öffentlicher Verkehr

Weniger Rauch an Limmattaler Bahnhöfen – Urdorf und Birmensdorf folgen im September

Seit dieser Woche setzen die SBB ihr neues Nichtraucher-Regime im Bezirk Dietikon um. Drei Bahnhöfe haben noch eine Gnadenfrist.

Im Dezember 2005 schafften die SBB die Raucherwagen ab. Nun gibt es eine weitere Freude für viele Nichtraucher, die zugleich die Raucher einschränkt. Seit Dienstag sind die Bahnhöfe Dietikon, Glanzenberg, Schlieren und Killwangen-Spreitenbach rauchfreie Bahnhöfe mit Raucherbereichen.

Die Raucherbereiche werden signalisiert durch Aschenbecher-Stelen, an denen ein Schild mit einem Raucherpiktogramm angebracht ist. Anders als etwa in Deutschland gibt es aber keine Markierungen am Boden, die den Raucherbereich zentimetergenau eingrenzen. Stattdessen steht auf dem Schild klein geschrieben, dass sich der Raucherbereich grundsätzlich auf die zwei Meter rund um den Aschenbecher erstreckt. «Wir verzichten aufgrund von Vorgaben des Bundesamts für Verkehr auf Bodenmarkierungen. Dieser Verzicht soll aber auch ein Zeichen von Respekt, Toleranz und Miteinander sein», sagt ein SBB-Sprecher auf Anfrage. Das neue Regime sei eine gute Nachricht für Nichtraucher und für Raucher, heisst es denn auch auf Plakatwänden an den Schweizer Bahnhöfen.

Hardbrücke, Birmensdorf und Urdorf folgen im September

Der Hauptbahnhof und der Bahnhof Stadelhofen wurden am 13. August umgerüstet. Am Montag war Altstetten an der Reihe. Am 13. September folgen die Bahnhöfe Urdorf, Urdorf Weihermatt und Birmensdorf, am 18. September der Bahnhof Hardbrücke. Weiter geht es mit Neuenhof und Würenlos (am 20. September) sowie Wettingen und Baden (23. September).

Den Entscheid für weniger Rauch im Bahnhofsbereich fällte der Schweizer Branchenverband öffentlicher Verkehr (VöV) Ende 2018. Zuvor wurden Praxistests am Stadelhofen, in Basel und in Neuchâtel durchgeführt. Zudem zeigte eine Marktforschung der SBB, dass 75 Prozent ihrer Kunden eine grössere Einschränkung des Rauchens befürworten.

Das neue Regime wird nicht an allen Bahnhöfen gleich umgesetzt. So hängt es insbesondere von der Grösse des Bahnhofs und des jeweiligen Perrons sowie von den Passagierzahlen ab, wo die Raucherbereiche erstellt und wie sie gestaltet werden.

Ein Ziel: 550 Kilogramm weniger Littering auf den Gleisfeldern

In drei Kategorien wurden die Bahnhöfe eingeteilt. Grosse mit Fernverkehrshalten erhalten in der Regel zwei Raucherbereiche pro Perron. Mittelgrosse werden mit einem pro Perron ausgestattet. Anders bei kleinen Bahnhöfen, wo Bahnhofszugang und Perron unmittelbar beieinanderliegen: Hier gibt es jeweils einen Raucherbereich beim Bahnhofszugang.

Je nach Bahnhof sind die Raucherbereiche überdacht oder nicht. Einen nicht überdachten gibt es beispielsweise auf einem Perron beim Bahnhof Glanzenberg. «Sollten wir Rückmeldungen von den Kunden erhalten, dass gewisse Raucherbereiche überdacht werden sollten, nehmen wir das in unsere Überlegungen auf», sagt der SBB-Sprecher.

Zum einen dient das neue Regime der Gesundheit der Nichtraucher, zum anderen erhoffen sich die Bahnbetreiber eine bessere Entsorgung der Zigarettenstummel, schliesslich darf nur noch beim Aschenbecher geraucht werden. Hintergrund: Pro Tag landen 550 Kilogramm Zigarettenstummel in den Gleisfeldern der Nation.

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