Auch diese steht übrigens vor einem Umbau...
...wie vom Zürcher Amt für Verkehr zu erfahren ist, soll auch die Ochsen-Kreuzung (im Bild) in einen Kreisel umgebaut werden.
Aber zurück stadteinwärts auf die Bremgartnerstrasse: Die neue Haltestelle Schöneggstrasse wird direkt vor dem grossen Alters- und Pflegeheim Ruggacker zu liegen kommen. Auch diese Haltestelle wird neu als 106 Meter langes Perron in der Strassenmitte gestaltet.
Das neue Perron in der Strassenmitte, mit je einem Gleis auf jeder Seite, wird hier weitergehen...
....und wird bei der heutigen Haltestelle Schöneggstrasse enden...
...die hier rechts im Bild zu sehen ist.
Danach mündet von rechts die Schöneggstrasse in die Bremgartner-Strasse ein. Auch dies ist ein Unfall-Hotspot.
Gleich danach, wo die Oberdorfstrasse in die Bremgartnerstrasse mündet (im Hintergrund das Dietiker Stadthaus), endet das Doppelspur-Ausbau-Projekt der Bremgarten-Dietikon-Bahn, aber nicht der Doppelspur-Ausbau an und für sich...
...denn ab hier bis zum Bahnhof Dietikon ist der Doppelspur-Ausbau Teil der Plangenehmigung der Limmattalbahn, ist also bereits bewilligt. Der bisher gezeigte Teil braucht aber eine eigene Plangenehmigung. Das Gesuch soll 2018 eingereicht werden.
Danach geht es weiter über die Kreuzung von Bremgartner- und Zürcherstrasse und über den Dietiker Kirchplatz, wo sich Bremgarten-Dietikon-Bahn und Limmattalbahn in einem kurzen Abschnitt die Gleise teilen werden.
Weiter gehts dann zur Endhaltestelle Bahnhof Dietikon...
...die sich ab 2022, nach dem Bau der zweiten Bauetappe der Limmattalbahn, wie folgt präsentieren wird (Visualisierung).
Allerdings gibt es bekanntlich auch noch die politische Dimension: Eine Initiative verlangt eine zweite Abstimmung über die zweite Bauetappe der Limmattalbahn von Schlieren nach Killwangen-Spreitenbach. Im Juli hat der Dietiker Bernhard Schmidt, Präsident des Initiativkomitees, die Unterschriften an Jacqueline Romer überreicht, der Generalsekretärin der Zürcher Direktion der Justiz und des Innern.
Die erste Bauetappe zwischen Zürich Farbhof und Schlieren Zentrum hat derweil bereits begonnen: Hier ist Bundespräsidentin Doris Leuthard beim Spatenstich Ende August zu sehen.
Übrigens: Die Haltestelle Reppischhof ausgangs Dietikon ist vom Doppelspur-Ausbau der Bremgarten-Dietikon-Bahn nicht betroffen. Sie hat bereits heute zwei Gleise und Ihr Perron ist bereits heute genug lang für Züge in Dreifachtraktion. Letzeres gilt übrigens auch für die Haltestellen Rudolfstetten, Rudolfstetten Hofacker und Berikon-Widen.

BDB-Doppelspur-Ausbau

David Egger

Die Ausgangslage: Am 1. Mai 1902 wurde die ab 1895 geplante Zugstrecke zwischen Bremgarten und Dietikon eröffnet. Nun, rund 115 Jahre später, wird wiederum an einem grossen Schritt für die Bremgarten-Dietikon-Bahn (BDB) geplant: Der Streckenteil innerhalb der Stadt Dietikon soll auf Doppelspur ausgebaut werden – insbesondere der Verkehrssicherheit, dem Verkehrsfluss und dem Fahrplan zuliebe. Mithin werden die befahrbaren Strassenspuren breiter, was auch Velofahrern zugutekommt. Heute bleiben die Züge zum Beispiel bei der Haltestelle Stoffelbach immer wieder länger als nötig stehen, weil sie die Gegenzüge abwarten müssen, bevor sie die eingleisigen Abschnitte befahren können.

Gleichzeitig wird die BDB innerhalb der Stadt Dietikon endgültig zur Strassenbahn. Der Ausbau beinhaltet auch 106 Meter lange behindertengerechte Perrons in der Strassenmitte, sodass die Bahn neu mit längeren Zügen (Dreifachtraktion) verkehren kann. Heute ist die BDB maximal in Zweifachtraktion unterwegs.

Wie der Doppelspur-Ausbau auf Stadtgebiet geplant ist, konnten Laien bisher nur werweissen. Das ist jetzt anders: Die Bahnbetreiberin BDWM Transport AG hat ihre Pläne gestern erstmals öffentlich vorgestellt – zusammen mit dem Tiefbauamt des Kantons Zürich. Die Limmattaler Zeitung stellt das Projekt in vier Punkten vor.

Die grössten Änderungen:

Der neue Doppelspur-Bereich beginnt gleich nach der langgezogenen Kurve der Bernstrasse (siehe Grafik rechts), hier noch auf eigenem Trassee zwischen Strasse und Wald. Auf diesem Streckenteil wird auch der unterirdische Tobelbach-Durchlass erneuert. Das Konzept wurde vom Zürcher Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) bereits bewilligt.

Bei der Kreuzung von Bremgartner- und Bernstrasse bleiben die Gleise im Gegensatz zu heute westlich der Strasse, sodass die Bahn nicht mehr über die Kreuzung fährt – und diese nicht mehr blockiert. Ebenfalls noch abseits der Strasse befindet sich die neue Haltestelle Stoffelbach. Auch der Bachdurchlass Stoffelbach wird erneuert, das Konzept dazu ist schon bewilligt.

Gleich nach der Haltestelle Stoffelbach wechseln die beiden neuen Gleise auf die Strassenmitte. Damit das reibungslos klappt, wird der Verkehr hier neu mit Lichtsignalanlagen geregelt. Nach dem Wechsel auf die Strassenmitte fahren die Bahnführer grundsätzlich auf Sicht – so wie Tramführer in der Stadt Zürich. Die Strassensituation präsentiert sich dann wie folgt: östlich ein 2,35 Meter breites Trottoir, mittig das 7,5 Meter breite Kombitrassee für Bahn und restlichen Verkehr und schliesslich westlich ein 1,5-Meter-Radstreifen und ein 2-Meter-Trottoir. Auf dem Rest der Strecke sind die Zahlen etwa gleich, zum Teil sind die Trottoirs breiter.

Bei der Haltestelle Bergfrieden zeigen sich folgende Zahlen: östlich ein 2-Meter-Trottoir, dann ein 4-Meter-Kombitrassee, das 3 Meter breite Perron, ein 3,6-Meter-Kombitrassee, der 1,5-Meter-Radstreifen und wieder ein 2-Meter-Trottoir. Beim neuen Haltestellen-Perron Schöneggstrasse sind die Masse ähnlich.

Zwischen den Haltestellen Bergfrieden und Stoffelbach befindet sich die Kreuzung von Guggenbühl-, Windegg- und Bremgartnerstrasse, die durch einen Kreisel mit Rotlicht ersetzt wird, über den die Bahn fahren wird.

Die übersichtliche Grafik zum Doppelspurausbau: Klicken Sie darauf, um im Vollbildmodus alle Details der Grafik anzuschauen.

Die übersichtliche Grafik zum Doppelspurausbau: Klicken Sie darauf, um im Vollbildmodus alle Details der Grafik anzuschauen.

Limmattaler Zeitung

Nach der Einmündung der Schönegg- in die Bremgartnerstrasse fährt die Bahn weiter auf Doppelspur über die Kirchplatz-Kreuzung bis zum Bahnhof Dietikon. Dieser Abschnitt gehört aber nicht zum Doppelspur-Ausbau der BDB, sondern ist Teil der Plangenehmigung der Limmattalbahn. Er wird gleichzeitig mit der Limmattalbahn gebaut.

Von beiden Projekten nicht betroffen ist die Haltestelle Reppischhof ausgangs Dietikon. Die dortige Haltestelle hat schon zwei Gleise und ist genug lang für Züge in Dreifachtraktion – Letzteres gilt übrigens auch für die Haltestellen Rudolfstetten, Rudolfstetten Hofacker und Berikon-Widen.

Die wichtigsten Termine:

Nach Abschluss des Vorprojekts soll das Bau- und Auflageprojekt bis Mitte 2018 fertig sein, woraufhin dann das voraussichtlich zweijährige Plangenehmigungsverfahren beginnt. In der ersten Jahreshälfte 2020 sollen dann die Bau- und Ingenieuraufträge ausgeschrieben werden, sodass voraussichtlich Ende 2021 das Ausführungsprojekt vorliegt. Die Bauarbeiten starten voraussichtlich 2022, damit die Doppelspur 2024 in Betrieb genommen werden kann.

Die Finanzierung:

Total werden die Arbeiten voraussichtlich 36,1 Millionen Franken beanspruchen. Die Strassenarbeiten belaufen sich auf 16,9 Millionen Franken, wovon der Kanton Zürich 11,7 Millionen und der Bund 5,2 Millionen Franken zahlen soll. Die Schienenarbeiten schlagen mit 18,6 Millionen Franken zu Buche, wovon der Kanton Aargau 10,3 Millionen, der Bund 5,7 Millionen und der Kanton Zürich 2,6 Millionen zahlen sollen.

Die Stadt Dietikon wird auch etwas investieren, aber nicht für das Bahnprojekt: Sie wird Werkleitungen sanieren, da die Strasse sowieso aufgerissen wird. Diese werden mit 600 000 Franken zu Buche schlagen. Die erwähnten Bundesgelder kommen daher, dass der Doppelspur-Ausbau zur zweiten Generation des Agglomerationsprogramms des Bundes gehört. Die Gelder dafür haben National- und Ständerat bereits im September 2014 freigegeben. Die Kantonsgelder werden der Aargauer Grosse Rat und der Zürcher Kantonsrat voraussichtlich 2019 bewilligen. Der hohe Aargauer Anteil am Schienenbau ergibt sich durch einen Staatsvertrag, der besagt, dass bei allen Investitionen auf der Strecke Wohlen–Bremgarten–Dietikon der Kanton Zürich 20 Prozent und der Aargau 80 Prozent der Kosten übernimmt – dies nach Abzug der Bundesbeiträge.

Die weitere Zukunft:

Die BDWM Transport AG, die die Bremgarten-Dietikon-Bahn, zahlreiche Buslinien im Limmattal und ab 2022 auch die Limmattalbahn betreibt, hat weitere Visionen, die der Doppelspur-Ausbau ermöglicht. So ist ein Shuttle-Betrieb zwischen den Bahnhöfen Dietikon und Berikon-Widen geplant, der die Strecke zu den Hauptverkehrszeiten entlasten wird und in ferner Zukunft ganztägig betrieben werden könnte. So würde sich dann der heutige werktägliche 15-Minuten-Takt von 6 bis 21 Uhr zwischen Berikon und Dietikon auf 7,5 Minuten verdichten. In einem Visionspapier aus dem Jahr 2013 hielt die BDWM zudem die Idee fest, die Marken Limmattalbahn und Limmat-Bus dereinst unter einer Marke zu vereinen, so etwa als Verkehrsbetriebe Limmattal (VBL). Mehr als eine unverbindliche Papieridee ist das aber noch nicht.

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