Das grosse Zelt, das Berliner genannt wird, ist schon von Weitem zu sehen und überragt den benachbarten Bauernhof um einige Meter. «Das Zeltdach besteht aus 340 Tarnblachen. Mit dem Zusammenknöpfen waren wir eine Weile beschäftigt», sagt Maja Carapovic, Kommunikationsverantwortliche des kantonalbernischen Sommerlagers und ehemaliges Mitglied der Jungwacht Blauring Thun. Das Lager auf kantonaler Ebene findet in unregelmässigem Abstand statt. «Der Aufwand ist um einiges grösser und deshalb dauert es ein wenig länger, bis sich eine Gruppe findet und bereit ist, einen Anlass in dieser Grösse durchzuführen», sagt sie. Das zehnköpfige OK des diesjährigen Lagers begann vor drei Jahren mit der Planung. «Zuerst mussten wir abklären, wie viele Scharen überhaupt interessiert sind und ob wir ein passendes Gelände finden.» Von den insgesamt neun Scharen, wie die einzelnen Sektionen genannt werden, meldeten sich sieben an und das passende Stück Land fanden die Organisatoren in Aesch.

Die ersten Aufbauarbeiten, bei denen bereits einige der über 100 Helferinnen und Helfer mit anpackten, fanden schon zwei Wochen vor dem Lagerbeginn statt. «Wir stellen den 181 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Grundinfrastruktur zur Verfügung. Dazu gehören etwa Kompotois, Duschen und Küchen, aber auch ein Spielplatz und ein Kiosk», sagt Carapovic. Das Aufbauen ihres Zeltplatzes erledigten die Leiterinnen und Leiter während der Anreise ihrer Schar selbst. So konnten die Kinder gleich nach ihrer Ankunft ihre Zelte beziehen. «Das ist ein sehr schöner Moment, da jede Schar ihre eigene Empfangszeremonie vollzieht.» Ebenso individuell gestaltet jede Sektion ihr eigenes Lagerprogramm.

Doch gibt es auch gemeinsame Veranstaltungen. Dazu gehören Spiele und Aufgaben rund um das Motto des Lagers, welches sich dem Geheimnis des Drachenbergs widmet, aber auch verschiedene andere Aktivitäten. Eine davon ist das Abseilen vom Holzturm, der in der in der Mitte des «Berliners» steht. Zuerst müssen aber die richtigen Knoten erlernt werden. «Wenn man sie ein paarmal gemacht hat, geht es schon viel besser», sagt der neunjährige Joshua von der Jubla Interlaken. Ohne Klettergurt, dafür mit einer Kamera ausgerüstet, steht auch Maria von der Jubla Burgdorf bei der Abseil-Gruppe. Die Elfjährige nimmt am Radio- und Zeitungsworkshop teil. «Es ist mein zweites Lager und ich finde es sehr cool», sagt sie. Nur die vielen Insekten stören sie ein wenig. «Ich habe schon einige Mückenstiche und zwei beissen immer noch wahnsinnig fest.» Mückenstiche gehören zu den wenigen Zwischenfällen des Lagers. Vielmehr überwiegen die positiven Erlebnisse. Das sei auch das Ziel, sagt Carapovic. «Das Lager ist bei vielen der Höhepunkt des Jahres und die Kinder sollen zu Hause von vielen unvergesslichen Erlebnissen erzählen können.»