Schlieren

Rutsch- und Sturzgefahr: SVP-Gemeinderat kritisiert neuen Stadtplatz

Fällt die Temperatur unter Null, wird es es auf dem neuen Stadtplatz in Schlieren glatt: Der Stadtrat müsse etwas unternehmen, fordert ein Politiker.

Der neugestaltete Schlieremer Stadtplatz sei gefährlich, sagt Hans-Ulrich Etter: Laut dem SVP-Gemeinderat besteht im Winter grosse Rutschgefahr - es seien bereits mehrere Personen gestürzt. Er verlangt vom Stadtrat Gegenmassnahmen.

Bei nasskalter Witterung hersche auf dem neuen Stadtplatz im Schlieremer Zentrum Unfall- und Sturzgefahr: Von einer insgesamt «gefährlichen Situation» spricht Hans-Ulrich Etter. Der SVP-Gemeinderat will deshalb vom Stadtrat mit einer kleinen Anfrage wissen, ob und was er dagegen zu unternehmen gedenke.

Mit seiner Beobachtung, dass der Stadtplatz vereisen kann, ist Etter nicht alleine. Beim «Stadtmelder», einem Online-Tool, über das Anwohner und Passanten die Verwaltung auf kaputte Strassenlampen, herumliegenden Abfall und anderes hinweisen können, gibt es auch einen entsprechenden Eintrag: «Stadtplatz vereist, bitte salzen», heisst es beispielsweise in einem Eintrag vom 18. Januar schlicht.

Auf dem Stadtplatz seien, als die Temperaturen in den vergangenen Wochen so tief waren, mehrere Personen gestürzt, sagt Hans-Ulrich Etter. Konkret sind ihm vier Unfälle bekannt. Ob sich die Gestürzten dabei verletzt haben, weiss er nicht. Auch dies will er vom Stadtrat in Erfahrung bringen.

Zustand kann sich rasch verändern

Der Winterdienst der Stadt Schlieren habe den Auftrag, die Sicherheit auf den kommunalen Strassen, Plätzen und Trottoirs zu gewährleisten, teilte die Stadt in der vergangenen Woche unabhängig von der kleinen Anfrage mit. Bei extremen Wetterverhältnissen könne sich der Strassen- und Trottoirzustand aber plötzlich verändern.

Vor zwei Wochen war es beispielsweise zu speziellen Ereignissen gekommen: Am Montag, 28. Januar, war der Schlieremer Winterdienst um 4.30 Uhr zum Salzen ausgerückt, am darauffolgenden Dienstag um 3.30 Uhr. An beiden Tagen fielen gemäss Mitteilung die Temperaturen aber gegen 6 Uhr in kurzer Zeit deutlich in die Minusgrade. Dies habe an exponierten Stellen unvermittelt zu Glatteis geführt, heisst es in der Mitteilung.

In derartigen Situationen werden jeweils alle verfügbaren Kräfte des Winterdienstes aufgeboten. Das Salzen und die Schneeräumung erfolgen nach einer speziellen Prioritätenliste, wobei stark genutzte Wege und Plätze im Zentrum zuerst behandelt werden. «Bis aber alle Trottoirs und Strassen geräumt oder gesalzen sind, vergeht einige Zeit», hält die Stadt fest. Den Verkehrsteilnehmern werde deshalb generell geraten, in der Winterzeit besonders vorsichtig zu sein.

Ist es der Wind oder der Boden?

Dass es im Winter rutschig sein kann, dem ist sich Etter druchaus bewusst. «Auf dem Stadtplatz ist es meiner Meinung nach aber gefährlicher als an anderen Orten», sagt er. So habe er beispielsweise auf dem Trottoir neben dem Platz bislang keine Vereisung feststellen können.

Weshalb es auf dem neuen Stadtplatz in der Mitte des Grosskreisels derart glatt wird, darüber kann Etter nur spekulieren. «Über den Stadtplatz streicht öfters ein rauer Wind, da ist auch die Gefahr grösser, dass es am Boden zu Vereisungen kommt», mutmasst er. Zudem könnte der dunkle Belag mit seiner feinen Ausgestaltung die Eisbildung fördern. Schliesslich würden sich, da an gewissen Stellen das Wasser nicht ablaufe, auch Pfützen bilden, die bei tiefen Temperaturen gefrieren, führt Etter weiter aus.

Der Stadtrat von Schlieren hat nun drei Monate Zeit, um zur eingegangenen kleinen Anfrage Stellung zu beziehen. Dann dürfte der Winter zwar vorüber sein: Doch Schnee von gestern sei die Antwort nicht, meint Etter. Der nächste Winter komme bestimmt. «Und dann muss der Platz sicher sein.»

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