Zürcher Obergericht

Urdorfer Brutalo muss mehr Genugtuung zahlen

Das Zürcher Obergericht hat die Freiheitsstrafe des 24-jährigen Schlägers aus Urdorf leicht reduziert – dafür aber die Genugtuung, die dem Opfer zusteht, um 5000 Franken erhöht. (Archiv)

Das Zürcher Obergericht hat einen 24-jährigen Schläger aus Urdorf verurteilt.

Der Schweizer wehrte sich gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom März 2018. Damals wurde er zu 50 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt verurteilt. Er hatte im Rahmen eines Streits, der auf der Autobahn seinen Anfang nahm, auf der Bernstrasse einen aus dem Auto ausgestiegenen Taxifahrer extra angefahren. Seit diesem Tag leidet der Taxifahrer an Schmerzen, er ist heute invalid. «Sie haben das Leben dieses Mannes zerstört», sagte denn auch der Bezirksrichter Benedikt Hoffmann bei der Urteilseröffnung im März 2018.

46 statt 50 Monate

Gleichwohl hat sich der Verurteilte nun vor dem Zürcher Obergericht gegen die Strafe gewehrt, sein Verteidiger verlangte dort eine Freiheitsstrafe von nur 18 Monaten. Das Obergericht hat nun die Strafe leicht reduziert, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet und zwar von 50 auf 46 Monate. Zugleich hat es aber die Genugtuung, die der Täter dem Opfer zahlen muss, von 25'000 auf 30'000 Franken erhöht. Das Opfer, der damalige Taxifahrer, musste sogar eine Arbeitsintegration der Invalidenversicherung (IV) abbrechen, so schwer sind die Folgen der skrupellosen Tat des jungen Schweizers.

Erstmals in die Schlagzeilen geriet der Mann, nachdem er zusammen mit anderen an der Fasnacht 2015 in Urdorf vor dem Restaurant Steinerhof einen anderen Mann unter anderem mit einer Eisenstange verprügelte. Auch dieses Opfer leidet noch heute unter den Folgen der Tat. Vom Bezirksgericht Dietikon wurde er im November 2016 zu 28 Monaten Gefängnis, davon 6 Monate unbedingt, verurteilt. Auch gegen dieses Urteil wehrte er sich. Aber erfolglos: Das Zürcher Obergericht verschärfte die Strafe im August 2018, neu erhielt der Mann 66 Monate Freiheitsstrafe.

Der Urdorfer Brutalo und seine Mittäter – beim einen handelt es sich um den Bruder des Mannes – hatten auch anderes auf dem Kerbholz. So wurden sie unter anderem wegen Sachbeschädigung verurteilt, da sie in Birmensdorf und Schlieren die Schriftzüge «FCZ» und «Locoz» auf öffentliche Einrichtungen gesprayt hatten.

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