Mein Ding: Theater
Inspiration findet er überall: Stefan Baier hat schon wieder viele Ideen für die Theateria

Seine Theaterbegeisterung begleitet den Dietiker auch im Alltag. Und obwohl einiges im Moment nicht umgesetzt werden kann, sprüht er nur so vor Ideen für neue Projekte.

Carmen Frei
Merken
Drucken
Teilen
In der Theateria in Dietikon spielt und musiziert Stefan Baier.
3 Bilder
Auf der Theaterbühne fühlt er sich zuhause.
Für neue Projekte schwirren ihm jetzt schon wieder viele Ideen im Kopf herum.

In der Theateria in Dietikon spielt und musiziert Stefan Baier.

Sandra Ardizzone

«Das Theater ist unser drittes Kind», sagt Stefan Baier. Zusammen mit seiner Frau Heidi Christen hat er 2000 die Theateria GmbH gegründet. Unweit vom Lokal in Dietikon wohnen die beiden mit ihren Söhnen – sie sind 15 und 18. Baiers Leidenschaft fürs Theater ist viel älter.

Er ist gelernter Mechaniker. Als aber ein geplanter Auslandaufenthalt für seinen Arbeitgeber ins Wasser fiel, kündigte er kurz entschlossen und begab sich auf neue Wege. Er begann eine Tanzausbildung in Bern. Bei einer weiteren Ausbildung lernte er den Komiker Massimo Rocchi kennen, der ihm eine Theaterausbildung vorschlug.

Zur selben Zeit plante eine gute Freundin von ihm, nach Kambodscha und Vietnam zu gehen, Baier wäre mitgegangen. Vorher wollte er die Aufnahmeprüfung an der Scuola Teatro Dimitri – der Theaterschule des Clowns Dimitri – machen. «Ich habe gesagt: Wenn ich hinkomme, dann mache ich die Ausbildung. Sonst gehe ich mit der Freundin mit», sagt Baier. Er wurde aufgenommen. «Die Zusammenarbeit mit einem der grössten Clowns war sehr eindrücklich», erzählt Baier. Sie seien 1991 noch einer der letzten Jahrgänge gewesen, der bei der Abschlussarbeit eng mit Dimitri zusammenarbeitete.

Die Zusammenarbeit mit einem der grössten Clowns war sehr eindrücklich.

(Quelle: Stefan Baier, Theateria Dietikon)

Stefan Baier und Heidi Christen haben sich dort kennen gelernt. 2000 sind sie mit dem eigenen Theaterlokal im Limmattal sesshaft geworden. «Vorher waren wir immer auf Achse, in Deutschland, Japan, Finnland und Spanien», sagt Baier. Das neue Projekt Theateria habe eher klein angefangen. «Für Freunde gaben wir immer wieder etwas zum Besten», sagt Baier. Das sei jeweils sehr improvisiert gewesen. «Mit der Zeit wurden es ausgereifte Produktionen, die wir 15 bis 20 Mal gespielt haben. Nun machen wir jedes Jahr eine Produktion, das ist ein hoher Output.» Doch dann sei das Jahr 2020 gekommen. Das 20-Jahr-Jubiläum konnte noch mit dem Programm «Lied gut» zelebriert werden. «Nun herrscht aber nur Atelierbetrieb», sagt Baier.

Wichtige Erzählkultur und neue Inspirationen

Neben eigenen Produktionen macht er viel Theaterpädagogik und arbeitet mit Schulklassen. Er komme aus einer Geschichtenerzählkultur und finde das Erzählen auch heute wichtig. «Zuhören zu können, ist eine Kompetenz, die ich vielen wünsche», sagt er. «Wir hatten einmal den Auftrag, für Kinder im Kindergartenalter in Dietikon ein Stück zu schreiben.» Das sei eine tolle Herausforderung gewesen.

Ein neues Projekt hat der 57-Jährige noch nicht im Kopf, aber Ideen sind schon da. Sein älterer Sohn lese «Novecento» in der Schule. Es gehe dabei um den Vergleich zwischen einem Autodidakten und einem Profi sowie die Art brut. Den Roman «Der Untergeher» von Thomas Bernhard will er miteinfliessen lassen. «Es sind im Moment alles noch Puzzleteile, die sich dann zu einem neuen Ganzen zusammenfügen. Wir werden sehen, was daraus entsteht.»

Mein Ding

In der Rubrik «Mein Ding» stellen Limmattaler ihre Leidenschaft vor. Sind auch Sie «besessen» von einer Sache? Wollen Sie zeigen, was Ihr Ding ist? Dann schreiben Sie uns ein E-Mail an redaktion@limmattalerzeitung.ch oder einen Brief an Limmattaler Zeitung, Redaktion, Heimstrasse1, 8953 Dietikon.