Weiningen/Geroldswil

Verkehrsberuhigung in der Fahrweid: Die Gemeinden wollen vor dem Kanton loslegen

So stellen sich die Gemeinden das Verkehrsregime in der Fahrweid künftig vor.

So stellen sich die Gemeinden das Verkehrsregime in der Fahrweid künftig vor.

Die Gemeinden legen ihre Pläne zur Strassengestaltung am 17. Januar auf. Sie wollen das Projekt bereits 2021 umsetzen - auch wenn der Kanton die neue Niederholzstrasse dann noch nicht fertig gebaut hat.

Der Durchgangsverkehr prägt die Fahrweid. Auf der Fahrweidstrasse, die durch das Quartier führt, das sich auf Weininger und Geroldswiler Boden befindet, verkehren täglich über 8000 Fahrzeuge. Auf der Niederholzstrasse sind es sogar über 12000. Seit Jahrzehnten wünschen sich die Bewohnerinnen und Bewohner eine Verkehrsberuhigung. Die kommt nun allmählich ins Rollen.

Die Gemeinden Weiningen und Geroldswil legen am 17. Januar jeweils ihr Vorprojekt zur Strassenraumgestaltung in der Fahrweid zur Ansicht auf. Beide Gemeinden erstellten unabhängige Pläne. «So kann jede autonom für sich arbeiten und ist nicht auf die Entscheide der anderen angewiesen», sagt der Weininger Gemeindeschreiber Bruno Persano. Und Gregor Jurt, Gemeindeschreiber von Geroldswil, ergänzt: «Natürlich gibt es aber auch Schnittstellen, über die man gemeinsam diskutieren und die man koordinieren muss.»

Gleichzeitig wird am 17. Januar auch der Kanton seine Pläne für die Fahrweid veröffentlichen. Er wird im Rahmen des Gubrist-Ausbaus eine Umfahrung realisieren und dafür die neue Niederholzstrasse im Hardwald errichten. Die dann alte Niederholzstrasse wird dadurch vom Hauptverkehr entlastet und zu einer Gemeindestrasse abklassiert.

Die neue Strassenraumgestaltung auf kommunaler Ebene soll das Quartier für den Durchgangsverkehr unattraktiv machen und die Fahrweid aufwerten. Konkret werden die Fahrweid-, die alte Niederholz-, die Quer- und die Hardwaldstrasse instandgesetzt und umgestaltet. Auf der alten Niederholzstrasse wird Tempo 30 eingeführt. Ebenso gilt auf dem Weininger Abschnitt der Fahrweidstrasse im Gebiet zwischen Querstrasse und Überlandstrasse künftig ein Tempo-30-Regime. Danach gilt wie bis anhin Tempo 50.

Baumreihen sollen im Sommer Schatten spenden

In den Tempo-30-Zonen werden die Fahrbahnen verschmälert. Die alte Niederholzstrasse wird von 7,5 auf 5,5 Meter und die Fahrweidstrasse von 7,5 auf 6,2 Meter reduziert. Zugute kommt das den Trottoirs. «Die Gehwege werden breiter, der Fussgängerraum beträgt auf der alten Niederholzstrasse beispielsweise rund vier Meter», sagt Gemeindeschreiber Persano. Zudem werden diese Strassenzüge mit einseitigen Baumreihen ergänzt. «Sie sollen das Ortsbild aufwerten sowie an heissen Sommertagen schattenspendend wirken», erklärt Persano. Auf der alten Niederholzstrasse ist zudem die Einführung eines kurzen Einbahnabschnitts im Anschlussbereich der neuen Niederholzstrasse und Querstrasse vorgesehen. Damit will die Gemeinde Weiningen sicherstellen, dass bei Stausituationen auf den übergeordneten Strassen kein Ausweichverkehr durch das Quartier entsteht. Der Radverkehr ist von dieser Verkehrsbeschränkung jedoch nicht betroffen.

So stellen sich die Gemeinden das Verkehrsregime in der Fahrweid künftig vor. Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext Blindtext Blind

So stellen sich die Gemeinden das Verkehrsregime in der Fahrweid künftig vor. Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext Blindtext Blind

Während auf der alten Niederholzstrasse beidseitig Trottoirs geplant sind, wird der westliche Gehweg an der Fahrweidstrasse zwischen der Querstrasse und der Giessackerstrasse aufgehoben. «Dies, weil die nördlich davon liegende Tempo-50-Zone eine breitere Fahrbahn benötigt. Zugunsten eines sicheren und grosszügigen Gehwegs auf der östlichen Seite und zugunsten einer Baumreihe, haben sich beide Gemeinden darauf geeinigt, auf das westliche Trottoir in diesem Abschnitt zu verzichten», sagt Gemeindeschreiber Jurt. Dieses sei bisweilen nur spärlich frequentiert gewesen, da auf dieser Seite keine Häuser vorhanden sind. Als Ersatzmassnahme sorgen Weiningen und Geroldswil im Bereich des Gärtliwegs im Grenzgebiet für die Erstellung einer Fussgängerquerung mit Schutzinsel, damit Fussgänger einen sicheren Übergang zum östlichen Trottoir haben.

Die Taktfrequenz der Busse kann beibehalten werden

Aufgrund der Geschwindigkeit von 50 km/h ab diesem Teil der Fahrweidstrasse kann laut Gemeindeschreiber Jurt die Taktfrequenz des Busses aufrechterhalten werden. Im Vorprojekt der Gemeinde Weiningen wird zudem ersichtlich, dass für den Ausbau des Fussgängerstreifens samt Schutzinsel auf der Höhe der Bushaltestelle Brunaustrasse der Erwerb von rund 100 Quadratmeter Land nötig wird.

Auf der Fahrweidstrasse soll künftig zwischen Überland- und Querstrasse Tempo 30 gelten.

Verkehrsberuhigung für das Quartier

Auf der Fahrweidstrasse soll künftig zwischen Überland- und Querstrasse Tempo 30 gelten.

Auf dem Geroldswiler Abschnitt der Fahrweidstrasse ab der Bushaltestelle Au ist beidseitig ein Trottoir vorgesehen. Baumreihen sollen hier auf der östlichen Seite bis auf Höhe der Giessackerstrasse entstehen. Geplant sind zudem Fahrbahnhaltestellen für Busse, die die Fahrweidstrasse passieren - eine weitere Massnahme, um den Schleichverkehr zu verhindern. Für Velofahrer werden auf der Fahrweidstrasse nördlich der Querstrasse beidseitig Radstreifen von 1,5 Metern Breite markiert.

Nicht nur die Optik, sondern auch die Verkehrsführung wird sich mit der neuen Strassenraumgestaltung verändern. Der Kreisel bei der Limmatbrücke wird durch eine Kreuzung ersetzt. Künftig werden Fahrzeuge bei der Limmatbrücke nur noch Richtung Dietikon, nicht aber Richtung Zürich abbiegen können. In die Fahrweidstrasse und die alte Niederholzstrasse kann nach Abschluss des Projekts aber nach wie vor von der Überlandstrasse her von beiden Richtungen eingebogen werden. Eingeführt wird zudem auch ein Lastwagenfahrverbot auf der ganzen Fahrweidstrasse.

Für die Gemeinde Weiningen betragen die Gesamtkosten für die Strassenraumgestaltung 6,38 Millionen Franken, davon sind 965000 Franken ungebunden. Die Stimmberechtigten können über diesen Betrag abstimmen. Insgesamt 1,95 Millionen Franken kostet das Projekt die Gemeinde Geroldswil, davon sind 295000 Franken ungebunden und die Gemeindeversammlung kann darüber befinden.

Die beiden Vorprojekte liegen 30 Tage auf den Gemeindeverwaltungen auf. Während dieser Frist können Bürgerinnen und Bürger Einwendungen einreichen. Nachdem diese behandelt und gegebenenfalls die Pläne angepasst sind, legen die Gemeinderäte das Projekt fest. Persano und Jurt gehen davon aus, dass die ungebundenen Kredite den Stimmberechtigten voraussichtlich an den Dezembergemeindeversammlungen zur Abstimmung vorgelegt werden können.

Ursprünglich wollten die Gemeinden mit der Umgestaltung zuwarten, bis der Kanton die neue Niederholzstrasse gebaut hat. Man rechnete mit der Fertigstellung der neuen Umfahrung Mitte 2021. Da sich diese nun aber verzögert, ist geplant, dass die Arbeiten an der Fahrweidstrasse oder zumindest Teile davon vorgezogen werden. Der Baubeginn dürfte ab 2021 erfolgen.

Autor

Sibylle Egloff

Meistgesehen

Artboard 1