Schlieren

In Schlieren kann eine ruhige Kugel geschoben werden

Auf dem Kulturplatz in der Stadtmitte wurde das neue Pétanque-Spielfeld eingeweiht. Schlieremer Politiker und Interessierte wagten ein erstes Spiel.

Es regnete an diesem späten Freitagnachmittag in Strömen, als sich um 17 Uhr zwei Dutzend Unentwegte mit Schirm und Charme zur Eröffnung des Pétanque-Spielfeldes einfanden. Herzlich begrüsste Stadtrat und Werkvorsteher Andreas Kriesi (GLP) die interessierten Gäste auf dem Kulturplatz in Schlieren.

«Die Geschichte von Kugelspielen lässt sich bis ins Jahr 460 vor Christus zurückverfolgen, als der griechische Arzt Hippokrates von Kos das Spiel mit Steinkugeln lobend erwähnte», erzählte Kriesi während eines historischen Rückblicks. So sprach der Stadtrat auch von einem gerichtlichen Verbot aus dem Jahr 1629, welches das Kugelspiel als «lasterhafte Ausschweifung und die Ursache sonstiger Unverschämtheiten» bezeichnete.

Trainer der Pétanque Schule Zürich klopfte an

Die Geschichte des Schlieremer Pétanque-Spielfeldes begann jedoch anders. «Filippo Mancini, Leiter und Trainer der Pétanque Schule Zürich, fragte uns im letzten November an, ob es in der Stadt eine Möglichkeit für ein Pétanque-Feld gäbe», sagte Kriesi. In Zusammenarbeit mit Roger Gerber von der Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen und Standortförderer Albert Schweizer sei dann dieser Platz hier gefunden worden und schliesslich zu diesem grosszügigen Pétanque-Spielfeld hergerichtet worden.

«Mit dem Wetter haben wir heute nicht wahnsinnig Glück», sagte Werkvorsteher Kriesi, «aber das Gute beim Pétanque ist ja, dass es nämlich bei jeder Witterung stattfindet.»

Unter anhaltendem Regen führte anschliessend Pétanque-Trainer Filippo Mancini ins Kugelspiel ein. Danach widmeten sich die Anwesenden eine ganze Stunde lang dem Spiel «geschlossene Füsse» (pieds tanqués), das seinen Ursprung im Französischen hat.

«Ich finde diese neue Anlage super. Wir haben gegen die Profis von Birmensdorf 13:10 gewonnen», sagte Spielerin Renate Tröndle aus Schlieren voller Stolz.

Auch als Sport für Beeinträchtigte geeignet

Der ebenfalls anwesende Gemeinderat Roger Seger (parteilos) sagte zu seinem Einsatz: «Ich finde es toll, dass auch Menschen mit einer Beeinträchtigung spielen können.» Und Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) ergänzte: «Für mich ist diese Eröffnung eine weitere Belebung der Stadtmitte. Und das Schöne daran ist, dass es sich um etwas Sportliches handelt.»

Meistens gehe es bei der Belebung von solchen Plätzen ja nur ums Sitzen und Trinken, sagte Bärtschiger und fügte mit einem Lächeln an: «Nach dem Spiel hat man jetzt aber tatsächlich einen Grund zum Höckle und Trinken in der Sommerbeiz.»

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