Kunstturnen
Tsukahara und Salto: Der Kunstturn-Nachwuchs zeigte grosse Leistungen

Ein kontrastreiches Wochenende haben die Kunstturnerinnen von Urdorf an den Schweizer Juniorinnen-Meisterschaften in Obersiggenthal erlebt. Im Teamwettbewerb sprang sogar eine Goldmedaille heraus, die aber nur bedingt über einen enttäuschenden vierten Platz hinwegtäuschen konnte.

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Da kommt eine Schweizer Meisterin geflogen. Die für Urdorf startende Schlieremerin Francesca Savo holte mit zwei Kolleginnen für den Kanton Zürich den Team-Meistertitel.

Da kommt eine Schweizer Meisterin geflogen. Die für Urdorf startende Schlieremerin Francesca Savo holte mit zwei Kolleginnen für den Kanton Zürich den Team-Meistertitel.

Harald Von Mengden

Es waren die ersten Schweizer Meisterschaften für die 10-jährige Francesa Savo. Sie sei schon «sehr nervös gewesen» und hätte kaum einschlafen können am Vorabend, sagte die für Kutu Urdorf startende Schlieremerin. Sie begann am Stufenbarren ihren Wettkampf. Und just an diesem Gerät wurden ihr die Handstände und die halbe Drehung nach der Riesenfelge – durchaus nachvollziehbar – nicht angerechnet. Dies kostete wiederum Punkte. Es hiess jetzt: durchatmen und volle Konzentration auf das nächste Gerät.

Das Highlight des vergangenen Wochenendes in Obersiggenthal war für die im Regionalen Leistungszentrum Aargau trainierende Francesca der Boden, sie erturnte sich hier die viertbeste Note ihrer Kategorie. «Am Balken fühlte ich mich aber am unsichersten», gab sie zu Protokoll. Von ihrem Interimstrainer Michael Meyer fühlte sie sich sehr gut betreut. In der Endabrechnung belegte Francesca den vierten Rang von 48 gestarteten Athletinnen.

Als Teil des Zürcher Trios holte sie Gold

Dank ihren guten Saisonresultaten durfte Francesca Savos mit Alia Bolliger (TV Wädenswil) und Giulia Zünd (Satus Uster), die beide im Regionalen Leistungszentrum Zürich trainieren, im Teamwettbewerb antreten. Die drei Zürcherinnen gewannen mit über drei Punkten Vorsprung auf die Zweitplatzierten Gold. Ob sich Francesca über das Team Gold freue und ob dieses den undankbaren vierten Rang aus der Einzelwertung etwas gut mache? Sie meinte:

«Der vierte Rang ist schon etwas blöd.»

Das Team-Gold vermochte sie kurz nach dem Wettkampf noch nicht einzuordnen. Glasklar jedoch kann sie ihr nächstes Ziel definieren: «Ich möchte am Kadertest meine Kaderzugehörigkeit ebenso klar bestätigen wie beim letzten Mal im 2019.»

Versöhnt trotz Höhen und Tiefen

Lorina Seiler in Aktion.

Lorina Seiler in Aktion.

Harald Von Mengden

Lorina Seiler startete in ihren letzten Wettkampf einer Saison, welche mit einem zweiten Rang am Gym Cup in Oberbüren SG ihren bisherigen Höhepunkt fand. Am Startgerät an den Schweizer Meisterschaften im Programm 3, dem Sprung, holte die für Kutu Urdorf startende Lorina mit einem sehr guten Tsukahara und einer ebenso tollen und nicht minder wichtigen Landung die dritthöchste Note in ihrem Programm. Anschliessend sagte sie stolz:

«Den Tsukahara turnen in meiner Kategorie nur die wenigsten Turnerinnen.»

Am Barren dann verzichtete sie auf den Salto als Abgang, weil sie diesen im Training noch nicht ausreichend gut beherrschte. Unglücklicherweise verletzte sich die 11-jährige Fünftklässlerin vor kurzem bei einem Sturz auf den grossen Zeh die Gelenkkapsel und eine Sehne. Darum konnte sie mit dem bandagierten Zeh am Balken das Pflichtelement Pirouette nicht turnen. Somit musste sie am Balken entsprechende Abzüge in Kauf nehmen. Letztlich belegte Lorina den für sie unerwarteten 18. Rang.

Lorina Seiler wäre keine Kunstturnerin, würde sie sich durch diese Enttäuschung bremsen lassen. Auf ihre nächsten Ziele angesprochen, antwortet sie: «Ich möchte den Kadertest im November bestehen und mich für die nächste Stufe, das Nachwuchskader A, empfehlen.» (liz)