Zürich

Jacqueline Badran allein zu Hause: «Das geht gegen mein Naturell!»

Jaquelin Badran vor und nach dem Unfall.

Jaquelin Badran vor und nach dem Unfall.

Nationalrätin Jacqueline Badran ist nach einem Schädelbruch zum Ruhigsein verdonnert. Das passt ihr gar nicht. Etwas Vorsicht ist angebracht: «Ich überlege mir, ob ich in Zukunft nicht doch einen Helm anziehen soll, wenn ich Velo fahre.»

Sie hält es kaum noch aus zu Hause. Am 2. Februar durfte Jacqueline Badran das Krankenhaus verlassen. Dorthin verschlug es sie regelrecht nach einem Zwischenfall in einem Tanzkurs, als die Nationalrätin «mit dem Hinterkopf an die Wand knallte». Folge: Schädelbasisbruch und Schädelhirmtrauma. Sie selber hat keine Erinnerung an den Tag.

Das alles verkündete Badran am 5. Februar auf Facebook und zierte die Nachricht mit dem Foto ihres aufgequollenen, blutunterlaufenen Auges. «Es gab bereits Anrufe von Blick und 20 Minuten und ich hatte keine Lust zu antworten. Später entschied ich dann, auf Facebook zu schreiben, was wirklich los ist, damit ich nicht am nächsten Tag Märchengeschichten in den Zeitungen lesen muss.»

«Das geht extrem gegen mein Naturell», schimpft die Zürcherin, die seit bald drei Wochen zum Herumsitzen verurteilt ist, um vollständig zu genesen. «Was soll ich denn anderes tun, als mich wenigstens mit dem Computer abzugeben?», meint sie sarkastisch zu ihren zahlreichen Facebook-Einträgen seit dem Unfall.

Ausgang trotz Ruheverordnung

Badran wäre nicht Badran, wenn sie das Ausgehverbot nicht gebrochen hätte. «Natürlich musste ich zu meinen Gspändli an die Feier der Zürcher Stadt- und Gemeinderatwahlen. Die Anspannung hätte ich nicht allein zu Hause ausgehalten.» Sie sei aber während des ganzen Anlasses nur mit Sonnenbrille herumgelaufen – auch wenn sie auf Facebook ein Bild gepostet hat, das sie lachend aber immer noch mit blauem Auge im Kreis ihrer SP-Kollegen zeigt. «Dafür hab ich am nächsten Tag böse gebüsst», meint Badran lakonisch.

Tanzen gehen wird sie auf jeden Fall wieder. «Das wäre das Dümmste, aus Angst etwas nicht mehr zu tun. Genau das Gegenteil ist wichtig: Sofort wieder drangehen.» Etwas mehr Vorsicht im Umgang mit ihrem Körper hat sich die quirrlige Frau dennoch vorgenommen: «Ich überlege mir, ob ich in Zukunft nicht doch einen Helm anziehen soll, wenn ich Velo fahre.»

Was allerdings gar nicht in Frage komme, sei einen Helm während des Skifahrens: «Das macht ja den ganzen Spass kaputt! Das Freiheitsgefühl während der Fahrt geht völlig verloren.» Sie sagt das, obwohl sie sich bewusst ist, dass es ihr sehr wohl wie Michael Schumacher hätte ergehen können. Auch der erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und befindet sich nach künstlichem Koma in der mehrwöchigen Aufwachphase.

Badran will ihren Unfall noch genauer untersuchen. Dass sie, wie ihr mitgeteilt wurde, bei einer Pirouette das Gleichgewicht verloren haben soll, glaubt sie nicht. «Nach 20 Jahren Spitzensport habe ich meinen Körper im Griff. Aber ich werde schon noch rausfinden, was geschah.»

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