Dietikon
Im Kampf gegen Lärmautos: Dietiker Politiker hoffen auf Lärmblitzer

Anwohner ärgern sich über Autoposer, die mit aufheulenden Motoren durch Dietikon fahren. Dass Stadt- und Kantonspolizei mehr Kontrollen durchführen, freut das Parlament. Es wünscht sich im Kampf gegen Autolärm aber noch mehr Möglichkeiten.

Oliver Graf
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Der kann laut sein: ein getunter Auspuff. Die Stadt Dietikon setzt im Kampf gegen unnötigen Autolärm auf Polizeikontrollen.

Der kann laut sein: ein getunter Auspuff. Die Stadt Dietikon setzt im Kampf gegen unnötigen Autolärm auf Polizeikontrollen.

Keystone

Die Parlamentsmitglieder begrüssen es, dass die Stadtpolizei Dietikon und die Kantonspolizei Zürich den Kampf gegen Autoposer verstärkt haben, die mit ihren aufgemotzten Fahrzeugen unnötigen Lärm verursachen. Dies habe auch eine präventive Wirkung, merkte unter anderem Anton Felber (SVP) an. Denn so werde bekannt, «dass in Dietikon immer wieder mit Kontrollen zu rechnen ist». Das dem so ist, bestätigte Stadtrat Heinz Illi (EVP): «Eine Gruppierung, die aus der Innerschweiz da war, kommt mit ihren Wagen nicht mehr nach Dietikon», sagte der Sicherheitsvorstand. «Wir haben in diesem Jahr bewiesen, dass wir auf gutem Weg sind.»

Mike Tau (FDP) hatte sich in einer Interpellation unter dem Titel «Verkehrslärmbelastung» über die städtischen Massnahmen und Pläne erkundigt. In seiner Antwort hatte der Stadtrat insbesondere auf die verstärkten Kontrolltätigkeiten der Polizeien hingewiesen (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Am Donnerstagabend stand die Debatte und die Erledigung des Vorstosses im Gemeinderat an.

«Koordinierte Polizeiaktionen gegen Autoposer seien zu begrüssen», sagte dabei Martin Christen (CVP). «Nur genügt das leider nicht, den Lärmterror einzudämmen.» Es brauche weitere Anstrengungen und Massnahmen. Christen regte an, ein Lärmmessgerät mit einem «Pssst!»-Smiley zu verbinden. «Das wäre doch schon mal ein sanfter Appell an die Vernunft dieser Lärmenden.»

Warten auf die gesetzlichen Vorgaben

Mehrere Parlamentarier sprachen sich auch für den Einsatz von sogenannten Lärmblitzern aus. Allerdings lassen die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht zu, dass mit einem Lärmblitzer Autofahrer gebüsst werden könnten. Mike Tau wies in der Debatte aber darauf hin, dass sich mit einem solchen Gerät immerhin Fahrzeuge identifizieren liessen, die nicht typenkonform seien. «Wenn derartige Autos aus dem Verkehr gezogen werden, dann ist das Ziel schon erreicht.»

Ein Lärmblitzer töne ja sehr gut, meinte Sicherheitsvorstand Illi. Laut allein sei aber leider noch kein Kriterium, die Polizei müsse auch beweisen, dass etwas nicht stimme. So habe er, als er bei einer Schwerpunktkontrolle dabei war, ein weit entferntes Auto mit dröhnendem Motor gehört. Doch ein Spezialist der Kantonspolizei habe sogleich abgewunken; das Auto sei mit so einem hochgezüchteten Motor gebaut und vom Strassenverkehrsamt abgenommen worden, sagte Illi.

Tau brachte auch bauliche Massnahmen ins Spiel, um den Lärm zu reduzieren. Mit Kontrollen könne zwar auf bestehende Hotspots reagiert werden. Mit baulichen Anpassungen liesse sich aber das Entstehen neuer Hotspots verhindern. Andreas Wolf (Grüne) und Ernst Joss (AL) nahmen diesen Ball auf und verwiesen darauf, dass sich mit Tempo-30-Zonen der Lärm um die Hälfte reduzieren liesse. Ob sich allerdings Autoposer an Tempolimits halten würden, stellte Christine Ilg-Lutz (EVP) in Frage. Sie hoffe darauf, dass die Kontrollen eine abschreckende Wirkung haben und dass die Lärmblitzer rasch zugelassen werden. «Lärm beeinflusst die Gesundheit, unnötig verursachter Lärm muss gebüsst werden.»

Interpellant Tau hielt derweil fest, dass er das Gefühl habe, dass es auf den Dietiker Strassen nun bereits etwas ruhiger geworden sei. «Falls dies auf die Anstrengungen der Polizei zurückzuführen ist, bedanke ich mich.» Die Polizei, sagte Illi, werde am Thema weiterhin dranbleiben.