Dietikon

Freiwillige sammeln in Dietikon 453 Kilogramm Müll ein

Eine Mikrowelle und ein Laserdrucker sowie Tausende Zigarettenkippen und Dutzende Aludosen haben Freiwillige am Samstag in Dietikon eingesammelt: Die Stadt hat zum ersten Mal am landesweiten Clean-Up-Day teilgenommen.

Am Wochenende erhielt Dietikon ein Peeling: Die Stadt wurde gesäubert, ihre Spielplätze, Strassen, Bachbetten und Wälder von Littering befreit. Zum ersten Mal nahm Dietikon am schweizweit durchgeführten Clean-up-Day teil.

Bereits am Freitag waren Lehrlings-Gruppen der Firmen Acer und Planzer im Einsatz. Am Samstag um 8 Uhr versammelten sich dann rund 150 freiwillige Helferinnen und Helfer – Bürger sowie Mitglieder diverser Vereine und Parteien – auf dem Zelgliplatz. Organisiert wurde die Aufräum-Aktion von der städtischen Infrastrukturabteilung. «Eine saubere Stadt ist die Grundlage für ein gutes Zusammenleben», sagte deren Vorsteher, Stadtrat Lucas Neff (Grüne), in seiner Ansprache.

«Ich bin schockiert, wie viel Abfall herumliegt»

Danach verteilte Torsten Hartmann, Leiter Abfallwesen, das Material. Er gab Warnwesten, gelbe Abfallsäcke und Greifzangen ab. Auch Handschuhe waren Pflicht. Damit ausgerüstet machte sich unter anderem die 17-köpfige Gruppe der Jubla Dietikon auf. Unterwegs fanden sie bereits so viele Zigarettenstummel, dass sich der Weg zu ihrem Einzugsgebiet beim Marmoriweiher und beim Hätschen etwas verzögerte. «Danke für euren Einsatz», sagte eine Spaziergängerin. «Machen wir doch gerne», erwiderte die dreizehnjährige Julia lächelnd.

Schar- und Gruppenleiterin Ilaria Panarella meinte: «Die Aktion ist sehr sinnvoll, da wir als Team etwas für die Umwelt und unsere Stadt beitragen dürfen. So zeigen wir unseren Jubla-Kids, wie wichtig es ist, Abfall richtig zu entsorgen.»

Den Blick auf den Boden gerichtet, schritten die Kinder die Wege ab, pflückten PET-Flaschen aus dem Dickicht und stopften sie mit Aludosen und sonstigem Unrat in ihre Säcke. «Ich bin schockiert, wie viel Abfall liegengelassen wird», sagte die elfjährige Helena.

Nach einer Weile schmerzten die Finger vom Hantieren mit der Greifzange. Kurzerhand bückten sich die Kinder und klaubten die Kippen von Hand aus dem Kies. Auch Leiterin Andrina (15) meinte: «Da weiss man am Abend, was man gemacht hat.» Nach vierstündigem Einsatz machte die Gruppe eine Pause. Sie sei schon etwas müde, räumte Giulia ein. Mit fester Stimme fügte die Zehnjährige aber an: «Es wäre gut, wenn hier alle mitmachen würden. Wir müssen der Welt Sorge tragen, denn das kann sie ja nicht mehr selbst.»

Kinderwagen, Mikrowelle, Luftbefeuchter

Aufgetürmt wurden die Abfallsäcke auf dem Zelgliplatz, wo sich alle Freiwilligen zum Gratis-Imbiss einfanden. Hier traf man die Dietiker Gemeinderätin Manuela Ehmann (EVP), die die Aktion mit ihrem Postulat angestossen hatte. «Es ist toll, dass so viele Leute mitmachten», sagte sie erfreut. Auch Torsten Hartmann zeigte sich zufrieden: «Alles hat gut geklappt.» Insgesamt wurden an den beiden Tagen rund fünf Kubikmeter Kehricht gesammelt, mit einem Gewicht von 453 Kilogramm.

Dabei stiessen die freiwilligen Helferinnen und Helfer auch auf Unerwartetes; so sammelten sie auch einen Kinderwagen, eine Mikrowelle, einen Luftbefeuchter und gar einen Laserdrucker ein. Zudem seien illegale Deponien im Wald entdeckt worden, sagte Hartmann. Und die Dietiker Grünen hätten auf vier Spielplätzen über 5000 Zigarettenstummel aufgelesen. «Dies ist eine erschreckende Menge, wenn man bedenkt, dass ein Kleinkind ab einem Stummel sterben kann», so Hartmann.

Im kommenden Jahr werden in Dietikon wieder Freiwillige mit Warnwesten, Abfallsäcken, Greifzangen und Handschuhen durch die Stadt ziehen. Schliesslich ist der Clean-Up-Day nun fix in den Legislaturzielen des Stadtrats verankert.

Landesweit gab es 650 Aktionen

Am Freitag und Samstag waren nicht nur in Dietikon Freiwillige unterwegs: Am mittlerweile siebten landesweiten Clean-up-Day fanden über 650 Aktionen statt, 120 mehr als im vergangenen Jahr.

Laut der Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt haben gegen 40'000 Personen Wiesen, Wälder, Strassen und Seen von Littering befreit. «Gerade in der heutigen Zeit, in der die Freizeit so wertvoll ist, ist es beeindruckend, wie viele Menschen einen freien Tage opfern, um der Umwelt etwas Gutes zu tun», schreibt die Interessengemeinschaft. «Solche Helden braucht die Schweiz.»

Meistgesehen

Artboard 1