Unterengstringen
Die Pumptrack-Anlage sorgte für rote Köpfe an der Gemeindeversammlung

Die Unterengstringer Gemeindeversammlung diskutierte über die Pumptrack-Anlage, das Hochhaus im Gestaltungsplan «Sennenbüel West» und den öffentlichen Verkehr. Zudem genehmigten sie die Jahresrechnung 2020 sowie die Bauabrechnung zum alten Gemeindehaus.

Lydia Lippuner
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2019 stand beim Schulhaus Büel in Unterengstringen eine mobile Pumptrack-Anlage. Nun fordert die IG Pumptrack 8103 eine feste Anlage auf Unterengstringer Boden.

2019 stand beim Schulhaus Büel in Unterengstringen eine mobile Pumptrack-Anlage. Nun fordert die IG Pumptrack 8103 eine feste Anlage auf Unterengstringer Boden.

Sandra Ardizzone

An der Gemeindeversammlung in Unterengstringen war der Diskussionsbedarf gross. Insbesondere der Vorschlag für eine feste Pumptrack-Anlage im Dorf erhitzte die Gemüter im Gemeindesaal am Dienstagabend. Die Interessengemeinschaft (IG) Pumptrack 8103 hatte im Vorfeld bereits rund 760 Unterschriften gesammelt. Sie nutzte nun die Gelegenheit, um die 75 anwesenden Stimmberechtigten für ihr Anliegen zu erwärmen. Das Ziel: Mit einem Teil der Jubiläumsdividende der Zürcher Kantonalbank (ZKB) soll auf Unterengstringer Boden eine Pumptrack-Anlage erstellt werden.

Auf eine von der IG eingereichte Anfrage hin verlas Gemeindepräsident Simon Wirth (FDP) an der Versammlung eine Antwort. Man sei einer Pumptrack-Anlage keineswegs abgeneigt, doch der vorgeschlagene Standort sei bereits für die Erweiterung der Schulanlage Büel reserviert. Der Standort grenze zudem an ein Wohngebiet, deshalb könne es zu Lärm- und Litteringklagen kommen. Man habe sich mit der Gemeinde Weiningen abgesprochen, um künftig gemeinsam eine Anlage zu bauen – zwar auf Weininger Boden, aber doch gut erreichbar für Unterengstringer.

«Weiningen will jedoch noch nicht vor Ende des Jahres am Projekt mitarbeiten», schrieb der Gemeinderat weiter. Die Antwort stiess der IG sauer auf. Ivan Storto forderte den Gemeinderat in ihrem Namen auf, «die Bedürfnisse der Bevölkerung ernst zu nehmen» und eine Anlage in Unterengstringen zu unterstützen. Ein weiterer Votant monierte später, man solle nicht immer vom Littering sprechen, sondern den Jungen auch eine Alternative wie etwa eine Pumptrack-Anlage bieten.

Ein Gestaltungsplan wird üblicherweise nicht ausgesteckt

Alt Gemeinderat Robert Nitschke wollte derweil in einer weiteren Anfrage vom Gemeinderat wissen, ob man das im privaten Gestaltungsplan «Sennenbüel West» geplante Hochhaus an der Zürcherstrasse ausstecken könne. «Es ist mir ein Anliegen, dass die Stimmbürger sehen können, wie der Baukörper aussehen könnte», sagt er. Das sei besonders wichtig, da ein so hohes Gebäude ein Novum in der Gemeinde sei. Erneut verlas Wirth die Antwort des Gemeinderats: «Die Aussteckung eines Richtprojektes im Rahmen eines Gestaltungsplans ist unüblich und kann weder verlangt werden, noch hat sie eine rechtliche Bedeutung.» Nitschke beharrte auf seinem Standpunkt und wünschte, dass die Gemeinde den Einwohnern diesen Dienst erweise.

«Grundsätzlich muss der Bauherr erst ausstecken, wenn er ein Baugesuch stellt», bestätigt Pirmin Knecht, Abteilungsleiter für die Koordination Bau und Umwelt bei der kantonalen Baudirektion. Es sei aber nicht verboten, einen Gestaltungsplan oder ein Richtprojekt auszustecken. Dies gestalte sich jedoch schwierig, da bei einem solchen Plan meist noch ein Spielraum vorhanden sei.

Anfrage zum öffentlichen Verkehr liegt beim Regierungsrat

Unter dem Traktandum Verschiedenes wollte ein Votant zudem wissen, wer den ruhenden Verkehr im Dorf kontrolliere und wie der Gemeinderat darauf reagiere, dass ab Dezember 2022 rechts der Limmat Direktverbindungen wegfallen, weil der ZVV mehrere Linien kürzen will. Die Person, welche die Parkplätze bislang kontrolliert habe, sei leider Anfang Jahr an Covid-19 verstorben, antwortete Sicherheitsvorstand Urs Muntwyler (FDP). Ab Juli werde aber eine private Firma die Polizei rechtes Limmattal unterstützen.

Er habe gemeinsam mit den Kantonsräten André Bender (SVP) und Pierre Dalcher (SVP) einen Vorstoss beim Regierungsrat eingereicht, da ihm ein gutes ÖV-Netz für die wachsende Bevölkerung am Herzen liege, sagte Hochbauvorstand und Kantonsrat Yiea Wey Te (FDP). «Aufgrund der Verdichtung ist eine ÖV-Reduktion nicht das Richtige.» In seinem Vorstoss fragt er den Regierungsrat unter anderem, ob eine Verlängerung der Tramlinie 13 in absehbarer Zeit denkbar wäre. Raunen im Saal.

Jahresrechnung und Bauabrechnung wurden angenommen

Die eigentlichen Traktanden gingen reibungslos über die Bühne. Die Rechnung 2020, die bei einem Aufwand von 21,3 Millionen und einem Ertrag von 23,5 Millionen Franken mit einem Plus von 2,2 Millionen Franken abschloss, wurde diskussionslos angenommen. Genauso wurde die Bauabrechnung für das alte Gemeindehaus, die mit gut 315'000 Franken den von den Stimmbürgern genehmigten Kredit um knapp 35'000 Franken unterschritt, einstimmig angenommen. Im umgebauten Haus leben nun mehrere Asylbewerber, wie Sozialvorständin Gisela Biesuz (SVP) erklärte.

Zudem informierte der Gemeinderat die Versammlung über die positive Schulevaluation der Primarschule, den neuen Webauftritt derselben sowie die Sanierung der Langackerstrasse und die Voteinfo-App, die nun auch über lokale Abstimmungen und Geschäfte informiert. Die Feuerwehr Engstringen, die im Januar aufgrund der Schneemassen bereits einen grossen Einsatz leistete und bald ein neues Tanklöschfahrzeug erhält, wurde ebenfalls gewürdigt.