Urdorf

Der Schäflibach bekommt Gesellschaft von 82 Bäumen

Die Gartenbaufirma Agroservice bepflanzt das neue Bachbett entlang der Birmensdorferstrasse in Urdorf.

Ein Bäumchen baumelt in der Luft. Es hängt an einem Haken, der an einer Schaufel eines Baggers befestigt ist. Sachte platziert der Baggerarm die drei Meter lange und 200 Kilo schwere Birke auf dem Boden an der Böschung. Im Hintergrund rauschen Autos an der Birmensdorferstrasse vorbei. Ein Mann mit Kinderwagen bleibt auf dem Trottoir stehen, um das Treiben am Schäflibach zu verfolgen. Drei Männer setzen das Bäumchen in das 70 Zentimeter tiefe Pflanzloch daneben und bedecken es mit Erde. «Braucht ihr noch mehr Humus?», ruft Hanspeter Huber aus dem Bagger. Die Männer schütteln den Kopf.

Huber ist Mitinhaber der Urdorfer Gartenbaufirma Agroservice, die von der Gemeinde Urdorf mit der Begrünung des Schäflibachs entlang der Birmensdorferstrasse beauftragt worden ist. Er und vier Mitarbeiter waren gestern den ganzen Tag damit beschäftigt, die Böschung des Bachbetts mit 31 Erlen, Eichen, Birken, Spitzahorne Linden, Ulmen und Zitterpappeln zu bepflanzen. Insgesamt erhält der 1,1 Kilometer lange Abschnitt des Schäflibachs 82 neue Bäume. Dazu kommen aber auch noch 150 Wasserpflanzen und 2150 Hecken. Letztere werden nächste Woche gesetzt, die Wasserpflanzen im neuen Jahr. Die Bepflanzung ist Teil des Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekts am Schäflibach.

Auf Rotlicht warten

«Am Mittwoch haben wir die Pflanzlöcher vorbereitet. Gestern haben wir die Bäume entlang des Unterhaltswegs gesetzt und heute sind die Bäume entlang der Birmensdorferstrasse an der Reihe», sagte Huber. Die Arbeit sei etwas mühsamer als gestern. «Um die Pflanzen abzuladen, müssen wir warten, bis die Fahrzeuge am Rotlicht stehen. Sonst würden wir mit unseren Maschinen den Verkehr behindern.» Das führe dazu, dass sich die Arbeit in die Länge ziehe.

Wohl deswegen waren die Gartenbauer mit einem zügigen Arbeitstempo unterwegs. Nach dem Abladen wurden die Pflanzen im Boden fixiert. Dazu hielt ein Mitarbeiter die Äste auseinander, während ein anderer einen drei Meter langen Pfahl in den Boden rammte. Mithilfe der Baggerschaufel wurde er noch tiefer in den Boden befördert. Ein Mitarbeiter befestigte die Birke mit einem Hanfseil am Pfahl. «Es ist wichtig, dass der Baum fixiert ist und sich nicht bewegt. Denn wenn er sich oberirdisch bewegt, tut er dies auch im Boden. Das wollen wir verhindern, denn dann könnten die Feinwurzeln reissen», erklärte Huber. Diese seien essenziell, damit der Baum stabil im Boden stehe. «Bis zum Winter, wenn der Boden gefriert, haben die Bäume nun Zeit, diese Wurzeln zu bilden.» Daher sei der Zeitpunkt der Pflanzung im Herbst ideal.

Gut für Boden und Bach

Die Begrünung des Schäflibachs hat nicht nur einen ästhetischen Zweck. «Die Wurzeln tragen zur Stabilisierung des Bodens bei und schützen vor Erosion», so Huber. Zudem würden die Bäume dem Bach Schatten spenden. «Das ist gut für alle Lebewesen im Wasser, denn dann steigt die Wassertemperatur nicht so schnell an.» Da die Bauarbeiten am Schäflibach nicht ganz fertig sind, können ein paar Bäume noch nicht gesetzt werden. Das wird nächsten März nachgeholt. Im Juni 2019 soll die Bepflanzung dann mit der Ansaat der Wiese beendet sein.
Das Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekt in diesem Abschnitt ist somit in den letzten Zügen. «Es freut die Gemeinde, dass das Projekt bis dato reibungslos umgesetzt wurde», sagte die zuständige Bereichsleiterin Planung, Bau und Werke der Gemeinde Urdorf Rebecca Broekema auf Anfrage. Schön sei auch, dass der Zeitplan dank aller Beteiligten so gut eingehalten werden konnte. «Die wesentlichen Bauarbeiten werden voraussichtlich im November abgeschlossen sein. Gemäss Terminplan wäre bis Ende Dezember Zeit. Wir werden also früher als geplant fertig sein.»

Autor

Sibylle Egloff

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