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Vom Militär zu Instagram: Schlieremerin gewinnt «Swiss Influencer Award»

Die gebürtige Schwedin hat in Schlieren ihre neue Heimat gefunden.

Samiha Masovic war im Militär und absolvierte eine Ausbildung zur Schweisserin. Jetzt möchte sie in den Influencer-Olymp aufsteigen und von Instagram leben.

Samiha Masovic aus Schlieren hat beim diesjährigen «Swiss Influencer Award» den Sieg in der Kategorie «Beauty» geholt. Die gebürtige Schwedin hat sich trotz derzeit noch tausend Followern auf Instagram, gegen die starke Konkurrenz durchgesetzt. Zurzeit kämpft sie während acht Wochen auf «Teleclub» um den Gesamtsieg des Awards.

Doch die 25-Jährige schwimmt noch nicht lange im Influencer-Pool: «Richtig aktiv bin ich erst seit letztem Dezember», sagt sie. Ihr ursprünglicher Plan war es, Polizistin zu werden. «Um bessere Chancen zu haben, absolvierte ich die militärische Grundausbildung in Schweden», sagt Masovic. Damals war sie zarte 15 Jahre alt. Zu dieser Zeit existierte Instagram noch gar nicht und Influencer war kein Beruf. Nach dem Militär besuchte Masovic die Oberstufe in Schweden. In den Ferien kam sie das erste Mal in die Schweiz, um ihre Schwester zu besuchen: «Ich fühlte mich sofort wohl hier.»

Der Weg in die Schweiz

Während Masovic ihre Ferien in der Schweiz verbrachte, war zu Hause in Schweden Berufswahl angesagt. «Ich verpasste es, mich rechtzeitig für einen Ausbildungsplatz zu bewerben», sagt sie. So musste sie sich für einen der übrig gebliebenen Ausbildungsplätze entscheiden – und wurde Schweisserin.

«Es ist sehr vielfältig und hat auch mit Design zu tun.» Sie habe ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Noch während der Lehre legte ihre Schwester ihr nahe, ihre Karriere hierzulande fortzusetzen. Sie befolgte den Rat und kam in die Schweiz, wo sie zuerst als Babysitterin arbeitete. Nach einiger Zeit in Basel zog sie nach Schlieren.

Auf Instagram hatte Masovic bereits viele Follower, entschied sich dann aber zu einem drastischen Schritt: Sie löschte all ihre Profile auf sozialen Netzwerken. «Ich wollte in der Realität leben und nicht nur online», sagt sie. Nachdem sie sich zur Make-up-Artistin weitergebildet hatte und unter anderem mehrere Jahre für die Marke Tom Ford arbeitete, fand sie den Weg in die sozialen Medien zurück. «Im Internet Geld zu verdienen wurde plötzlich möglich, man konnte davon leben», sagt die 25-Jährige.

Als sie Instagram im vergangenen Dezember wieder installierte und sich mehr dem Posten von spannenden Inhalten widmete, stieg ihre Follower-Zahl rasant an. Sie wurde sogar von einem Modemagazin zur Marken-Botschafterin erkoren. Kurz danach wurde sie von den Produzenten des «Swiss Influencer Award» kontaktiert, sie solle sich doch bewerben. Die Schlieremerin tat dies und setzte sich durch. «Es war eine grosse Überraschung, zumal ich noch nicht lange wieder auf Instagram aktiv bin.»

Auf dem Boden geblieben

Was unterscheidet ihr Profil von jenen anderer Influencer? «Ich bin echt. Ich habe mich noch nie im Internet verstellt, nur um beliebter zu sein», sagt Masovic. Sie sei bodenständig und interagiere mit ihren Fans. «Wer mir Liebe schenkt, kriegt sie doppelt zurück. Das zählt auch für meine Follower», sagt sie.

Ihr Ziel sei es, ihren Followern zu zeigen, wie man sich günstig aber stylish kleiden kann: «Auch ohne tausende von Franken für Markenkleidung hinzublättern.» Ob sie als Influencerin eines Tages von Instagram leben kann, weiss sie nicht. Masovic steht erst am Fuss des Influencer-Olymps. Aber obwohl die Konkurrenz nie schläft, ist sie sich sicher: «Ich schaffe das, denn bei mir ist mehr Sein als Schein.»

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Autorin

Michelle Panza

Michelle Panza

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