Abstimmung
Klubbosse und Stadtregierung enttäuscht: «Es gibt keinen Plan B»

FCZ-Präsident Ancillo Canepa und GC-Präsident André Dosé sind schwer enttäuscht vom Volks-Nein zum neuen Stadion. Nun müssen sich die Klubs mit der Stadt zusammensetzen und nach Lösungen suchen. Einen Plan B gibt es nicht.

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Grosse Enttäuschung bei FCZ-Präsident Ancillo Canepa (l.) und GC-Präsident André Dosé.

Grosse Enttäuschung bei FCZ-Präsident Ancillo Canepa (l.) und GC-Präsident André Dosé.

Keystone

Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) und ihre Stadtratskollegen Gerold Lauber (CVP) und André Odermatt (SP) sahen viele verschiedene Gründe für die Ablehnung. Der Volkswille werde selbstverständlich akzeptiert, sagten sie vor den Medien.

Laut Sportminister Lauber ist es kein guter Tag für den Zürcher Sport. Der Entscheid beeinträchtige nicht nur die Fussballer sondern auch die Leichtathleten.

Hochbauvorsteher Odermatt wies darauf hin, der Hardturm sei als Standort für die Stadt kein Thema mehr. Alles andere wäre Augenwischerei. Laut Stadtrat ist es nicht gelungen, den hohen Kredit dem Volk plausibel zu erklären.

Enttäuschte Club-Präsidenten

FCZ-Präsident Ancillo Canepa zeigte sich vom Resultat "masslos enttäuscht". Er habe bis zuletzt auf einen positiven Ausgang gehofft. Man habe eine Riesenchance verpasst. Die beiden Clubs müssten sich nun mit der Stadt zusammensetzen. Es gebe keinen Plan B.

Auch GC-Präsident André Dosé war über den Ausgang schwer enttäuscht. „Die Abstimmungs-Niederlage schmerzt ungemein". Den Entscheid gelte es nun zu verarbeiten und den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Man werde alles daran setzen, den Club in eine gesicherte Zukunft zu führen.

Zürich sei die einzige Schweizer Stadt mit zwei Fussballclubs in der obersten Liga. Und dennoch habe man kein richtiges Fussballstadion. Das sei schade für die Zürcher Vereine aber auch für die andern Schweizer Vereine.

Volk bevorzugt Wohnungen

Gian von Planta, Anführer des Nein-Komitees, zeigte sich dagegen hoch erfreut über das Ergebnis. Es sei grundsätzlich ein Zeichen dafür, dass das Stadion-Projekt nicht überzeugen konnte, wie er zur Nachrichtenagentur sda sagte.

Laut von Planta hat das Volk klar und deutlich gesagt, wofür es Geld ausgeben wolle - nämlich für Wohnungen, sagte der GLP-Fraktionspräsident im Zürcher Gemeinderat weiter.

Gemäss von Planta müssen die Clubs nun deutlich sagen, was sie wollen. Für ihn sei auch klar, dass sie sich an einem neuen Projekt finanziell stärker beteiligen müssten.

Dass das Parlament beim Stadion so klar daneben lag, erklärt sich von Planta damit, dass es sich nicht die Finger verbrennen wollte. Das 125-köpfige Gremium hatte die Stadion-Vorlage mit über 100 Stimmen durchgewinkt.