Urdorf

Der FC Urdorf läuft zur Hochform auf und siegt im Offensivspektakel

Der Stoff hält. Dejan Peric’ weisses FCU-Dress wird einem Belastungstest unterzogen.Ruedi Burkart

Der Stoff hält. Dejan Peric’ weisses FCU-Dress wird einem Belastungstest unterzogen.Ruedi Burkart

Die 2.-Liga-Fussballer erkämpfen sich gegen Wettswil-Bonstetten II einen verdienten 4:3-Erfolg.

Nach drei sieglosen Meisterschaftspartien kamen die Urdorfer gestern bei herrlichen äusseren Bedingungen zum nächsten Dreier. Dank Treffern von Sampaio (7.), Rako (34.), Sommer (46.) und De Sousa (63.) gewannen sie das Duell zweier Mittelfeldklubs gegen Wettswil-Bonstetten II mit 4:3. In der Tabelle setzen sich die «Stiere» damit in der vorderen Hälfte fest. «Wir haben den Sieg verdient, weil wir immer daran geglaubt haben», bilanzierte Chefcoach Dragan Filipovic nach dem Schlusspfiff.

Bemerkenswertes Detail: Die gestrige Partie war die dritte für die Limmattaler innert sieben Tagen. Trotzdem verfügten sie auf dem tiefen Terrain über die grösseren Kraftreserven als die ausgeruhten Säuliämter.

Wenn in einer Fussballpartie sieben Tore fallen und diese einigermassen gleichmässig verteilt sind, freuen sich in der Regel die Zuschauer über die Offensivkünste und ärgern sich die Trainer über die defensiven Mängel. So auch gestern. «So sollten sie immer spielen, das war grosse Klasse», raunte ein Matchbesucher, offenbar ein FCU-Supporter, nach Spielschluss seinem Nachbarn zu.

Die «Stiere» gingen zwar mit der ersten Chance der Partie gleich in Führung – Sampaio drosch das Leder in der siebten Minute nach einem Eckball in die Maschen – und hatten alle Vorteile auf ihrer Seite. Doch bis zur Pause nutzten die Gäste die defensiven Versäumnisse beim FCU aus und gingen mit einer 3:2-Führung in die Halbzeitpause. «Wir waren nicht bereit», äusserte sich Urdorfs Übungsleiter Filipovic zu den ersten 45 Minuten, «wir gingen zu wenig konsequent in die Zweikämpfe und haben dafür die Quittung erhalten.»

Nach dem 3:3 folgte ein Abnützungskampf pur

In die zweite Halbzeit starteten die Gastgeber mit Karacho. Nach dem Wiederanpfiff war noch keine Minute vergangen, da glichen sie zum 3:3 aus. Wieder war es ein von Peric getretener Eckball, der im Strafraum seinen Adressaten fand: Severin Sommer traf den Ball wunschgemäss und zimmerte das Leder in die Wettswiler Maschen. Was nun folgte, war Abnützungskampf pur. Auf dem tiefen Terrain wogte die Partie hin und her, kein Team konnte sich entscheidende Vorteile erarbeiten. Die Wettswiler kamen zwar zu besseren Möglichkeiten, doch eigenes Unvermögen und ein bestens disponierter FCU-Hüter Gammel verhinderten ein viertes Gegentor auf Urdorfer Seite.

Mehr Fortune hatte die Limmattaler Offensivabteilung nach 63 Minuten. Im Anschluss an einen Freistoss stocherte De Sousa den Ball zum siegbringenden 4:3 in die Maschen. Gegen nun alles riskierende Ämtler kam der FCU zu weiteren Möglichkeiten, das Skore zu erhöhen. Die beste: Nach 80 Minuten bugsierte Rako den Ball zum vermeintlichen 5:3 ins Netz. Wegen eines Fouls an WB-Hüter Roth wurde der Treffer aber nicht gegeben.

In der vergangenen Saison mussten die Urdorfer phasenweise bös untendurch. Nach den 12 Partien der Vorrunde totalisierten sie nur neun Zähler und lagen sechs Punkte hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz. Dass wegen der Corona-Pandemie die Saison bekanntermassen abgebrochen und nicht gewertet wurde, kam den «Stieren» zumindest nicht ungelegen. Dass man im Vorstand trotz der mageren Bilanz am Trainerduo Dragan Filipovic und Manuel Leite festgehalten hatte, scheint sich nun auszubezahlen. «Wir sind um einiges weiter als noch vor einem Jahr», freut sich Filipovic, «die Jungs machen einen guten Job.» Auch wenn die Weiterführung der Saison unsicherer denn je ist, diesmal scheinen die Urdorfer zum Ligaerhalt keine Unterstützung von Corona zu benötigen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1