Geroldswil

Wie das Baufeld Ost zur «Huebegg» wurde — der Gemeinderat und eine Linguistin erklären

Im Dezember 2020 sind die ersten Wohnungen der Überbauung «Huebegg» bezugsbereit.

Im Dezember 2020 sind die ersten Wohnungen der Überbauung «Huebegg» bezugsbereit.

Das Baufeld Ost heisst offiziell «Huebegg». Welche Überlegungen dahinter stecken und welche Namen zudem zur Auswahl standen, erzählt Hochbauvorstand Peter Vogel (FDP).

Der Innenausbau der Zentrumsüberbauung Baufeld Ost in Geroldswil schreitet voran. Die Prospekte für die 27 Mietwohnungen im Dorfzentrum geben bereits eine erste Vorstellung, wie das Zuhause der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner aussehen könnte. Illustriert sind helle, grosse Wohnküchen und Badezimmer mit blauen Platten und geräumigen Duschen. «Mitten in Geroldswil. Mitten im Leben» steht auf der Dokumentation. Darüber prangt in grossen Lettern der Name «Huebegg».

Im Dezember teilte der Gemeinderat mit, dass das Zentrumsprojekt Baufeld Ost nun offiziell so heisst (die Limmattaler Zeitung berichtete). Der Gemeinderat bestimmte die neue Bezeichnung Anfang Oktober, kurz nach der Aufrichte des Rohbaus. «Es gab mehrere Vorschläge, die der Gemeinderat zu beurteilen hatte. Es dauerte eine Woche, bis wir uns alle auf den Namen ‹Huebegg› einigten», sagt Hochbauvorstand Peter Vogel (FDP). Es seien auch Namen wie Geroldshof, Geroldallee oder Huebwiesenhöfe zur Auswahl gestanden. Obwohl lange vom Baufeld Ost die Rede war, habe sich der Gemeinderat schnell auf die neue Bezeichnung einstellen können, verrät Vogel. Das habe auch seinen Grund. «Der Name ist sofort einprägsam, kurz und prägnant.» Doch nicht nur deswegen entschied sich die Geroldswiler Exekutive dafür. «Das Gebäude steht an der Ecke der Huebwiesenstrasse und der Gemeindehausstrasse. Der Wortteil ‹Hueb› steht für die Huebwiesenstrasse. Den Wortteil ‹Egg› haben wir gewählt, weil das Gebäude an dieser Ecke liegt», erklärt Vogel.

Der Bauernhof an der markanten Stelle

Keine Rolle bei der Wahl des offiziellen Namens des Baufeld Osts spielte der sprachliche Aspekt aus wissenschaftlicher Sicht. Jeder Orts- und Flurname in der Schweiz lässt sich linguistisch deuten. So auch der Name «Huebegg». «Der Wortteil ‹Hueb› taucht häufig in Schweizer Flurnamen auf. Ursprünglich ist damit ein Bauernhof mit einer bestimmten Grösse gemeint. Der Bezug dazu ging jedoch mit der Zeit verloren und so versteht man unter ‹Hueb› lediglich einen Bauernhof», sagt Linguistin Simone Berchtold von der Universität Zürich. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Seminar und beschäftigt sich mit der Namensforschung bei Flur- und Familiennamen.

Der zweite Wortteil «Egg» bezieht sich sprachlich nicht zwangsläufig auf eine Ecke, wie man im ersten Moment glauben könnte. «Damit kann auch eine Geländekante, etwas Markantes gemeint sein. Oder ein Ort, wo das Gelände abfällt», sagt Berchtold. Auch wenn der Gemeinderat diese Deutung bei seiner Namenswahl nicht berücksichtigt hat, scheint die linguistische Interpretation durchaus auf das 35 Millionen Franken teure Projekt zuzutreffen. Denn markant ist die Überbauung im Zentrum Geroldswils allemal. Dies auch, weil dort nicht nur 27 3,5- bis 5,5-Zimmerwohnungen und ein Gemeindeplatz entstehen, sondern weil im Parterre des Gebäudes auch der Detailhändler Coop und die Apotheke Pill einziehen werden. Zwischen Herbst und Winter 2020 sollen die beiden ihre Tore für Kundinnen und Kunden öffnen. «Die Wohnungen werden voraussichtlich ab Dezember 2020 gestaffelt bezugsbereit sein», sagt Hochbauvorstand Vogel. Dann will der Gemeinderat auch eine Eröffnungsfeier organisieren. Dazu hat er bereits ein Fest-OK gegründet.

Der Vermietungsprozess für die Wohnungen ist derzeit in vollem Gange. Die Birmensdorfer Firma Grebimmo wurde vom Gemeinderat damit betraut. Dazu gehören eben auch Vermarktungsmassnahmen wie die Dokumentation der Wohnungen samt dem neuen, klangvollen Namen «Huebegg».

Verwandtes Thema:

Autor

Sibylle Egloff

Meistgesehen

Artboard 1