Telekommunikation

Zu teures Glasfasernetz: Darum kritisiert der Preisüberwacher den Zürcher Stadtrat

Zürich bietet eine Glasfasernetz an: Doch die Preispolitik steht in der Kritik.

Zürich bietet eine Glasfasernetz an: Doch die Preispolitik steht in der Kritik.

Der Preisüberwacher kritisiert den Zürcher Stadtrat: Der Zugang zum Glasfasernetz sei teilweise zu teuer. Die Stadt habe aber trotz seiner Intervention davon abgesehen, die Preise zu senken.

Im Juni diesen Jahres genehmigte der Stadtrat die Preise für die Produkte ewz.FCS (ewz Fibre Connectivity Service) und ewz.FLL (ewz Fibre Local Loop). Diese Produkte richten sich nicht an Endkundinnen und Endkunden, sondern gewähren Internet-, TV- und Telefon-Anbietern den Zugang zum Glasfasernetz der Stadt Zürich.

Beim Angebot ewz.FCS stellt das Zürcher Elektrizitätswerk ewz auch das aktive Equipment zur Verfügung, das für die Datenübertragung nötig ist. Beim Produkt ewz.FLL, das eine so genannt passive, also unbeleuchtete Glasfaserverbindung bietet, installieren die Anbieter ihr aktives Equipment hingegen selber.

Das Produkt ewz.FLL ist deshalb günstiger als ewz.FCS - für das ewz allerdings auch weniger interessant, weil es die Datenübertragung nicht beinhaltet.

Stadtrat will Preis nicht weiter senken

Der Preisüberwacher ist mit der Preisgestaltung, die der Stadtrat genehmigte, nun gar nicht zufrieden, wie aus seinem Newsletter hervorgeht, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Das "günstigere" Produkt ewz.FLL sei zu teuer und somit nicht wettbewerbsfähig.

Eine Preissenkung würde nach Ansicht von Preisüberwacher Stefan Meierhans den Innovations- und Preiswettbewerb zwischen den Anbietern stimulieren, schreibt er in seiner Empfehlung. Eine Preissenkung dieses Produktes sei deshalb auch im Sinne des Leistungsauftrages des ewz zu begrüssen.

Als marktmächtige lnfrastrukturanbieterin würden dem ewz auch andere Preisstrategien offenstehen, um seine Glasfaserinfrastruktur erfolgreich zu vermarkten, schreibt Meierhans weiter.

Der Stadtrat will von seiner Preispolitik allerdings nicht abrücken. Er zeigte sich zwar bereit, den Preis für das "günstigere" Produkt etwas zu senken, allerdings nicht im Ausmass, wie es der Preisüberwacher empfahl. Leider sei der Vorsteher des Departements, Michael Baumer, seiner Empfehlung nicht gefolgt, schreibt Meierhans.

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