Schlieren

Im März entscheidet das Volk: Parlament bevorzugt Tempo 30 für das Bahnhofsgebiet

Das Stimmvolk entscheidet voraussichtlich im März, welches Temporegime auf den Strassen beim Schlieremer Bahnhof künftig gilt.

Das Stimmvolk entscheidet voraussichtlich im März, welches Temporegime auf den Strassen beim Schlieremer Bahnhof künftig gilt.

Am Montagabend befasste sich das Schlieremer Parlament mit der Zukunft des Bahnhofs. Der Vorschlag des Stadtrates, die beiden eingegangenen Initiativen für Tempo 20 und Tempo 30 zeitgleich an die Urne zu bringen, wurde einstimmig angenommen.

«Nehmen Sie an dieser Vorlage Änderungen vor, steuern wir auf ein Desaster zu, und wir werden die Lachnummer des Limmattals», sagte der Schlieremer Bauvorstand Stefano Kunz (CVP) an der Gemeinderatssitzung von Montagabend. Wie aus den Worten von Kunz hervorgeht, hatte das Parlament eine schwierige Aufgabe zu bewältigen. Es sollte das Vorgehen des Stadtrates bei der Planung des Bahnhofgebiets gutheissen. Bei einem Nein hätte wohl Chaos geherrscht.

Das Parlament entschied sich einstimmig gegen das Chaos. So kommt voraussichtlich im März die Tempo-20-Initiative von SP, Grünen und Grünliberalen vors Volk. Das Ansinnen von SVP, FDP und CVP – sie verlangen eine Tempo-30-Zone – wird dem Stimmvolk als Gegenvorschlag unterbreitet. Beide Initiativen wurden bereits im Jahr 2018 eingereicht.

Das Parlament empfiehlt dem Stimmvolk die 30er-Zone mit Fahrbahn und Gehwegen mit 17 zu 15 Stimmen. Wären nicht drei Exponenten des linken Lagers der Sitzung ferngeblieben, hätte die Empfehlung wohl anders ausgesehen. Der Stadtrat, der bei beiden Varianten Vorteile sieht, empfiehlt eine Begegnungszone mit Tempo 20 und ohne Trottoirs. Diese Zone würde die Bahnhofstrasse und die östliche Güterstrasse umfassen. Tempo 30 würde auf der gesamten Güterstrasse entlang der Bahngleise, der Bahnhof-, der Bach- und der Neue Fossertstrasse sowie auf Teilen der Grabenstrasse gelten.

Den Hass auf Autofahrer solle man nicht so ausleben

Dass das Parlament keine Änderungen mehr an den Vorschlägen vornimmt, war wichtig, da sich die Initianten, die Tempo 30 verlangen, dazu entschieden, ihre Initiative zurückzuziehen. Dies, weil der Stadtrat ihr Anliegen als Gegenvorschlag aufgenommen hatte. Bis zur Neugestaltung des Bahnhofgebiets ist es noch ein langer Weg. So beginnt erst nach dem Volksentscheid zu einer der beiden Gestaltungsmöglichkeiten die öffentliche Auflage des Projekts.

Als Sprecher der Begegnungszone-Initianten verwies Walter Jucker (SP) darauf, dass man Lebensqualität und Sicherheit ins Bahnhofquartier bringen müsse. Markus Weiersmüller (FDP) kritisierte im Namen des gegnerischen Komitees diese Motive. «Den blinden Hass auf Autofahrer sollte man nicht dadurch ausleben, dass man ihnen das Leben so schwer wie möglich macht.» Auch sei Tempo 30 sicherer, da jeder Verkehrsteilnehmer seine eigene Zone habe. Hans-Ulrich Etter (SVP) pflichtet ihm bei und berichtete von seinen eigenen Erfahrungen. «Als Zulieferer der dortigen Geschäfte würde es mir davor grauen, mit einem Lastwagen um die Bäume und Passanten herumzirkeln zu müssen», sagte er. Gaby Niederer (Quartierverein) hielt dem entgegen, dass es 42 Begegnungszonen in der Schweiz gebe. «Es ist vermessen, all diesen Behörden vorzuwerfen, sie fahren eine Hochrisikostrategie mit diesem Regime.» Marc Folini (GLP) unterstrich, dass nicht nur die Lebensqualität der Anwohner mit einer Begegnungszone steige, sondern dass Beispiele aus Wien auch zeigten, dass die Wertschöpfung für die umliegenden Geschäfte steigen würde. «Dort setzt sich die Wirtschaft gar für mehr Begegnungszonen ein.» Bauvorstand Kunz betonte, beide Varianten seien gut. «Es kommt darauf an, wo man seine Prioritären setzt.»

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