Urdorf

Am Infoabend «Gymi oder Lehre» wurden Fragen zum Thema Berufswahl geklärt

An der von Christine Viljehr (links) moderierten Podiumsdiskussion klärten Joel Sennhauser, Coralie Vollenweider, Nicole Schibli und Markus Eggler Fragen zum Thema Berufswahl.

Am Montagabend fand in der Mensa der Kantonsschule Limmattal die Veranstaltung «Gymi oder Lehre» statt. Unter anderem erklärte der Berufsberater Markus Eggler den anwesenden Eltern, Schülerinnen und Schülern das Schweizer Bildungssystem.

Mit einem Referat zeigte Markus Eggler am Montag auf, dass man auf jedem Ausbildungsweg viel erreichen kann. Für Unentschlossene hatte Eggler, der als Berufs-, Studien- und Laufbahnberater beim Urdorfer Berufsinformationszentrum tätig ist, einen Tipp bereit: «Man soll sich Ziele setzen und aufs Herz hören.» Und dieser Rat wurde beim Anlass «Gymi oder Lehre» in der Mensa der Kantonsschule Limmattal häufig gegeben.

Nach dem Referat folgte eine Podiumsdiskussion, bei der der Berufsberater zusammen mit Joel Sennhauser, Coralie Vollenweider und Nicole Schibli Fragen zur Berufswahl klärte. Die Moderation übernahm Christine Viljehr, Präsidentin des Berufsbildungsforums des Bezirks Dietikon und Organisatorin des Anlasses.

Zwischen Lehre, Gymi und Fachmittelschule

Jeder der Diskussionsteilnehmer vertrat einen anderen Ausbildungsweg: Joel Sennhauser absolviert zurzeit eine Lehre, Coralie Vollenweider ist Gymnasiastin und Nicole Schibli hat sowohl eine akademische Ausbildung als auch eine höhere Berufsbildung abgeschlossen.
Der Infoabend, der jeweils im Herbst stattfindet, richtet sich sowohl an Eltern als auch an Schülerinnen und Schüler. «Dieser Anlass hat Tradition. Es ist bereits das achte Mal, dass wir ihn durchführen», sagt Viljehr. Es gehe darum, die verschiedenen Möglichkeiten aufzuzeigen, welche der Nachwuchs in der Berufswelt hat.

In seinem Referat gab Eggler einen Überblick über das Schweizer Bildungssystem. Das hilft insbesondere Eltern, die mit einem anderen Schulsystem vertraut sind. Dabei erläuterte er die Vorteile der Lehre und des Gymnasiums. «Am Gymnasium eignen sich die Schülerinnen und Schüler Lernstrategien an und sie lernen, wissenschaftlich zu arbeiten», erklärte er. Die Lehre sei hingegen ein praxisorientierter Einstieg in die Arbeitswelt. Dazwischen gebe es noch weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel Fachmittelschulen.

Wie viel Einfluss sollten die Eltern nehmen?

«Mein Sohn tickt ähnlich wie Herr Sennhauser. Soll er auch eine Lehre absolvieren?», fragte eine Mutter bei der Podiumsdiskussion. «Lassen Sie Ihren Sohn entscheiden», antwortete der Lehrling. Bezüglich der Wahl des Berufs riet er dazu, in vielen Betrieben schnuppern zu gehen: «Mir hat es viel gebracht, die unterschiedlichen Berufe hautnah zu erleben.»

Auch die Rolle der Eltern wurde oft thematisiert. Sollen sie aktiv eingreifen oder dem Kind die Wahl lassen? Eggler betonte, es sei wichtig, dass die Eltern sich für die Berufswahl ihrer Kinder interessieren.

Sennhauser und Schibli, die sich beide für eine Lehre mit Berufsmaturität entschieden haben, begründeten ihren Entscheid damit, dass sie arbeiten wollten, aber gleichzeitig nach einer schulischen Herausforderung suchten. «Meine Lehrer wollten, dass ich ans Gymi gehe, doch ich wollte lieber arbeiten», sagte Schibli.

Die Diskussion zeigte auf, dass die Berufswahl eine individuelle Entscheidung ist. «Mir war oft langweilig in der Primarschule», sagte Vollenweider. Deshalb entschied sie sich dazu, nach der sechsten Klasse das Langzeitgymnasium zu beginnen. «Und falls man unschlüssig ist, wird einem im Berufsinformationszentrum professionell geholfen», so Eggler.

Autor

Manuel Reisinger

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