Bergdietikon

Ursula Bucher: «Ich habe meinen Stil gefunden.»

Natürlich gefärbte Kleider: Ursula Bucher in ihrem Laden in Bergdietikon. LYL

Natürlich gefärbte Kleider: Ursula Bucher in ihrem Laden in Bergdietikon. LYL

Sie verkauft in ihrem Haus in Bergdietikon Mode aus Italien. Ursula Buchers Modegeschäft hat dann geöffnet wenn ihre Kunden Zeit haben.

Von der Decke hängen zwei goldene Kronleuchter, auf dem Teppich spielen die beiden Yorkshire Terrier Kleopatra und Cäsar. Dahinter stehen Oldtimermodelle auf einer Kommode. In der Ecke ertönen Schlagerlieder aus dem Lautsprecher: All das findet sich in Ursula Buchers Modegeschäft in Bergdietikon. Seit vier Jahren verkauft die gelernte Kosmetikerin und Stilberaterin Kleider aus Italien. «In den letzten vier Jahren ging es stetig nach oben», sagt die 62-jährige Bergdietikerin. Sie startete anfangs mit einem Kleiderständer, Jahr für Jahr wuchs die Kundschaft, sodass sie heute acht Kleiderständer im unteren Teil ihres Hauses ausgestellt hat.

Umweltverträglichkeit und Natürlichkeit sind Bucher dabei sehr wichtig: Die verschiedenen Kleidungsstücke kommen ohne künstliche Färbungs- oder Bleichmittel aus und bestehen aus natürlichen Stoffen wie Leinen oder Baumwolle. Sie stammen von der Designerin Daniela Dallavalle. «Daniela schläft jeweils nur vier Stunden pro Nacht, weil sie so viele Ideen für neue Kollektionen hat», sagt Bucher. Die gemeinsame Freude an der Mode und die Herausforderung als selbstständige Unternehmerin durchzukommen, verbindet die beiden Frauen.

Ausgang nur mit guter Kleidung

Bereits als Kind und später als Teenager achtete Bucher auf ihre Kleidung. «Wenn mein Gürtel oder meine Schuhe nicht passten, sagte ich die Verabredung ab», sagt sie. Nach ihrer Ausbildung zur Kosmetikerin eröffnete sie ein Geschäft in Boswil. Dort bot sie von Massagen, über Gesichtspflege bis hin zu Aufspritzungen alle Dienstleistungen einer Kosmetikerin an. Es sei ihr wichtig gewesen, den Kunden alles anzubieten. Ein solches Engagement fordert auch Opfer: Bucher entschied sich, keine Kinder zu bekommen, um genügend Zeit für das Geschäft zu haben. Nach 32 Jahren übergab sie ihr Unternehmen ihrer Schwester, mit welcher sie schon viele Jahre zusammengearbeitet hatte. Mitgenommen habe sie nur einige der treusten Kunden, denen sie heute noch kosmetische Spezialbehandlungen anbietet. Ansonsten war es ein Neustart an einem neuen Ort.

Bereits nach einiger Zeit der Tätigkeit als Kosmetikerin in Bergdietikon kam von ihren Kunden der Wunsch auf, dass Bucher sie nicht nur kosmetisch behandelt, sondern sie auch in Kleider- und Stilfragen beraten soll. So entschied sie sich, von der Kosmetik- auf die Mode-Branche umzusatteln. Ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen holte sie sich an Messen in Paris und Düsseldorf. Dort lernte sie die Designerin Daniela Dallavalle kennen. «Ich bin begeistert von ihrer Philosophie, der Verarbeitung, den natürlichen Materialien und den vielen Details in ihren Kollektionen», sagt sie.

«Ich habe meinen Stil gefunden.»

Nach einem Besuch im Produktionsstandort bei Modena war Bucher restlos überzeugt von der Mode der italienischen Designerin. Die Garderobe in ihrem Kleiderschrank umfasst nun auch viele Stücke von Dallavalle. Das sei jedoch nicht langweilig, sondern entlastend. So müsse sie nicht mehr den Kleidergeschäften nachrennen. «Ich fand meinen Stil. Tage an denen ich nicht weiss, was ich anziehen soll, gibt es nicht mehr», sagt sie. Im Laden in Bergdietikon will sie den Kunden ebenfalls zu Stil verhelfen. Ausgenommen vom Fashion-Apéro, der jeden ersten Donnerstagnachmittag im Monat stattfindet, hat sie keine festen Öffnungszeiten. Sie öffnet ihre Türen dann, wenn sich jemand anmeldet. Meist buchen die Käuferinnen einige Stunden. «Sie kommen zweimal im Jahr und kaufen ihre gesamte Garderobe inklusive Schuhe und Tasche ein.»

Buchers Leben spielt sich jedoch nicht nur im Kleiderladen ab. Braucht sie nebst den Spaziergängen mit den Hunden einen ausgedehnteren Tapetenwechsel, stehen ihr in der Garage einige Oldtimer zur Verfügung. Seit einigen Jahren fährt sie mit ihrem Mann, einem Oldtimer-Spezialisten, Bergrennen und Ralleys. Auch in diesem Hobby steckt Ehrgeiz. Dieser zahlte sich bereits aus: Sie und ihr Mann wurde schon mit einigen Podest-Plätzen belohnt.

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