Dietikon

Warum kein Muslim-Grabfeld? SP haucht Friedhof-Diskussion neues Leben ein

«Die Nachfrage nach einem solchen Grabfeld in Dietikon ist unbestritten», ist der Dietiker Gemeinderat Silvan Fischbacher (SP) überzeugt.

«Die Nachfrage nach einem solchen Grabfeld in Dietikon ist unbestritten», ist der Dietiker Gemeinderat Silvan Fischbacher (SP) überzeugt.

Warum hat Dietikon kein Grabfeld für Muslime, wo sie nach der Begräbniskultur ihres Glaubens beerdigt werden könnten? Und das, obwohl hier viele Muslime leben? Diese Frage will Gemeinderat Silvan Fischbacher (SP) vom Dietiker Stadtrat beantwortet wissen. Er hat eine entsprechende Interpellation beim Stadtrat eingereicht.

Insbesondere will Fischbacher wissen, ob es in den letzten Jahren Kontakte gegeben habe mit den Vertretern der Religionsgemeinschaften, um die «momentanen Verhältnisse» zu verbessern. Überdies fragt Fischbacher, wo auf dem Friedhof Guggenbühl ein Muslim-Grabfeld errichtet werden könnte. Inwiefern man die Friedhof- und Bestattungsverordnung anpassen müsste, um ein Muslim-Grabfeld zu ermöglichen, will er weiter wissen. Als Beispiele für Friedhöfe mit solchen Grabfeldern nennt Fischbacher Zürich Witikon, Baden Liebenfels und Winterthur Rosenberg.

Die Interpellation von SP-Fischbacher mitunterzeichnet haben sechs weitere SP-Parlamentarier, drei Grüne sowie Ernst Joss von der AL und Sven Johannsen von der GLP.

Muslim-Grabfeld 2013 in Schlieren abgelehnt

Fischbacher haucht mit seinem parlamentarischen Vorstoss einer Limmattaler Diskussion neues Leben ein, die vor mehreren Jahren eingeschlafen war: 2013 wies das Schlieremer Parlament die Revision der Friedhofsverordnung mit einer Zweidrittelmehrheit zurück, weil der Stadtrat vorhatte, auf dem Schlieremer Friedhof ein separates Muslim-Grabfeld mit 110 Gräbern zu errichten.

Auch in Dietikon wurde schon darüber diskutiert, unter anderem hatte die Islamische Gemeinschaft in Dietikon 2008 eine Anfrage beim Stadtrat deponiert. Der damalige Stadtpräsident Otto Müller (FDP) hielt 2013 gegenüber der «Limmattaler Zeitung» fest, man erachte es als grosse Errungenschaft, dass Verstorbene aller Religionen gemeinsam die letzte Ruhe finden könnten. Die Zürcher Vereinigung der Islamischen Organisationen (Vioz) bedauerte damals, dass ein Muslim-Grabfeld in Dietikon «kein Thema» sei. Man nehme dies mit angemessener Geduld zur Kenntnis, sagte damals ein ­Vioz-Sprecher.

«Die Nachfrage nach einem solchen Grabfeld in Dietikon ist unbestritten», hält Fischbacher in seiner Interpellation fest. (liz)

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