Pandemie

Badis warten auf die Hitze: Deshalb steht für Limmattaler Freibäder trotz weniger Besucher mehr Arbeit an

Trostlos sah es im Mai im Dietiker Fondli aus: Seit Juni ist die Badi nach dem Lockdown wieder offen.

Trostlos sah es im Mai im Dietiker Fondli aus: Seit Juni ist die Badi nach dem Lockdown wieder offen.

Nach der Coronazwangspause sind die Besucher nur langsam in die Limmattaler Freibäder zurückgekehrt. Auch wenn die Badis weniger besucht sind, fällt aufgrund des einzuhaltenden Schutzkonzeptes mehr Arbeit an.

Der Start in die Badi-Saison lief nicht wie gewünscht. Wegen des Coronalockdowns konnten die meisten Schwimmbäder im Limmattal den Betrieb dieses Jahr erst Anfang Juni wieder aufnehmen. Sie litten dann unter den tieferen Temperaturen und den strengen Auflagen wie etwa den Besucherbeschränkungen und den Abstandsregeln. Trotz der Lockerungen Ende Juni könnte der Betrieb in vielen Badis noch besser laufen, wie eine Umfrage zeigt.

Aufgrund der coronabedingten Massnahmen verzeichnete die Badi Im Moos in Schlieren gut 70 Prozent weniger Gäste als sonst in den Monaten Mai und Juni, wie André Thoma, Leiter des Sekretariats Werke, Versorgung und Anlagen, erklärt. Das Bad öffnete am 18. Mai als erstes in der Region. Im Juli konnte es bis jetzt höhere Besucherzahlen an Schönwettertagen verzeichnen. Der maximal erlaubte Wert von 500 Gästen wurde allerdings bis jetzt nicht erreicht.

Im Schwimmbad Geren in Birmensdorf sind die Besucherzahlen im Juli vergleichsweise hoch. Eine Veränderung hat Daniela Suppiger, Abteilungsleiterin Sicherheit und Gesundheit, bei der Besucherstruktur festgestellt: Es kämen mehr Jugendliche und Kinder in das Schwimmbad, die Erwachsenen blieben eher vorsichtig.

Im Freibad Weihermatt in Urdorf werden hingegen bedeutend weniger Gäste verzeichnet als in den Vorjahren. Für Thomas Bollinger, Bereichsleiter Liegenschaften und Sportbetriebe der Gemeinde Urdorf, liegt der Grund dafür nicht allein bei der Coronapandemie. «Die Besucherzahlen sind stark vom Wetter abhängig und wir hatten in den letzten Tagen nur wenige wirkliche Hitzetage zu verzeichnen», so Bollinger. An einigen Tagen wurde die Obergrenze von 1500 Personen trotzdem beinahe erreicht.

In Oberengstringen, im Freibad Zwischen den Hölzern, sind die Besucherzahlen nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Ste­fanie Süess vom Sportamt der Stadt Zürich sieht den Grund sowohl bei den ausbleibenden Hitzetagen als auch bei der späteren Öffnung am 6. Juni. Bis jetzt konnte nur gut die Hälfte der Eintritte vom letzten Jahr im selben Zeitraum verzeichnet werden. Michael Weber, Leiter Sicherheits- und Gesundheitsabteilung der Stadt Dietikon, empfindet die spätere Öffnung ebenfalls als Einschnitt. So könnten natürlich nicht dieselben Zahlen erreichet werden wie im Vorjahr. Die Angst vor einer Coronaansteckung habe das Freibad Fondli auch bei schönem Wetter zu spüren bekommen – die Gäste blieben aus. «Wir sind gespannt, wie sich die Ferienzeit nun auf die Besucherzahlen auswirkt, da viele zu Hause bleiben, weil sie nicht in die Ferne schweifen können.»

Mehr Arbeit für weniger Besucher

Obwohl die Badis an den meisten Tagen nicht viele Gäste haben, muss dem Schutzkonzept Folge geleistet werden. Im Freibad Weihermatt fiel darum einiges an Mehrarbeit an. Wegen des Schutzkonzepts wird mehr Personal benötigt, weshalb das Hallenbad in der Sommerbadesaison geschlossen bleibt. Nur selten müsse das Personal Gäste auf die geltenden Sicherheitsbestimmungen hinweisen, sagt Bollinger. «Die meisten Besucherinnen und Besucher sind sensibilisiert und halten sich an die neuen Regeln.»

Im Restaurant der Badi Im Moos macht Thoma andere Erfahrungen. «Das Personal muss die Gäste regelmässig bitten, die Abstände einzuhalten», bedauert er. Thoma wünscht sich, dass die Gäste diese von sich aus einhielten. Im Fondli sorgt die Besucherbeschränkung beim Hallenbad laut Weber oft für Unverständnis.

Bei den Badis in Birmensdorf, Urdorf und Dietikon kann online die aktuelle Anzahl freie Plätze aufgerufen werden. Laut Suppiger schätzen die Gäste diese Möglichkeit. «Die Begrenzung der Besucherzahl auf 1000 Personen wird von beiden Seiten als angenehm wahrgenommen», so Suppiger weiter. Im Freibad Zwischen den Hölzern kann man sich ebenfalls über das Besucheraufkommen in der Badi informieren. Hier besteht allerdings keine Besucherbeschränkung. «Die Betriebsleitung kann jedoch ein Zutrittsstopp verhängen, wenn die Abstandsregel von 1,5 Meter von den Gästen nicht mehr eingehalten werden kann», erklärt Süess. In der Regel hielten sich die Badegäste an die geltenden Vorschriften.

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