Bruno Müller sitzt an seinem Küchentisch und strahlt richtiggehend, während er von der enormen Popularitätssteigerung der Ukulele erzählt. «Kein anderes Instrument hat in den letzten Jahren einen solchen Aufschwung erlebt. Man sieht sie immer häufiger bei Bands im Einsatz und es gibt auch immer mehr Literatur dazu», sagt er. Die Gründe dafür sieht der Dietiker in der Grösse des hölzernen Instruments. Sie könne so fast überall mithin genommen werden. Aber auch die schnelle Erlernbarkeit der einfachen Akkorde sei eine Ursache für die steigende Beliebtheit der Ukulele.

Müller hat sich schon früh für das Zupfinstrument interessiert. Der pensionierte Musiklehrer ist eigentlich Klarinettist, hat seine Schüler während des Unterrichts aber jeweils auf der Ukulele begleitet. Das Interesse der Kinder an dem Instrument war dermassen gross, dass er schon bald Ukulelenunterricht anbot. Als er in den Ruhestand trat, besass er bereits neun verschiedene Ukulelen, spielte aber kaum noch auf den Instrumenten. Das wollte er ändern und entschied sich 2012 dazu, einen Ukulelenchor zu gründen. Über eine Bekannte von ihm erfuhr die Limmattaler Zeitung davon und startete einen Aufruf, dass sich Interessierte bei Müller melden sollen.

Übrig blieb ein Trio

«Das war wunderbar mit dem Artikel. Da haben sich die Leute beinahe massenweise bei mir gemeldet», sagt er. Geblieben ist eine Gruppe von fünf Personen, die beim neugegründeten Ukulelenchor mitwirken wollten. Die Neulinge besuchten bei ihm zusätzlich zum Gruppen- auch noch Einzelunterricht. «Das hat zu Beginn super geklappt und die Leute kamen auch fleissig zur Probe.» Sie übten erste Lieder, die mit wenigen Akkorden gespielt werden konnten. Doch nach etwa zwei Jahren liess die Bereitschaft, selbstständig zu üben, bei einigen Chormitgliedern merkbar nach. «Da ich den Gruppenunterricht gratis anbiete, erwarte ich schon ein gewisses Engagement», sagt Müller. Dieses habe teils gefehlt und ein Mitglied nach dem anderen verliess den Ukulelenchor. Übrig blieb ein Trio, das über zwei Jahre in dieser Formation miteinander musizierte.

Für den Dietiker war das eine sehr schöne Zeit. «In unserer kleinen Gruppe haben wir uns sehr gut verstanden und auch toll miteinander gespielt», sagt Müller. Insgesamt über 100 Lieder sind dabei zusammengekommen. Nebst Volksliedern, Evergreens und rein instrumentalen Stücken spielte das Trio auch Eigenkompositionen. «Wir traten vor allem an Geburtstagen oder in Altersheimen auf. Am schönsten war es, wenn die Leute richtig Freude an unserer Darbietung hatten und sogar mitsangen.» Zu diesem Zweck fertigte Müller ein Heftchen mit Liedtexten an.

Ein gewisses Niveau erreichen

Doch gab es solche Auftritte schon länger nicht mehr. Ein Mitglied des Trios musste wegen gesundheitlicher Probleme aufhören. «Zu zweit ist es nicht mehr wirklich möglich, vor Publikum zu musizieren. Deshalb wären wir sehr froh, wenn wir so schnell wie möglich neue Mitglieder finden.» Müller würde es begrüssen, wenn sich jemand meldet, der bereits Vorkenntnisse im Ukulelenspielen hat. Aber auch Unerfahrene seien willkommen. «Ich biete am Anfang sicherlich wieder Einzelunterricht an. Wir wollen mit dem Chor möglichst schnell wieder ein gewisses Niveau erreichen.» Es wäre auch möglich, sich nur als Sängerin oder Sänger dem Chor anzuschliessen. «Die Hauptsache ist, dass man genügend Durchhaltevermögen besitzt und Freude am Musizieren in der Gruppe hat.»