Dietikon

Jass-Halbmarathon: Sprüche klopfen gehört auch dazu

«Gschobe»: Halbmarathon-Schieber im «Gleis 21».

«Gschobe»: Halbmarathon-Schieber im «Gleis 21».

Im Dietiker «Gleis 21» haben sich am Samstag 28 Jasserinnen und Jasser zum Halbmarathon getroffen.

Keine körperliche, dafür geistige Hochleistung war am Samstag bei der zweiten Ausgabe des Jass-Halbmarathons im «Gleis 21» in Dietikon gefragt. Während gut viereinhalb Stunden spielten 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Einzelschieber um den Turniersieg.

Organisiert wurde die Veranstaltung im Dietiker Kulturlokal von Bruno Bonetti und Susanne Ben Taleb. Beide jassen seit Jahren leidenschaftlich. Anfang 2020 organisierten sie erstmals eine Jassveranstaltung. «Wir wollten auch mal ein Turnier auf die Beine stellen», sagt Ben Taleb, die in Schlieren wohnt. Das Turnier in Dietikon kam zustande, weil sich Bonetti und der Geschäftsführer des «Gleis 21», Michael Minder, gut kennen. Die beiden hatten zwölf Jahre zusammen gearbeitet.

Für das Turnier im «Gleis 21» hatten sich zahlreiche Jasserinnen und Jasser angemeldet. Knapp 50 Leute wollten eigentlich dabei sein. Da der Kanton Zürich aber eine Maskenpflicht ab 30 Personen in Innenräumen eingeführt hat, haben die Organisatoren die Teilnehmerzahl beschränkt. «Wir mussten leider einigen Leuten absagen. Sonst hätten wir Masken anziehen müssen. Das hätte aber beim Jassen nicht funktioniert», sagt Bonetti. Die 28 übrig gebliebenen Teilnehmer kamen aus der ganzen Deutschschweiz ins Limmattal. Das Alter der Jassenden schwankte zwischen 35 und 94 Jahren – die meisten waren eher im fortgeschrittenen Alter. Viele kennen die Organisatoren bereits von anderen Jassveranstaltungen. «Es sind Leute aus Sargans und Gossau gekommen. Aber auch ein paar Dietiker sind hier», sagt Bonetti.

Zu den Jassbegeisterten aus dem Limmattal gehört auch Sonja Sturzenegger, die im Limmatfeld lebt. «Ich nehme jede Woche an zwei, manchmal sogar drei Jassturnieren teil und gehe vier- bis siebenmal pro Jahr in die Jassferien», sagt sie. Beim Jassen lerne man immer wieder neue Leute kennen und könne das Hirn anstrengen.

Hitzige Diskussionen an den Jasstischen

Am Samstag wurden insgesamt sieben Partien an zwölf Runden gespielt. Drei Partien fanden am Morgen statt. Zum Mittagessen gab es für alle Voressen mit Polenta. Um halb zwei fanden sich die Jassenden wieder an den sieben Tischen ein und spielten die restlichen Partien.

Die Spielpartner wurden für jede Partie neu zugelost. Die Punkte wurden für jeden einzeln gezählt. Teilweise ging es ziemlich hitzig zu und her. «Auch die Alten können immer noch gut Sprüche klopfen. Das gehört beim Jassen dazu», sagt Ben Taleb. Trotzdem blieb die Atmosphäre natürlich friedlich.

Kurz nach vier waren alle Partien gespielt. Die Organisatoren zählten die Punkte zusammen und kürten schliesslich den 65-jährigen Zürcher Peter Fuhrer mit 7162 Punkten zum Sieger. Fuhrer ist Spielleiter beim Kantonal-Zürcher Jassverein. Am Halbmarathon hat er zusammen mit seiner Frau teilgenommen. «Wir gehen immer zusammen an Jassturniere. Das spornt mich an», sagt er.

Die Veranstalter zeigen sich zufrieden mit dem Jass-Halbmarathon. Dieser soll einmal pro Vierteljahr durchgeführt werden, bei grossem Interesse sogar häufiger. «Wenn die Leute uns die Bude einrennen, dann werden es vielleicht zwei Turniere in einem Quartal sein, oder auch mehr», sagt Bonetti. Das Datum für den nächsten Jass-Halbmarathon steht noch nicht fest. Ab November wird der Termin aber auf der Website des «Gleis 21» online gestellt.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1