Dietikon

Mit viel Charakter gelingt dem FC Dietikon ein Remis

Ein Zungenschnalzer: FCD-Mittelspieler Ardian Laski lanciert einen Angriff. (Bild: Ruedi Burkhard)

Ein Zungenschnalzer: FCD-Mittelspieler Ardian Laski lanciert einen Angriff. (Bild: Ruedi Burkhard)

Der FC Dietikon holt in der 1. Liga gegen die Winterthurer U21-Truppe ein 2:2 – trotz zwei Platzverweisen gegen Ende des Spiels. Nun stehen dem Paiva-Team zwei wegweisende Begegnungen bevor.

Ganz zum Schluss hatte es auch João Paiva erwischt. Dietikons Trainer übertrieb es an der Seitenlinie aus Sicht des Unparteiischen mit der verbalen Unterstützung seines Teams und kriegte den gelben Karton vor die Nase gehalten.

Der 36-jährige Portugiese verstand kurzzeitig die Welt nicht mehr. Nur gut, dass Sekunden später die Partie zu Ende und der eine Zähler im Trockenen war. «Wir haben heute Abend Charakter gezeigt, nie nachgelassen und verdient einen Punkt geholt», resümierte Dietikons Übungsleiter die vorangegangenen 96 Minuten auf dem Winterthurer Kunstrasen.

Sein Team habe sich nie gehen lassen und immer daran geglaubt, etwas holen zu können. «Alle haben eine wunderbare Reaktion auf die beiden Gegentreffer gezeigt.»

Ein Doppelschlag innert sechs Minuten

Die «beiden Gegentreffer» waren ein Doppelschlag von Dimitri Volkart kurz vor der Pause. Beim ersten Tor (35. Minute) durfte sich der 19-jährige FCW-Stürmer den Ball in aller Ruhe und unbehelligt von der FCD-Hintermannschaft zurechtlegen, beim zweiten (41.) profitierte er von einem stümperhaften Ballverlust der Dietiker in der Vorwärtsbewegung. Der während des Spiels untadelige Goalie Alpay Inaner war beide Male machtlos.

Das erste Tor des Abends erzielten indes die Gäste aus dem Limmattal, wenn auch mit ziemlich viel Dusel. In der neunten Minute parierte FCW-Hüter Alexis Rüegg einen viel zu zaghaft geschossenen Foulpenalty von Aleandro Norelli, den Abpraller verwertete der aufmerksame Lulzim Aliu zur Dietiker Führung.

Nach diesem frühen Erfolgserlebnis brachten die Dietiker lange Zeit nicht mehr viel Konstruktives zustande. Ihr Kombinationsspiel war zwar zuweilen schön anzuschauen, grosse Gefahr vor dem Gästetor kam allerdings keine auf. «Wir sind zu wenig konsequent im Angriff», meinte FCD-Übungsleiter Paiva nach Spielschluss. Weil die Gastgeber trotz phasenweiser Überlegenheit ebenfalls nichts Zählbares zustande brachten, kamen die Dietiker gegen Ende der Partie immer besser ins Spiel. Mit dem Höhepunkt in der 81. Minute. Abgezockt wie ein erfahrener Profi holte Aliu den zweiten Penalty des Abends heraus. Wieder übernahm Norelli die Verantwortung, und diesmal versenkte er das Leder diskussionslos zum Schlussresultat von 2:2 in den Maschen.

Das von beiden Teams intensiv geführte Spiel war indes noch lange nicht entschieden. Denn jetzt wollten die Dietiker den Jackpot. Aliu war kaum mehr zu halten und versuchte es immer wieder, dann schoss Meyer den Ball übers Tor. Auch von zwei diskutablen «Ampelkarten» gegen Sljivar (90.) und Moreno (91.) liessen sich die Dietiker nicht aus dem Konzept bringen und suchten in den sechs Nachspielminuten die Entscheidung. Letztlich ohne Erfolg. Dennoch überwog auf Dietiker Seite die Zufriedenheit über den einen Punkt. «Damit können wir sehr gut leben», äusserte sich Sportchef Christian Müller.

Es stehen zwei wichtige Begegnungen bevor

Vom generösen Einsatz seiner Truppe war auch Trainer Paiva angetan. «Am Sonntag ist trainingsfrei, wir treffen uns wieder am Montag», beschied er seiner Mannschaft. Morgen Dienstag kommt Abwechslung in den Trainingsalltag, es steht ein Testspiel gegen die U21 der Grasshoppers an.

Mit sieben Punkten aus ebenso vielen Spielen liegen die Dietiker weiterhin nur knapp über dem ominösen Strich. Die nächsten beiden Partien können für den weiteren Verlauf der Saison durchaus wegweisend sein. Am kommenden Samstag steht das Heimspiel gegen den punktegleichen FC Gossau an (16 Uhr, Primework-Arena). Eine Woche darauf geht es zum «Ländlespiel» gegen den hinter dem FCD klassierten USV Eschen/Mauren. Die Liechtensteiner werden trainiert vom holländischen Ex-Profispieler Erik Regtop (Ajax Amsterdam, Nizza, St. Gallen).

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