Entwicklung

Neuer Name, neue Leiterin, Videotelefonie: Bei der Musikschule Limmattal hat sich vieles verändert

Die neue musikpädagogische Leiterin Franziska Geyer (zweite von links) und die administrative Leiterin Sandra Peterhans (rechts) vertreten die Musikschule nach aussen. Der Vorstand (im Bild Präsident Michel Meier und Carmen Imfeld-Mani) will wieder vermehrt strategisch arbeiten und in den Hintergrund treten.

Die neue musikpädagogische Leiterin Franziska Geyer (zweite von links) und die administrative Leiterin Sandra Peterhans (rechts) vertreten die Musikschule nach aussen. Der Vorstand (im Bild Präsident Michel Meier und Carmen Imfeld-Mani) will wieder vermehrt strategisch arbeiten und in den Hintergrund treten.

Mit neuem Namen und neuer musikpädagogischer Leitung will die Musikschule Limmattal nach Ausstehen der Coronakrise durchstarten.

Ende 2017 stiessen die Verantwortlichen der Musikschule Engstringen einen grossen Entwicklungsprozess an, um die Strukturen und die Organisation der Schule zu modernisieren. «Die Musikschule ist seit den 1970er-Jahren stetig gewachsen. Vieles wurde mit Herzblut nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt. Aber die Organisation entsprach irgendwann nicht mehr der heutigen Zeit», sagt Präsident Michel Meier, der die Oberstufenschulpflege Weiningen im Vorstand vertritt.

Ein wichtiger Schritt sei gewesen, die veralteten Statuten der als Verein organisierten Schule den heutigen Bedürfnissen anzupassen, erklärt Meier. Der Unterricht finde weiterhin vor Ort in den Schulhäusern stattfinden. Mit den verbesserten Strukturen wäre auch eine regionale Zusammenarbeit denkbar, falls dies von den umliegenden Musikschulen erwünscht sei, so Meier. So könnten Musiklehrpersonen von höheren Arbeitspensen profitieren und eine gemeinsame Verwaltung würde die einzelnen Musikschulen zeitlich und finanziell entlasten, was ihren Musikschülern vor Ort zu Gute käme.

Zusätzlich sei auch eine Namensänderung sei gewünscht worden, damit klar wird, dass neben der Schule Oberengstringen und der Primarschule Unterengstringen auch die Primarschule sowie die Oberstufe Weiningen ein Teil der Musikschule sind. «Weininger können sich mit Engstringen im Namen nicht identifizieren», sagt Meier.

Innert Tagen musste alles ­umorganisiert werden

Statt unter dem neuen Namen Musikschule Limmattal dynamisch ins neue Jahr zu starten und die künftige musikpädagogische Leiterin Franziska Geyer zu präsentieren, herrschte zunächst Stillstand wegen Corona. Plötzlich standen unmittelbare Probleme im Fokus und der ganze Musikunterricht musste innert Tagen auf Fernunterricht von zu Hause umgestellt werden.

«Schnell war klar, dass viel Austausch und Kommunikation nötig sind», sagt Carmen Imfeld-Mani, die im Vorstand der Musikschule die Primarschulpflege Weiningen vertritt. Auch weil Interimschulleiter Thomas Weilbach an seiner eigenen Schule in Erlenbach voll absorbiert war, sprang Imfeld-Mani in die Bresche als Bindeglied zwischen Schule, Lehrern und Eltern und intensivierte die Kommunikation zu allen Beteiligten. Ein Whatsapp-Chat für alle Lehrer ermögliche zudem den Austausch untereinander: «Das Wir-Gefühl wurde verstärkt», sagt Imfeld-Mani.

Neben der Umstellung auf Videotelefonie wurde auch der jährliche Instrumentenparcours kurzerhand ins Internet verschoben. Statt einem Anlass in den Schulräumen können Interessierte sich online Videos ansehen, in denen die Lehrer ihre Instrumente vorstellen. Obwohl die Schule sich im Umbruch befand, habe man kurzfristig noch innovativer sein müssen, als eigentlich geplant war, sagt Imfeld-Mani. Der zusätzliche Aufwand habe sich gelohnt. Der Videokanal wurde mittlerweile bereits 1300 Mal angeklickt.

Die neue Leiterin übernimmt offiziell am 1. August

Am 1. August wird Franziska Geyer ihr Amt als Schulleiterin offiziell übernehmen. Aber im Hintergrund ist sie längst in die Entwicklung der Schule involviert. Im März stellte sie sich allen Lehrern vor und skizzierte dabei erste Ideen für die Zukunft. Auch an Vorstandssitzungen nimmt sie bereits teil. «Ich schätze es sehr, so viel Rückhalt und Verständnis vom Vorstand zu erhalten und freue mich extrem drauf, diese Freude auch voll ins Amt mitzunehmen», sagt Geyer, die nebenbei selbst als Lehrerin an der Musikschule Dübendorf unterrichtet.

Im Januar schloss sie ihr Studium in Musikmanagement ab und sammelte ab Sommer 2019 als Interimsleiterin der Musikschule Oetwil am See erste Führungserfahrungen. Die Stelle im Limmattal habe sie besonders gereizt, weil sie im Rahmen der Schulreorganisation viel mitgestalten könne. Aber zunächst gehe es darum, alle Auswirkungen der Coronakrise gut zu bewältigen.

«Wir waren begeistert, jemanden so passendes gefunden zu haben», sagt Präsident Meier. Sie bringe eine gute Mischung aus Erfahrung und innovativer Frische mit. Wieder eine richtige Schulleitung zu haben, sei ein wichtiger Teil der Reformen gewesen. Der Vorstand besteht aus je einer Vertretung der vier teilnehmenden Schulgemeinden. Für die Schulgemeinden sei die Musikschule ein Nebenschauplatz, sagt Meier. Deshalb sei es essenziell, eine gute und präsente Schulleitung vom Fach zu haben, um die Schule operativ zu führen und weiterzuentwickeln. Er sei überzeugt, dass Geyer dies zusammen mit der administrativen Leiterin Sandra Peterhans gelingen wird. Der Vereinsvorstand könne sich so künftig wieder stärker auf strategische Hintergrundarbeit fokussieren.

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