Dietikon

Genial oder verrückt? Vollautomatische Haarbürsten für die perfekte Frisur

Am Samstag stellte Stefan Heuss im Dietiker Gleis 21 seine verrückt-genialen Erfindungen vor.

«Alles, was ich Ihnen heute zeige, wurde garantiert noch nie industriell hergestellt», versicherte Stefan Heuss dem Publikum. Freilich versteht es sich beim Anblick seiner Erfindungen von selbst, dass dafür kaum ein Absatzmarkt infrage käme, vertragen sich diese rotierenden, sprühenden und pneumatisch vor- und zurückschnellenden Monstrositäten doch denkbar wenig mit dem Alltag. Aber gut gemeint sind seine Maschinen. Und sie eignen sich zumindest grossartig dafür, aus der Ferne lachend beobachtet zu werden.

Ein einköpfiges Orchester spielte die Begleitmusik

Heuss, bekannt für seine Auftritte bei Giacobbo/Müller, präsentierte am Samstag im Gleis 21 «Die grössten Schweizer Patente» und trat dazu mit einem «Innovationsorchester» auf, das allerdings einzig durch den Musiker Dide Marfurt verkörpert wurde.

Marfurt füllte mit seinen jazzig-schrägen Tönen die Pausen zwischen den Produktepräsentationen. Da Heuss auch dann nicht ruhte, sondern Laubsägen und Sprühdosen die verblüffendsten Töne entlockte, kam mitunter gar ein Duo zustande. Die kongeniale Klangwirkung hätte jeden avantgardistischen Komponisten vor Neid erblassen lassen.
Stefan Heuss, der in der Rolle des liebenswürdigen Technik-Nerds brillierte, hielt mit seinen Erfindungen nicht zurück. So präsentierte er etwa einen Damenschuh, der am Fersenende in die Höhe schnellen und auf Knopfdruck zu High Heels mutieren konnte. Schliesslich, meinte Heuss, sind die Absätze nur dann wichtig, wenn sie auch gesehen werden. Eine per Handtasche transportable Velopumpe stellte die Druckluft bereit, sodass der Schuh vor dem Lieblingsklub ruckzuck in Form gebracht werden konnte.

Das Haarbürstesystem soll Zeit sparen

Überaus enthusiastisch stellte Heuss ein vollautomatisches Haarbürstesystem vor, das am Morgen wertvolle Minuten einsparen soll. Heuss demonstrierte dessen Wirkung gleich selbst und stellte sich unter die an einen Metallrahmen angedockten Schuhbürsten. Blitzschnell bewegten sich diese und bescherten dem Erfinder – zumindest eine halbwegs passable Frisur. Als ihn dieselbe Maschine dann auch noch mit Haargel beschmierte und damit nicht mehr aufhören wollte, war das Publikum völlig hingerissen. «Das habe ich mir mengenmässig etwas anders vorgestellt», kommentierte der Erfinder.

Die Stimmen aus dem Publikum waren allesamt positiv. Vreni Eigenmann aus Dietlikon war von der schieren Ideenfülle des Komikers entzückt: «So etwas würde mir nie einfallen», sagte sie, «gefallen hat mir auch die lustige Art, mit der er seine Maschinen präsentiert.» Als Lieblinsgserfindung bezeichnete sie seinen aufgemotzten Kinderwagen, der mit einer vollautomatischen Rüttelfunktion ausgestattet ist.

Bruno Kaufmann aus Dietikon zeigte sich von den pneumatisch verstellbaren Schuhen beeindruckt. «Einfach genial», lautete sein Verdikt. Am ehesten könne er sich die Benutzung des vollautomatischen Bürstensystems vorstellen: «Das würde die Haare im Nu richten», sagte Kaufmann und lachte.

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