Urdorf

Zehn Tage seien zu lang: GLP-Kantonsrätin will die Quarantäne verkürzen

GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig setzt sich für eine kürzere Quarantänezeit ein.

GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig setzt sich für eine kürzere Quarantänezeit ein.

Für die Urdorfer Politikerin Sonja Gehrig ist die aktuelle Regelung zu wenig flexibel. Sie hat ein Postulat eingereicht.

Die Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig möchte die Quarantänezeit verkürzen. Zusammen mit den Kantonsräten Cristina Cortellini (GLP, Dietlikon) und Gabriel Mäder (GLP, Adliswil) wendet sie sich mit einem dringlichen Postulat an den Regierungsrat. Die drei Unterzeichnenden argumentieren, dass die Quarantäne-Regelung im Moment zu starr sei. Laut Gehrig möchten sie die Diskussion, die bereits in der Science Task Force des Bundes und in den Nachbarländern geführt wird, stärken.

Im Postulat bitten die drei Unterzeichnenden den Regierungsrat, die evidenzbasierte Verkürzung der Quarantänezeit auf beispielsweise fünf Tage im Kanton Zürich zu prüfen. Damit wollen sie die Akzeptanz der Quarantäne in der Bevölkerung erhöhen und den wirtschaftlichen Schaden verringern. Auch auf Bundesebene soll sich der Regierungsrat dafür einsetzen. Gehrig ist der Meinung, dass das Anliegen auf schweizerischer Ebene behandelt werden müsste. «Die Kompetenz liegt aber bei den Kantonen. Darum muss der Regierungsrat überlegen, wie er vorgehen will», sagt sie. Ein koordiniertes Vorgehen sei aber klar besser.

Verkürzte Quarantäne, aber mit Vorsicht

Laut Gehrig gab es für das Postulat zwei Auslöser. «Zum einen das Umfeld und die Diskussionen unter Experten und in anderen Ländern. Zum anderen das Postulat der FDP, das verlangt, die Quarantäne bei Einreise aus einem Risikoland mit einem bis zwei Tage alten negativen Covid-Test ganz aufheben zu können», sagt sie. Letzteres sei aus epidemiologischer Sicht riskant und keine gute Option.

«Gerade in der Zeit vor der Abreise sind Partys und Kontakte zu vielen Personen nicht selten.» Ein bis 48 Stunden alter Test zur vollständigen Quarantänebefreiung gehe deshalb gar nicht. Stattdessen finden die Unterzeichnenden eine Diskussion über die Verkürzung der Quarantänezeit dringend nötig. Dies nicht nur bei der Einreise, sondern auch nach einem möglichen Kontakt und basierend auf epidemiologischen Fakten. «Bei den allermeisten Fällen ist innerhalb von drei bis vier Tagen das Virus nachweisbar», sagt Gehrig.

«Es geht ja nicht um Personen, die positiv getestet wurden, sondern um Generalverdachte», erklärt sie. «Man kann sich in der Schweiz nicht einmal durch einen negativen Test von dieser zehntägigen Quarantänepflicht befreien», bemängelt Gehrig. In anderen Ländern ist das anders. In Österreich kann die Quarantäne bei einem negativen Testergebnis beendet werden. Gehrig nennt die Selbstdeklaration in Kombination mit einem Schnelltest bei der Einreise als Mittel, um die Quarantäne verkürzen zu können.

Der Nutzen der langen Quarantäne ist unbekannt

Im Postulat heisst es, dass die Quarantäne «verhältnismässig und mit einem ausgewiesenen Nutzen für den Pandemieverlauf» sein soll. Laut Gehrig ist es für in die Schweiz eingereiste und in die Quarantäne geschickte Personen aufgrund der heutigen Datenlage unklar, ob eine zehntägige Quarantäne den Verlauf der Pandemie überhaupt massgeblich abschwächt.

Ein weiteres Anliegen der Postulanten ist, dass nicht nur für Einreisende auf dem Land- oder Luftweg, sondern auch für mögliche Coronakontakte in der Schweiz eine verkürzte Quarantäne möglich wird. Gehrig hofft darum auf die rasche Validierung der neuen Coronaschnelltests: «Dann hätte man andere Möglichkeiten.» Sie sieht es als Chance für ein effektiveres Contact-Tracing, wenn alle Einreisenden aus Risikoländern einen Schnelltest machen könnten. «Wenn Risikopersonen schon an der Grenze aufgehalten oder auch sonst rascher identifiziert werden können, dann hilft man allen.»

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