Schlieren
Männerchor Schlieren berührte auch ohne Beatrice Egli

Der Männerchor sang am Jahreskonzert «Musig i dä Schwiiz» und begeisterte damit das anwesende Publikum. Dass Beatrice Egli ihre Mitsingen nach dem DSDS-Sieg abgesagt hatte, merkte niemand. Die Schlieremer hatten mit Bianca Krieg einen guten Ersatz gefunden.

Christian Murer
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Konzert des Mäncherchors Schlieren
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Die 16-jährige Solosängerin Bianca Krieg war ein würdiger Ersatz für «DSDS»-Gewinnerin Beatrice Egli. mu
«Musig i dä Schwiiz»: Konzert des Männerchors Schlieren.
«Musig i dä Schwiiz»: Konzert des Männerchors Schlieren.
«Musig i dä Schwiiz»: Konzert des Männerchors Schlieren.
«Musig i dä Schwiiz»: Konzert des Männerchors Schlieren.
Männerchor Schlieren mit Bianca Krieg. Die 16-Jährige sprang für Beatrice Egli ein.
«Musig i dä Schwiiz»: Konzert des Männerchors Schlieren.

Konzert des Mäncherchors Schlieren

Christian Murer

Das gibt es eigentlich nur ganz selten: ein Gotteshaus, das bis auf den allerletzten Platz besetzt ist. So geschehen am vergangenen Sonntagabend in der reformierten Kirche Schlieren. 53 bestandene Männer, ein brillanter Pianist und ein innovativer Dirigent: So präsentierte sich der Männerchor Schlieren mit seinem Dirigenten Christian Meldau an den Konzerten «Musig i dä Schwiiz».

Zum Erfolg beigetragen hatte auch die 16-jährige Solosängerin Bianca Krieg, unter anderem mit dem Ohrwurm «Bella Musica» der verstorbenen Nella Martinetti. Dafür gabs sogar Lob vom Schlieremer Stadtpräsidenten Toni Brühlmann-Jecklin: Ihn habe die junge Kantischülerin aus Glarus, die die vorgesehene Gastsängerin und Superstar Beatrice Egli würdig vertrat, sehr beeindruckt. «Ich fand es ganz toll, wie sich die Solistin mit ihrer natürlichen Art in so kurzer Zeit auf den Männerchor einstimmen konnte. Für mich war Bianca Krieg ein Highlight des Konzerts», schwärmte Brühlmann.

Dirigent Christian Meldau setzte die musikalische Messlatte erneut hoch. Da war in den Liedern die Rede von Heimweh und von über den Gotthard fliegenden Bremsen. Auch Hazy Osterwald geisterte mit seinem legendären Kriminaltango durch die heiligen Hallen. Das Lied «Mis Dach isch de Himmel vor Züri», das ein paar Männcherchörler mit der Solistin zum Besten gaben, war der Abschluss des ersten Programmteils.

Stehend sangen Chor und Publikum nach der Pause den Schweizerpsalm. Und es folgten alt bekannte Lieder aus dem helvetischen Kultur- und Liedergut. Zum Schluss des zweiten Teils durfte sich Stadtpräsident Brühlmann auf Auforderung des Männerchor-Präsidenten Urs Peyer eine Improvisation von Pianist André Desponds wünschen. «Mis Dach isch de Himmel vo Züri», sagte er spontan.

Desponds, der an der Hochschule der Künste in Zürich doziert, überzeugte mit seinem Improvisationsstil. Spielerisch locker – fast etwas übermütig – tanzte er auf den Tasten des Flügels. Der Komponist Paul Burkhard hätte gewiss seine helle Freude an den kunstvollen Läufen gehabt.

Beim Glas Wein draussen vor der Kirche sinnierte Dirigent Christian Meldau über die Leistung «seines» Chors: «Für mich bedeutete dieses Konzert für den Chor punkto Vielseitigkeit und Gegenwartsbezogenheit einen grossen Schritt vorwärts. Darüber bin ich sehr glücklich.» Es sei das Optimum gewesen, was man mit einem Laienchor machen könne.

Die Zukunft sieht der Chordirigent allerdings nicht unbedingt rosig, denn «die Energie für einen derart hochstehenden kulturellen Anlass wird nicht mehr so reibungslos aus der ‹Wohngemeinschaft› Schlieren herausfliessen.» Er sei zwar keineswegs ein Pessimist. «Doch in der Chorszene findet immer mehr eine Professionalisierung statt», ist Meldau überzeugt.

Brühlmann meinte abschliessend: «Es war ein wunderschönes Konzert, das die Seele berührte. Das Programm vereinte ein bisschen Nostalgie mit bekannten lüpfigen Melodien bis hin zur Nationalhymne.» Er wünsche sich, dass der Männerchor jeweils auch am 1. August vertreten sei. Denn: «Dann würde das ‹Trittst im Morgenrot daher› noch viel besser tönen.»

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