Photovoltaik

Am Walensee soll grösstes Sonnenkraftwerk der Schweiz entstehen

Geplante Solaranlage beim Walensee

Geplante Solaranlage beim Walensee

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) wollen die grösste Photovoltaik-Anlage der Schweiz bauen. Realisiert werden soll das Kraftwerk mit einer Leistung von 9 Megawatt in einem Steinbruch in der Nähe von Quinten SG am Walensee.

Nach ersten Vorabklärungen gehen die EKZ davon aus, dass auf der Fläche von rund 80'000 Quadratmetern Solarstrom für etwa 1400 Haushalte produziert werden kann, wie sie am Dienstag mitteilten. Die Photovoltaik-Anlage ist als Zwischennutzung einer kahlen Felswand im Steinbruch Schnür während etwa 25 bis 30 Jahren geplant.

Das hätte laut EWZ Vorteile für die Renaturierung des Felsens. Denn die mit dem Gestaltungsplan ursprünglich vorgesehene Renaturierung sei aufgrund der Felstemperaturen im Sommer nicht realisierbar. Bisherige Bepflanzungsversuche an der heissen Felswand seien wenig erfolgversprechend gewesen.

Den grössten Erfolg für die Renaturierung erwarte man von einer natürlichen Besiedlung mit Pionierpflanzen, die nach und nach eine Humusschicht bilden, heisst es in der Mitteilung. Dieser Vorgang könne wegen der Beschattung durch die Solaranlage sogar begünstigt werden. Das Wasser verdunste weniger schnell und die Temperaturen seien viel niedriger.

Verschiedene Studien in Auftrag gegeben

Mit der Befestigung von grossen Solaranlagen am Felsen betreten die EKZ nach eigenen Angaben Neuland. Um eine technisch gute und finanzierbare Lösung zu finden, vergeben die EKZ mehrere Studienaufträge.

Durch die nahezu senkrechte Befestigung der Panels erwarten die EKZ besonders im Frühling und Herbst, wenn andere Photovoltaik- Anlagen wenig Strom produzieren, besonders hohe Stromerträge. Das am Walensee gelegene Quinten ist bekannt für sein mediterranes Klima und eine überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung.

Zusammen mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) wollen die EKZ mit einer kleinen Testanlage untersuchen, wie sich die Wasserspiegelung auf die Solarstromproduktion auswirkt. Eine weitere Untersuchung soll aufzeigen, wie die Solarpanels auf der andern Seeseite wahrgenommen werden.

Zusammenarbeit mit St. Galler Stromversorger

Weil der Steinbruch im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt ist, werden in einem Vorprojekt weitere Abklärungen zum Bewilligungsverfahren und zum Landschaftsschutz zusammen mit Umweltverbänden und Behörden im Kanton St. Gallen vorgenommen.

Da beim Kieswerk im Steinbruch Schnür eine Mittelspannungsleitung der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) steht, wollen die EKZ das Projekt gemeinsam mit der SAK vorantreiben. Eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit wurde bereits unterzeichnet.

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