Dietikon

Das Gleis21 im Bann der Bewegungskunst: «dance me to the ball» überzeugt

Mit «dance me to the ball» präsentiert die Dietikerin Jeanine Ebnöther ihr erstes abendfüllendes Solostück und begeistert damit die Zuschauerschaft des Gleis21.

Die Dietikerin Jeanine Ebnöther Trott präsentiert ihr erstes abendfüllendes Solostück im «Gleis 21». In einem schwarzen Gewand schreitet Jeanine Ebnöther Trott auf die Bühne. Ruhige Musik begleitet die Bewegungskünstlerin. Sie beginnt mit einer Kugel zu jonglieren, als wäre diese ein erweitertes Körperteil. Dann zieht sie an einer Schnur und die Entdeckungsreise nimmt ihren Anfang. «Es ist ein sehr persönliches Stück und zeigt vieles, das ich kann und mich berührt.» So beschreibt die Dietikerin ihr erstes abendfüllendes Solostück «Dance me to the ball». Darin zeigt sie auch ihre Spezialität: Die Kontaktjonglage. Der auf Mass angefertigte Ball rollt dabei über verschiedene Körperteile.

 
Mit ihrer Kunst will Ebnöther Trott das Publikum verzaubern: «Die Zuschauer sollen im Moment verweilen können.» Über 50 Personen haben am Donnerstagabend ihren Weg ins Kulturhaus Gleis 21 am Bahnhof Dietikon gefunden. Adrian Soller aus Winterthur gefällt besonders die Balancefähigkeit der Künstlerin: «Das Stück ist sehr facettenreich und Ebnöther Trott zeigt ein grosses Bewegungsspektrum.»

Ein Team von 20 Mitarbeitenden


Eine Leiter kippt, eine Papierwand reisst, ein Seiltänzer verschwindet in einer Box. Im Stück verblüfft Ebnöther Trott mit der Präzision des Unerwarteten. Ein Jahr lang dauerten die Vorbereitungen für ihr erstes Solostück. Dabei wurde sie von 20 Mitarbeitenden unterstützt. «In unsicheren Phasen dran zu bleiben, ist nicht einfach, gehört aber dazu», sagt Ebnöther Trott. Umso grösser ist ihre Freude, dass sie das einstündige Programm nun auf der Bühne präsentieren kann. «Ein abendfüllendes Stück braucht eine Dramaturgie, denn man muss die Aufmerksamkeit des Publikums halten können», sagt Ebnöther Trott. Ob es funktioniere, wisse man erst zum Schluss. Das sei eine besondere Herausforderung, denn bisher beschränkten sich ihre Auftritte immer auf wenige Minuten.


«‹Dance me to the ball› wurde lokal produziert», sagt die Akrobatin. Auch Regisseurin Delia Dahinden sei in Dietikon aufgewachsen und ein Grossteil des Kreativteams lebe in Zürich, wo auch hauptsächlich geprobt wurde. Das ist neu für die Dietikerin: «Nach der Zirkusschule in Brüssel war ich viel im Ausland unterwegs und habe mit internationalen Künstlern zusammengearbeitet.»

Gekonnter Kontrast zwischen Leichtigkeit und Spannung


Ebnöther Trott hält das Publikum im Bann. Gekonnt wechselt sie zwischen Spannung und Leichtigkeit. Neugierig erweckt sie auf der Bühne Alltagsobjekte zum Leben. Am Donnerstagabend tritt sie zum vierten Mal mit dem neuen Stück auf. «Eigentlich ist der Raum hier ein bisschen klein für mich», sagt sie. Um mehr Platz zu gewinnen, hat die 38-Jährige kurzerhand Bühne und Zuschauerbereich miteinander getauscht.


Die ursprünglich im Juni geplante Premiere musste wegen dem Veranstaltungsverbot auf August verschoben werden. «Heute bereitet es mir jedes Mal besonders viel Freude, wenn ich überhaupt auftreten darf», sagt sie. Am Samstag wird sie das Stück erneut im «Gleis 21» präsentieren. Zum Schluss zeigt Ebnöther Trott ihr ganzes Können im Spiel mit einer kleineren Kugel. Filigran tanzt sie mit dem Ball über die Bühne bis sie schliesslich selbst in der Box verschwindet.

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