Am 31. August ist es soweit. Die erste Etappe der Limmattalbahn, die vom Farbhof in Altstetten nach Schlieren Geissweid führt, wird eingeweiht. Die Festivitäten markieren gleichzeitig auch den Start zur zweiten Etappe, die im Dezember 2022 in Betrieb genommen werden soll. Diese umfasst das Teilstück zwischen dem Bahnhof Altstetten und dem Farbhof sowie die Strecke zwischen der Geissweid und dem Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.

Los geht es mit den Arbeiten am 2. September. Dietikon ist ab dann in zwei grosse Bauabschnitte aufgeteilt. Der östliche Abschnitt umfasst das Gebiet von der Birmensdorferstrasse an der Grenze zu Urdorf bis zur Zentralstrasse und damit auch das Bahnhofsgebiet. Die Grenze zum westlichen Abschnitt, der über die Badenerstrasse und den Bunkerknoten ins Niderfeld führt, bildet die Reppisch, wie die Verantwortlichen am Donnerstagabend an einer Informationsveranstaltung im Dietiker Gemeinderatssaal erläuterten. Gegen 200 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um sich über die Auswirkungen der Bauarbeiten auf ihren Wohnort zu informieren. Denn klar ist, «dass ein solches Megaprojekt nicht spurlos an uns vorübergehen wird», wie der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann in seiner Einleitung sagte. Nach Altstetten und Urdorf war dies bereits der dritte solche Anlass.

Busse auf der Schöneggstrasse

Sowohl im östlichen als auch im westlichen Bauabschnitt müssen sich die Verkehrsteilnehmer während der Bauzeit auf neue Verkehrsführungen einstellen. Wobei in beiden Gebieten das selbe Grundprinzip zur Anwendung kommt, wie David Amrein, Leiter Unterhaltsregion I des kantonalen Tiefbauamts, erläuterte. Beiderorts wird ein grosser Kreisverkehr installiert. Im östlichen Bauabschnitt bedeutet dies, dass die Zürcherstrasse von diesem September an bis Mitte 2021 nur noch nach Westen in Richtung Zentrum befahrbar ist. Raus aus dem Zentrum, also in östliche Richtung, kommt man als Autofahrer über die Schöneggstrasse.

Eine Ausnahme gilt für die Busse. Sie werden in beiden Richtungen über die Schöneggstrasse geführt, wie Jasmin Wiederkehr, Gebietsmanagerin für die Region Limmattal bei den Verkehrsbetrieben Zürich, auf eine Frage aus dem Publikum ausführte. Das heisst, dass neben der Linie 303, die heute schon auf der Schöneggstrasse verkehrt, auch die Linien 311 und 314 dort durchgeführt werden. Die Busse fahren vom Bahnhof her Richtung Schlieren über die Bahnhofstrasse in die Zürcherstrasse und von dort via Asylstrasse in die Schöneggstrasse. In umgekehrter Richtung fahren die Busse von der Schöneggstrasse via Poststrasse zum Bahnhof. Ein Umstand, der im Publikum die Frage aufwarf, ob dies nicht zu gefährlich sei für Fussgänger und Velofahrer in der Poststrasse, zumal sich dort auch ein Schulweg befinde. Wie David Amrein ausführte, sei man sich der Situation bewusst. Allenfalls werde man das Verkehrsregime so anpassen, dass Velos in der Poststrasse nur in Fahrtrichtung der Busse verkehren können. «Der Schulweg ist sowieso ein Thema. Nach den Schulferien werden wir an den neuralgischen Punkten Verkehrsdienste einsetzen», hielt Amrein weiter fest.

Die Arbeiten an den betroffenen Strassen im Gebiet Dietikon-Ost, also der Birmensdorfer-, der Zürcher-, der Poststrasse sowie dem Bahnhof, der Bremgartner- und der Zentralstrasse, werden in verschiedenen Phasen durchgeführt. Wobei die Neugestaltung der Bahnhofsunterführung am meisten Bauzeit in Anspruch nehmen wird, wie Martin Kuhn, Projektleiter Gebiet Dietikon-Ost erklärte. Sie wird unter anderem behindertengerecht gestaltet. In den Sommerferien 2021 findet in einer Intensivbauphase auf der Bremgartnerstrasse zwischen dem Stadthaus Dietikon und dem Bahnhof der erste Teil des Doppelspurausbaus für die Bremgarten-Dietikon-Bahn statt. Diese wird dann auf diesem Abschnitt nicht mehr verkehren können. Stattdessen kommen in dieser Zeit Ersatzbusse zum Einsatz, die via Poststrasse zum Bahnhof gelangen werden.

Grosskreisel im Westen

Wie im östlichen wird auch im westlichen Baubereich während der Bauzeit ein Kreisverkehr eingerichtet. So ist die Badenerstrasse von der Steinmürlistrasse an bis zur Bäckerstrasse nur von Westen nach Osten, also in Richtung Zentrum, befahrbar. Die Überlandstrasse wiederum ist im Abschnitt Weiningerstrasse bis zur Bunkerkreuzung nur in Richtung Spreitenbach befahrbar. Die Bäcker-, Merkur- und Weiningerstrasse sind nur in Richtung Überlandstrasse befahrbar. Dadurch entsteht ein riesiger Kreisel. Er wird ab diesem September bis im Juni 2022 in Betrieb sein. Die Buslinie 303 wird während dieser rund zweieinhalb Jahre dauernden Bauphase vom Bahnhof Dietikon via Überland-, Oetwiler- und Bleicherstrasse Richtung Spreitenbach geführt. Von der Kantonsgrenze her kommend verkehrt der 303er via Badener- und Oetwilerstrasse Richtung Bahnhof Dietikon.

Im Gebiet Dietikon-West wird der Bunkerknoten am meisten Bauzeit beanspruchen, wie Roman Juon, Projektleiter für das Gebiet Dietikon-West, erklärte. Dort wird eine Unterführung der Überlandstrasse für den Individualverkehr realisiert, sodass die Limmattalbahn ohne Niveauunterschied von der Badenerstrasse ins Niderfeld gelangen kann. Für Fussgänger und Velofahrer bedeutet das, dass sie kleine Umwege in diesem Bereich inkaufnehmen müssen, so Juon.

Wie im Gebiet Dietikon-Ost kommt es auch im westlichen Baubereich zu
einer Intensivbauphase. Und zwar in den Sommerferien 2020. Dann gilt für den östlichen Teil der Badenerstrasse ab Oetwilerstrasse bis zur Bäckerstrasse eine Vollsperrung. Der Grosskreisel wird in dieser Zeit verkleinert. Der Verkehr wird dann über die Oetwilerstrasse geführt.