Feuerwehrübung

Die Feuerwehr Engstringen evakuierte gleich zwei Schulhäuser

Die Feuerwehr Engstringen rückte nacheinander zu Schulhäusern nach Unterengstringen und Oberengstringen aus. Bei der grossen Übung, über die abgesehen von den Feuerwehrsleuten niemand informiert war, testeten die Schulen auch die kantonale Notfall-App.

«Hattest du Schiss?», fragt ein Schüler seine Kollegin. «Ja, ich habe voll Höhenangst», entgegnet diese. Es sei schlimmer als Achterbahnfahren gewesen.

Zwar ist auf der Schulanlage Büel in Unterengstringen allen Schülern und Lehrpersonen kurz nach Eintreffen der Feuerwehr Engstringen klar, dass es sich um eine unangekündigte Übung handelt. Aber die Rettung wird für einige zur Mutprobe. Denn bei der Evakuation des Schulhauses Büel B gestern Morgen werden alle Personen, die sich auf der mittleren Etage befinden, übers Dach per Drehleiter aus der Gefahrenzone geholt.

Nur gut 45 Minuten vergehen, bis Ralph Pfister, Kommandant Stellvertreter des Depot Unterengstringen, den per Rauchmaschine simulierten Brand für erfolgreich gelöscht erklärt. Er ist verantwortlich für die Durchführung der Feuerwehrübung. Er hatte die schwierige Aufgabe, bei der Organisation sicherzustellen, dass alles geheim bleibt.

Übung Feuerwehr Engstringen

Bei der Ankunft vor dem Schulhaus Rebberg lassen die Feuerwehrleute die Sirene kurz aufheulen und sichern die Strasse.

Bei der Einsatzbesprechung zieht er ein positives Fazit: «Die Abläufe haben sehr gut geklappt.» Das bestätigt Kommunalpolizist Urs Weiersmüller, der zusammen mit einem Vertreter der Kantonspolizei Zürich ebenfalls am Einsatz teilnimmt. «Es ging alles sehr ruhig und geordnet zu», sagt Weiersmüller.

Beim anschliessenden Austausch mit den Lehrpersonen offenbaren die Rückmeldungen der Lehrpersonen, dass die Alarmierung nach aussen mit der neuen Notfall-App gut funktionierte. Intern haben aber nicht wie erwartet alle Lehrer eine Meldung erhalten. Seit dem laufenden Schuljahr setzt die Schule auf die App der Bildungsdirektion des Kantons Zürich, die bei allen möglichen Notfällen als Handlungsleitfaden dient.

Schulleiter Beda Durschei, der wie alle Verantwortlichen seitens der Schule nichts von der Übung wusste, ist ebenfalls zufrieden mit der Evakuation. Obwohl vereinzelte Details verbessert werden könnten, sei die Erfahrung, gerade auch im Umgang mit der neuen Notfall-App, wertvoll gewesen. 

Übung Feuerwehr Engstringen

Eine Gruppe Schüler wird vom ersten Stock des Schulhauses Rebberg sicher zum Boden gebracht.

 

Auch in Oberengstringen raucht’s im Schulhaus

Während die Schülerinnen und Schüler zurück in ihre Klassenzimmer kehren, verräumen die Feuerwehrleute ihr Material und kehren zum Depot zurück. Allzu lange haben sie allerdings nicht Zeit, denn gleich gehts weiter. In Oberengstringen wird als zweiter Teil der Übung das Schulhaus Rebberg evakuiert. Wieder wissen nur die Feuerwehr und die Limmattaler Zeitung über den Einsatz Bescheid.

Die Kindergärtner im alten Schulhaus, das neben dem Schulhaus Rebberg steht, haben die herannahende Feuerwehr schnell entdeckt. Die grossen Vehikel und die Feuerwehrmänner in Vollmontur sorgen bei ihnen für leuchtende Augen und offene Münder.

Während die Drehleiter sich ihren engen Weg zwischen den Gebäuden zum Schulplatz bahnt, dringen die Feuerwehrleute in das verrauchte Schulhaus vor.

Eine Gruppe Sechstklässler schaut zu, wie ihre Kollegen aus dem Nebenzimmer gerettet werden. Sobald die ersten auf dem Korb durch die Luft schweben, erhalten sie jubelnde Zurufe. Während der simulierte Ernstfall für Feuerwehrleute und Lehrpersonen vor allem dazu dient, realitätsnahe Erfahrungen zu sammeln, stellt das Spektakel für viele Kinder eine sichtlich willkommene Abwechslung zum Alltag dar.

Auch beim Schulhaus Rebberg klappt die Evakuation reibungslos. «Es ist wertvoll, die Abläufe durchzuspielen», sagt Schulleiterin Esther Solimine. Alle Lehrpersonen hätten schnell und vorbildlich reagiert und bis auf zwei Vikarinnen seien alle über die Notfall-App informiert worden. Künftig sollen deshalb auch stellvertretende Lehrpersonen die App nutzen können, so Solimine.

Von den 21 teilnehmenden Feuerwehrleuten habe er beim anschliessenden Mittagessen ein sehr gutes Echo erhalten, sagt Ralph Pfister. Und ergänzt: «Die Verantwortlichen beider Schulen waren parat und haben gut reagiert. Sie haben eine positive Entwicklung durchgemacht und sind besser vorbereitet als früher.»

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