Zürich/Stallikon

Seine Kunst ist essbar: Michael Wirz erstellt Portraits aus Schokolade

Der Stalliker Michael Wirz stellt seine Schoggi-Portraits im Zürcher Kulturhaus Helferei aus. Insbesondere das süsse Portraitieren von Hollywood-Stars hat es Wirz angetan.

Am 31. Oktober findet im Zürcher Kulturhaus Helferei eine Ausstellung der anderen Art statt: Es werden Porträts von verschiedenen Hollywoodstars gezeigt, die aus dunkler Schokolade, verschmolzen mit einem weissen Hintergrund aus Kakaobutter, bestehen.

Dahinter steckt der Stalliker Michael Wirz. Der gelernte Bäcker-Konditor teilt seine Kunst auf Tiktok, wo er innerhalb von vier Monaten knapp 17 000 Likes generieren konnte. Die seien ihm aber gar nicht so wichtig: «Ich will die Leute mit meinem speziellen Handwerk faszinieren und freue mich über die positiven Rückmeldungen auf Tiktok», sagt er. Momentan liegen in der Bäckerei Bode in Uitikon Flyer des Künstlers auf. «Ich bin in Kontakt mit der Bäckerei. Wir haben über eine Partnerschaft gesprochen, was natürlich toll wäre», sagt er.

Die Idee hatte der Techniker der «Helferei»

Zustande gekommen sei die Veranstaltung in der «Helferei» dadurch, dass Wirz seit einigen Jahren als Techniker dort arbeite und man auf der Suche nach einer besonderen Ausstellung gewesen sei.

«Zuerst wollte ich Schokoladenbilder zum Thema Zweiter Weltkrieg ausstellen, da das Kriegsende 75 Jahre her ist. Ich habe aber festgestellt, dass es sich dabei um ein heikles Thema handelt. Daher habe ich mich für das Thema Hollywoodstars von den 1950er-Jahren bis heute entschieden.» Rund 50 Porträts zur Thematik werden gezeigt, dazu im Hintergrund etwa 20 weitere mit anderen Motiven. Zu jedem gezeigten Hollywoodstar werde es einen kleinen Beschreib geben, der den Betrachter darüber informiere, um wen es sich auf dem Bild handle und was die Person mache oder gemacht habe.

Für sein Hobby steht Wirz um vier Uhr morgens auf

Wirz kreiert auch Schokoladenporträts auf Anfrage. Seit Beginn seiner Präsenz auf Tiktok habe er vier Bestellungen ausführen können, sagt er. Für einen Preis ab 110 Franken erhält man ein Schoggiporträt, geliefert wird auch per Post. Besonders gefallen habe ihm die Herzlichkeit, mit der seine Kunden ihn jeweils empfangen haben: «Als ich einmal eine Bestellung ausgeliefert habe, habe ich am Schluss zwei Stunden mit dem Kunden Kaffee getrunken. Ich spüre die Bewunderung der Leute und fühle mich manchmal schon fast ein bisschen wie ein kleiner Star», sagt er.

«Ich hoffe, an der Ausstellung möglichst vielen Leuten meine Kunst zeigen zu dürfen. Auch einige meiner Tiktok- Freunde werden vorbeikommen, worauf ich mich besonders freue», sagt Wirz.

Was ihn immer wieder dazu antreibe, um vier Uhr morgens aufzustehen, um vor Arbeitsbeginn seinem Hobby nachgehen zu können, sei die Freude der Leute an seinen Porträts. Er wolle den Leuten etwas Neues und Persönliches bieten, das man verschenken könne. «Mein Ziel ist es einfach, meine Bilder unter die Leute zu bringen und mir einen Namen zu machen. Ich habe sehr Freude an der Arbeit und möchte, dass diese Art von Kunst bestehen bleibt», sagt Wirz.

Er ist zuversichtlich, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sein Geschäft mit den Porträtbestellungen gut laufen wird. «Aller Anfang ist schwer», sagt er. «Doch bald wird sich meine Kunst herumgesprochen haben», ist er überzeugt.

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