Dietikon
«Möbliert, einfach und zweckmässig eingerichtet»: Die neue Asylunterkunft ist virtuell begehbar

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen undeine Besichtigung ist coronabedingt nicht möglich. Dietikon lädt dennoch zu einem Rundgang ein.

Oliver Graf
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Die neue Asylunterkunft Luberzen: Ende Jahr hat die Stadt Dietikon sie dem Kanton abgekauft.

Die neue Asylunterkunft Luberzen: Ende Jahr hat die Stadt Dietikon sie dem Kanton abgekauft.

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Die neue Asylunterkunft Luberzen ist Ende 2020 fertiggestellt worden, wie die Stadt Dietikon am Dienstag mitteilte. Auf einem Spickel Land, der zwischen der viel befahrenen Bernstrasse und der Autobahn A4 liegt, ist ein mehrgeschossiger Holzmodulbau in Minergie-­Bauweise erstellt worden.

Die Liegenschaft bietet im Normalbetrieb Platz für 36 Personen, die in sechs Wohngemeinschaften leben. In jeder der sechs Wohnungen sind drei Schlafzimmer vorhanden, die von jeweils zwei Personen belegt sind. Bei einer starken Belegung können in jedem Zimmer jeweils zwei zusätzliche Betten aufgestellt werden.

Die Wohnungen verfügen zudem über zwei Nasszellen, eine Gemeinschaftsküche und einen Wohnbereich. Sie sind gemäss Mitteilung der Stadt «möbliert, einfach und zweckmässig eingerichtet». Dazu gehören auch für jeden Bewohner der neuen Unterkunft abschliessbare Fächer – dies nicht nur im Vorratsschrank, sondern auch im Kühlschrank.

Die Asylsuchenden sind – wie in anderen Wohngemeinschaften – selber zuständig für ihre Verpflegung und die Reinigung. Sie werden regelmässig von Mitarbeitenden der AOZ besucht, welche die Asylsuchenden betreuen.

Die Stadt Dietikon hätte die Asylunterkunft gerne für einen öffentlichen Rundgang geöffnet, wie sie in ihrer Mitteilung schreibt. Angesichts der Coronavorgaben des Bundesamtes für Gesundheit war dies allerdings nicht möglich. Die Stadt hat auf ihrem Videokanal nun einen kurzen Film online gestellt; so kann die interessierte Bevölkerung zumindest einen virtuellen Rundgang durch die Unterkunft vornehmen.

Beim Kreuzungsneubau fiel die alte Unterkunft weg

Die Stadt Dietikon muss gemäss den aktuell geltenden kantonalen Vorgaben maximal 135 Asylsuchende aufnehmen, wie Sozialvorstand Philipp Müller (FDP) im Video sagt. Mit der Unterkunft in der Luberzen werden die Plätze geschaffen, die bei der vom Kanton vorgenommenen Umgestaltung der Schönenwerdkreuzung weggefallen sind. Denn damals musste eine alte Liegenschaft abgerissen werden, die als Asylunterkunft genutzt worden war. Der Kanton Zürich hat den neuen Holzmodulbau nun erstellt, die Stadt Dietikon konnte ihn ihm Ende Jahr schlüsselfertig abkaufen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Der Bau der neuen Asylunterkunft in der Luberzen hat sich etwas verzögert. Die 2017 erteilte Baubewilligung ist über das Baurekurs- und das Verwaltungsgericht bis vor Bundesgericht angefochten worden. Aus der Nachbarschaft war unter anderem geltend gemacht worden, dass die Erschliessung der Anlage mangelhaft sei: Zur Unterkunft führe bloss ein Fuss- und Radweg, auf dem keine Autos verkehren dürfen.

 Die Asylunterkunft Luberzen während den Bauarbeiten.

Die Asylunterkunft Luberzen während den Bauarbeiten.

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Diesen Umstand bestätigte zwar das Baurekursgericht, doch stufte es dies nicht als gravierendes Problem ein. Es löste dieses mit einer vergleichsweise einfachen Auflage, wie dem damaligen Urteil zu entnehmen war. Es sei am bestehenden Verkehrsschild «Fuss- und Radweg» der Vermerk «Zubringerdienst gestattet» anzubringen. So könne die Erschliessung der Asylunterkunft ohne grossen Aufwand gewährleistet werden. Das Bundesgericht sah es ähnlich und bestätigte die Baubewilligung im Februar 2019.