Limmattal
Unterstützung fürs lokale Gewerbe: Regiospitex verschenkt 100-Franken-Gutscheine an ihre Mitarbeitenden

Die Spitex-Angestellten erhalten Gutscheine für Limmattaler Betriebe. Ein Inhaber regionaler Coiffeursalons ist begeistert von der Idee.

Sven Hoti
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«Zeichen der Wertschätzung»: Die Spitexmitarbeitenden dürfen wählen, welche Betriebe sie unterstützen wollen. (Archivbild)

«Zeichen der Wertschätzung»: Die Spitexmitarbeitenden dürfen wählen, welche Betriebe sie unterstützen wollen. (Archivbild)

Chris Iseli

Die Regiospitex Limmattal hat ein intensives Jahr hinter sich. Verschärfte Hygienemassnahmen, wegfallende Teamevents, diverse Krankheitsausfälle beim Personal und eine hohe Auslastung: «Wir waren sehr stark gefordert», resümiert Geschäftsleiter Manfred Hertach. Wie jedes Jahr erhalten die rund 100 Mitarbeitenden der Spitex ein Geschenk, «als Zeichen der Wertschätzung», wie Hertach sagt. In diesem Jahr sollte es jedoch nicht nur ein Geschenk für sie, sondern auch für das Gewerbe im Limmattal werden.

27 lokale Geschäfte stehen zur Auswahl

Um die von der Coronakrise stark gebeutelten Betriebe in der Region zu unterstützen, erhalten die Angestellten deshalb einen Gutschein von je 100 Franken für ein Geschäft ihrer Wahl. Insgesamt 27 Geschäfte in Dietikon, Schlieren und Urdorf stehen zur Auswahl. In diesen drei Gemeinden ist auch die Regiospitex Limmattal tätig. Die Betriebe umfassen Restaurants, Coiffeure, Blumenläden und Beautysalons. Eine kleine Gruppe innerhalb der Spitex habe die Auswahl getroffen, erklärt Hertach. Das Kriterium war, dass die Geschäfte während des Lockdowns wochenlang schliessen mussten.

Für die Aktion erhielt Hertach von seinen Mitarbeitenden «sehr positives Feedback», wie er sagt. «Sie haben sich gefreut und fanden es eine gute Idee.» Die Spitex-Angestellten haben nun noch bis Ende Januar Zeit, auf einer Liste denjenigen Betrieb auszusuchen, von dem sie einen Gutschein wünschen. Danach werden die einzelnen Betriebe kontaktiert und die Gutscheine bestellt.

Selbst gute Erfahrungen mit der Spitex gemacht

Auf der Liste ist auch die Intercoiffure Ungricht, die Coiffeursalons in Dietikon, Urdorf und dem aargauischen Rudolfstetten betreibt. Geschäftsinhaber René Ungricht zeigt sich begeistert ob der Gutscheinaktion: «Hut ab, dass sich Menschen für ein Miteinander in der Region einsetzen.» Für seine Mutter habe er Spitexpflege in Anspruch genommen, erzählt Ungricht. Zudem arbeite eine gute Freundin von ihm bei der Spitex Mutschellen. Er habe gute Erfahrungen mit deren Pflege gemacht.

Wie die meisten Branchen litten auch die Coiffeure stark unter der Coronakrise. Ungricht räumt ein: «Finanziell war die Zeit nicht ganz einfach.» Während des Lockdowns habe er seinen Mitarbeitenden weiterhin den vollen Lohn ausbezahlt. Dafür musste er in seine eigenen Reserven greifen, sagt Ungricht. Trotz allem will der 64-Jährige aber nicht klagen: «Wenn ich Schliessungen von zwei, drei Wochen nicht überstehen könnte, hätte ich etwas falsch gemacht.»

Seitdem der Lockdown vorbei ist, gelten strenge Massnahmen für die Coiffeurbetriebe – etwa was den Abstand zwischen den Sitzplätzen angeht. Das habe dazu geführt, dass weniger Kunden auf einmal bedient werden können. Allmählich kommt die Coronakrise jedoch zumindest Ungrichts Salons sogar zugute: Aufgrund der zahlreichen Betriebsschliessungen von Konkurrenten verzeichne seine Coiffeurkette einen Zuwachs an Neukunden, sagt er. Und der 64-Jährige denkt noch lange nicht ans Aufhören: «Im April werde ich 65 Jahre alt. Selbstverständlich mache ich das weiter bis 70.» Den Spitexangestellten bleibt also genug Zeit, um den Gutschein bei René Ungricht persönlich einzulösen.