Dietikon
Trotz Minustemperaturen ein Erfolg: Baselbieter Grosshändler verkaufte am Samstag über eine Tonne Fisch

Aus verschiedenen Kantonen sind Interessierte am vergangenen Wochenende zur Divina Food AG in der Dietiker Silbern gefahren, um die riesigen Fischbestände des Baselbieter Importeurs Toby Herrlich vor der Vernichtung zu bewahren.

Sven Hoti
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Bei Minustemperaturen verkauften CEO Toby Herrlich (vorne rechts kniend) und sein Team am Samstag Hunderte Kilogramm Fisch.

Bei Minustemperaturen verkauften CEO Toby Herrlich (vorne rechts kniend) und sein Team am Samstag Hunderte Kilogramm Fisch.

Bild: Facebook

Der Startschuss des Rampenverkaufs in Dietikon ist für die Bayshore SA aus Oberwil trotz Minustemperaturen geglückt. Der Baselbieter Fischimporteur und Gastronomie-Grosshändler lud am vergangenen Samstag zusammen mit der Divina Food AG in der Dietiker Silbern zum Lagerverkauf ein. Über eine Tonne Fisch ging dabei über die Theke, oder besser gesagt die Rampe, wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung vom Dienstag schreibt.

Bayshore-CEO Toby Herrlich zeigt sich zufrieden mit dem Resultat des Rampenverkaufs. «Für das erste Mal ist es sehr gut gelaufen.» Privatpersonen aus dem Raum Zürich aber auch aus anderen Kantonen seien angereist. «Wir haben insgesamt 106 Autos abgefertigt. Hinzu kamen rund 10 bis 20 Personen, welche zu Fuss mit einem Wägelchen vorbeigekommen sind.»

Den Grund für den Erfolg sieht Herrlich nicht ausschliesslich in den Schnäppchenpreisen, mit denen der Baselbieter Importeur die Fische derzeit feilbietet. Vielmehr schätzten die Leute die Absicht dahinter, Foodwaste zu verhindern. «Die Kunden sagten uns ‹Chapeau! Gut, dass ihr euch nicht unterkriegen lasst!›», so Herrlich. «Das war natürlich sehr aufbauend.»

Der Kundenstrom habe sich gut auf die vier Stunden verteilt, erklärt der Fischverkäufer. Im Unterschied zu den ersten beiden Rampenverkäufen in Pratteln BL habe es keine Spitzen beim Verkehrsaufkommen gegeben. «Die ersten Kunden sind etwa um Viertel vor 10 Uhr vorbeigekommen, die letzten um 13.15 Uhr. Alle fünf verfügbaren Parkplätze waren durchgehend besetzt.»

Das neu eingeführte Drive-in-Konzept hat sich laut Toby Herrlich ebenfalls bewährt. «Es hat sehr gut funktioniert. Damit blieb der Kundenstrom jederzeit kontrollierbar.» Er wolle beim nächsten Rampenverkauf wieder darauf setzen, sagt er.

Der Rampenverkauf ist keine leichte Aufgabe

Der Verkauf von rund einer Tonne Fisch ist aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein, wie Herrlich und sein Team auf Facebook klarstellten. «Im Normalfall, das heisst vor dem März 2020, entspräche dies einer Bestellung eines Grosskunden», schreibt das Unternehmen in einem Post. Eine solche telefonische Bestellung habe teils kaum fünf Minuten Zeit in Anspruch genommen. Das war beim Rampenverkauf vom letzten Samstag anders: Dort sei sowohl im Vorfeld als auch vor Ort viel gearbeitet worden. Die Minustemperaturen hätten die Arbeit zusätzlich erschwert, so Herrlich.

Darüber hinaus sitzt der Grosshändler auf weiteren 120 Tonnen Fisch, die in nächster Zeit verkauft werden müssen, ehe sie ungeniessbar werden. Aufgrund der Coronamassnahmen und der Schliessung der Restaurant- und Barbetriebe konnte der Fischhändler seine Waren im vergangenen Jahr nicht loswerden. Weil ihm zudem die Rampe in Pratteln gekündet worden war, musste sich Herrlich nach einer Alternative umsehen. Diese fand er bei seinem Geschäftspartner, der Divina Food AG in Dietikon.

Mit ihr wird der Baselbieter auch am nächsten Samstag seine Ware verkaufen. Von 10 bis 14 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, das tiefgefrorene Gut in Kartons à fünf bis zehn Kilogramm von der Rampe der Divina Food AG an der Lerzenstrasse 19 zu kaufen. Ob es am Samstag darauf nochmals einen Rampenverkauf gebe, ist noch unklar. Herrlich will aufgrund der unsicheren Lage von Woche zu Woche neu entscheiden.