Dietikon
Die Stadt Dietikon ist zurück in den roten Zahlen – aber weniger tief als erwartet

Erstmals nach vier Jahren erzielt die Stadt Dietikon wieder ein Minus. Immerhin fällt es kleiner aus als erwartet.

David Egger
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Im Dietiker Stadthaus weiss man, welche Dietiker Liegenschaften zu welchem Preis den Besitzer wechseln. «Der Liegenschaftsmarkt ist zurzeit auf einem Höhepunkt», sagt Stadtrat Rolf Schaeren (CVP).

Im Dietiker Stadthaus weiss man, welche Dietiker Liegenschaften zu welchem Preis den Besitzer wechseln. «Der Liegenschaftsmarkt ist zurzeit auf einem Höhepunkt», sagt Stadtrat Rolf Schaeren (CVP).

Sandra Ardizzone

Die Stadt Dietikon ist zurück in den roten Zahlen – aber weniger tief als erwartet: 2,55 Millionen Franken Verlust resultierten in der Jahresrechnung 2020. Budgetiert war aber ein Verlust von 6,81 Millionen Franken. Somit schliesst die Rechnung um 4,26 Millionen Franken besser ab als erwartet – Corona zum Trotz.

Entsprechend zufrieden ist der Dietiker Finanzvorstand Rolf Schaeren (CVP). Im Stadthaus präsentierte er gestern die unerwartet gute Rechnung.

Einen wesentlichen Anteil daran haben die Grundstückgewinnsteuern. Sie schenkten 2020 besonders ein. 8,42 Millionen Franken landeten so in der Dietiker Kasse. Nur zweimal in den letzten 15 Jahren hat die Stadt Dietikon noch mehr Grundstückgewinnsteuern eingenommen. «Diese über 8 Millionen haben einiges gerettet», sagt Finanzvorstand Schaeren.

«Es werden wirklich sehr gute Preise bezahlt»

Den grössten Anteil machen laut Schaeren Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen aus. Zurzeit gibt es in diesem Bereich sehr viele Besitzerwechsel. «Der Liegenschaftsmarkt ist zurzeit auf einem Höhepunkt. Dietikon ist ein interessanter und attraktiver Ort, auch wegen der Limmattalbahn, das spüren wir und es spiegelt sich auch in den Liegenschaftspreisen wider. Es werden zum Teil wirklich sehr gute Preise bezahlt», erläutert Schaeren auf Nachfrage.

Hinzu kommt, dass zum Teil Liegenschaften den Besitzer wechseln, die vorher sehr lange in der gleichen Hand waren. Umso grösser ist dann der Unterschied zwischen dem aktuellen Preis und dem Preis, den die Liegenschaft vor Jahrzehnten hatte. Das führt dann zu sehr grossen Grundstückgewinnsteuern. «Der hohe Wert im letzten Jahr bedeutet aber nicht, dass die Grundstückgewinnsteuern 2021 wiederum so gross werden», hält Schaeren fest.

Grösser als erwartet waren 2020 die Kosten beim ­Alters- und Gesundheitszentrum (AGZ), da aufgrund der Corona­pandemie mehr Personal notwendig war. Dies gilt nach wie vor. Denn immer wieder müssen die Altersheime neue Auflagen erfüllen. Aktuelles ­Beispiel: Der Kanton hat beschlossen, dass ab dieser Woche alle Personen, die jemandem in einem ­Altersheim besuchen wollen, einen negativen Test mitbringen müssen, der maximal eine Woche alt ist. Auch das sorgt wieder für aufwendigere Abläufe.

Das ist neu: «Punktlandung» bei den Investitionen

Auch anderweitig schlug sich Corona in der Rechnung 2020 nieder. Etwa weil die Stadt Dietikon als Vermieterin verschiedenen Gastronomen – zum ­Beispiel der Taverne zur Krone – die Mieten erlassen hat. Das tut sie nach wie vor.

Freude herrscht im Stadthaus darüber, dass bei den Investitionen – anders als sonst immer – eine «Punktlandung» erzielt wurde, wie Schaeren sagt. 16,87 Millionen Franken wurden investiert, also 0,33 Millionen mehr als budgetiert. Hintergrund: Die Stadt plant Investitionen zwar wie bisher, aber sie nimmt nur noch 70 Prozent davon ins Budget.

Für 2021 ist ein Verlust von 14,7 Millionen Franken budgetiert. Bereits zeichnet sich ab, dass Corona beim AGZ wieder für Mehrkosten sorgt. Klar ist auch: Die Pandemie macht Budgets nicht einfacher. Jenes für 2022 geht die Stadt jetzt an.