Eine spezielle Art von Fraktionserklärung verlasen gestern SP-Kantonsrätinnen im Zürcher Rathaus anlässlich des bevorstehenden Frauenstreiks am 14. Juni. Jeweils eine SP-Frau stellte eine Frage in den Raum.

«Ist es normal, dass Frauen wegen Mutterschaft noch immer ihren Job verlieren?», fragte Sylvie Matter. «Ist es normal, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten als ihre männlichen Kollegen?», lautete die Frage von Carmen Marty Fässler. «Ist es normal, dass in der Schweiz alle zwei Wochen eine Frau in den eigenen vier Wänden getötet wird?», wollte Céline Widmer wissen. «Ist es normal, dass in der Schweiz weniger als 20 Prozent der Opfer sexueller Gewalt Anzeige erstatten?», so Theres Agosti. «Ist es normal, dass eine Frau häusliche Gewalt erdulden muss, um ihr Aufenthaltsrecht zu sichern?», fragte Isabel Bartal. Die Antwort gab SP-Kantonsrätin Michèle Dünki-Bättig im Namen ihrer Fraktion gleich selbst: «Nein, das ist nicht normal. Frauen haben ein Recht auf Gleichstellung und Gleichberechtigung. Noch sind wir aber weit davon entfernt.» Deshalb gelte es, am 14. Juni zu streiken – für gleiche Rechte, gleichen Lohn und für eine Gesellschaft, die Frauen nicht als Objekt, sondern als Menschen wahrnehme.

Das Wort ergriff daraufhin auch ein Mann aus den Reihen der SVP-Kantonsratsfraktion. «Hört den Frauen zu», mahnte Valentin Landmann, auch an seine Parteikollegen gewandt. Beim Thema Gewalt gegen Frauen etwa gebe es Handlungsbedarf, so der Rechtsanwalt und SVP-Kantonsrat weiter. Was dagegen zu tun sei, müsse die Politik verhandeln. (mts)