Oberengstringen

Plexiglas und Gesichtsvisier: So geht Logopädie während Corona

Wegen der Schutzmassnahmen vermissen die Logopädinnen im Schulhaus Sunnerai die menschliche Nähe. Es ergibt sich ein strikter Zeitplan und auch der Kontakt zu den Eltern fehlt.

In der Schule spielen Masken eine wichtige Rolle für den gegenseitigen Schutz. Aber was, wenn sie die tatsächliche Arbeit verunmöglichen? Davon betroffen sind etwa Doris Angehrn und Barbara Pfeiffer, die Logopädinnen im Schulhaus Sunnerai in Oberengstringen. Sie arbeiten mit Kindern mit Kommunikationsschwierigkeiten aller Art: Dazu gehören Probleme mit dem Wortschatz, Verständnisschwierigkeiten, Probleme mit der Grammatik oder der Aussprache.

«Bei vielen Kindern, die wir behandeln, ist der Spracherwerb verzögert», sagt Doris Angehrn, eine der beiden Logopädinnen im Schulhaus Sunnerai. «Bei mehrsprachigen Kindern achten wir darauf, ob sich die Beeinträchtigung auch in der Muttersprache zeigt. Ansonsten handelt es sich nicht um ein logopädisches ­Problem.»

Vieles wird spielerisch vermittelt

Während ihrer Sprechstunden tragen sie entweder Gesichtsvisiere oder achten darauf, dass eine Plexiglasscheibe zwischen ihnen und dem Kind ist. Zudem müssen sich alle Kinder beim Betreten des Therapiezimmers die Hände waschen. Man begrüsst sich mit dem Ellbogen oder dem Fuss. So konnten die Logopädinnen im Mai nach dem Lockdown ihre Arbeit wieder aufnehmen. Kindergartenkinder, Primar- und Oberstufenschüler aus Oberengstringen besuchen die Logopädie bei Angehrn und Pfeiffer. Sie leisten wichtige Arbeit, denn Kommunikationsschwierigkeiten können sich bei Betroffenen auch noch im Erwachsenenalter zeigen.

Vieles werde in der Logopädie den Kindern möglichst spielerisch vermittelt. «Wir erweitern zum Beispiel ihren Wortschatz, indem wir mit ihnen kochen. So lernen sie, bestimmte Abläufe sprachlich auszudrücken», sagt Pfeiffer. «Uns ist es wichtig, den Kindern das Positive an der Kommunikation zu vermitteln. So zeigen wir ihnen beispielsweise, wie sie durch die Sprache ihre Bedürfnisse ausdrücken können.»

Austausch per Videochat war problematisch

«Der Lockdown war schwierig für uns», sagt Pfeiffer. «Weil man in der Therapie flexibel auf ein Kind eingehen muss, liess sich eine Sitzung kaum per Videochat durchführen.» Sie habe sich trotzdem zwischendurch bei den Kindern telefonisch gemeldet oder ihnen einen Brief geschrieben, um den Kontakt aufrechtzuerhalten. Zudem habe sie den Kindern Aufgaben nach Hause geschickt. «Als die Schule wieder startete, galt auch für die Logopädie ein ungewohnter Stundenplan, weil die Kinder zu veränderten Zeiten Unterricht hatten», sagt sie.

Der Kontakt zu den Eltern fehlt den beiden Logopädinnen zurzeit aufgrund der Coronaschutzmassnahmen besonders. «Dieser findet mehrheitlich telefonisch statt», sagt Angehrn. «Bei ­direkten Kontakten halten wir die ­Abstandsregel ein. Bei längeren Gesprächen kann auch eine Maske zum Einsatz kommen.» Auch im Gespräch mit den Eltern sei es allerdings angenehmer, die Mimik des Gegenübers lesen zu können.

Obwohl die Therapiestunden durchgeführt werden können, vermisse sie die Nähe zu den Kindern, sagt Pfeiffer. «Früher konnte man ihnen zwischendurch einen High Five geben. Die momentane Situation ist für mich unnatürlich und blockiert die spontane Kommunikation.» Da nach jedem Kind diverse Gegenstände desinfiziert werden müssten, ergebe sich zudem ein stark getakteter Zeitplan.

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