Dietikon

Noch fehlt dem Cluster die Heimat — Dietikon führt erste Gespräche wegen Cluster-Standort

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Der Stadtrat könnte sich vorstellen, dass die Stadt für den geplanten Wirtschafts-Cluster ein Grundstück und ein Gebäude kauft.

Der Dietiker FDP-Gemeinderat Peter Metzinger ist überzeugt, dass im Bereich «Umwelt und Energie» grosse Wachstumschancen für nachhaltige – also auch langfristig sichere – Arbeitsplätze bestehen. «Es wird Dietikon gut tun, hier die Nase vorn zu haben», schreibt Metzinger auf seinem Blog. Er hatte im vergangenen Juli eine Interpellation eingereicht, in der er sich unter anderem nach den Möglichkeiten und Chancen eines Wirtschafts-Cluster für Start-up-Unternehmen erkundigt hatte.

In dieser Woche hat der Stadtrat unabhängig von diesem Vorstoss mitgeteilt, dass er – wie dies auch in seiner Wirtschaftsstrategie festgehalten ist – ein solches Kompetenzzentrum schaffen möchte; er hat sich dabei nach einer Analyse inzwischen für den Bereich «Energie und Umwelt» entschieden (die Limmattaler Zeitung berichtete). Jetzt hat der Stadtrat auch gleich Metzingers Interpellation beantwortet. Dank eines Wirtschafts-Clusters könnte sich die Stadt Dietikon klar positionieren, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort.

Noch fehlt dem Cluster die Heimat

Allerdings benötige ein solches Kompetenzzentrum «eine Heimat, also eine Infrastruktur, welche entsprechende Unternehmen zusammenführt und diesen einen regelmässigen Austausch ermöglicht». Der Stadtrat verweist auf Beispiele wie die Technopärke Zürich und Winterthur, den Bio-Technopark Schlieren und den Innovationspark Dübendorf. Diese würden alle auf einer eigenen Infrastruktur funktionieren, so der Stadtrat.

Für die Bildung eines Wirtschafts-Clusters sei es also eine Voraussetzung, dass eine Fläche und eine Infrastruktur zur Verfügung stünden, bilanziert der Stadtrat. Diese müssten der Energie- und Umweltbranche entsprechend bedarfsgerecht gestaltet und entwickelt werden können. Der Fokus liege jetzt darauf, eine gute, geeignete Infrastruktur zu finden. «Die Standortförderung ist aktuell im Gespräch mit Grundstückeigentümern und klärt ab, wo entsprechende Möglichkeiten bestehen und welche Flächen für den Aufbau eines Wirtschafts-Clusters in Frage kommen könnten», schreibt der Stadtrat weiter. Denkbar ist für ihn, dass die Stadt ein entsprechendes Grundstück kaufen wird. Möglich ist aber auch, dass dieses gemeinsam mit einem privaten Eigentümer entwickelt wird.

Im Vordergrund für den Cluster-Standort dürfte vermutlich die Silbern stehen. Dieses Gebiet hatte auch Metzinger in seiner Interpellation erwähnt, da es dort ausreichend leere Flächen gebe, die genutzt werden könnten. «Allerdings müsste die Erschliessung des Gebietes durch schnellere öV-Lösungen verbessert werden», betonte der FDP-Gemeinderat und verwies beispielhaft auf selbstfahrende Busse.

Peter Metzinger, Dietiker FDP-Gemeinderat

Peter Metzinger, Dietiker FDP-Gemeinderat

Offen für neue Lösungen im Silbern-Gebiet

Der Stadtrat sei für neue und innovative Lösungen grundsätzlich offen, da er natürlich die Verkehrsproblematik im Industriegebiet kenne, heisst es in der Antwort. Es sei aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, «zur öV-Erschliessung im Gebiet Silbern verbindliche Aussagen zu machen».

Vorerst geht es gemäss Stadtrat nun erst einmal darum, Grundlagen auszuarbeiten. Diese seien unabdingbar, um denkbare Möglichkeiten mit SBB, ZVV und anderen Leistungserbringern im öffentlichen Verkehr zu diskutieren.

Der Stadtrat setzt seine Hoffnungen auf eine interdisziplinäre Projektarbeit, die aktuell in Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen für Raum- und Landschaftsplanung, Infrastrukturmanagement und Verkehrsplanung an der ETH Zürich läuft. Dabei sind gemäss Stadtrat unter anderem die Verkehrserschliessung der Gebiete Niderfeld und Silbern ein Thema. «Der Stadtrat verspricht sich von den Resultaten neue und zukunftsweisende Ideen, die in die politische Diskussion eingebracht werden können», hält er in der Antwort fest. (og)

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